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Havelland Rathenow: Samstag trifft Bunt auf Braun
Lokales Havelland Rathenow: Samstag trifft Bunt auf Braun
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16:56 11.11.2017
Lastwagen werden den RCC beim Jubiläumsumzug begleiten. Quelle: Joachim Wilisch
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Rathenow

Es soll ein Fest werden – bunt und närrisch im grauen November. Die Mitglieder des Rathenower Carnevalsclubs RCC wollen mit einem Festumzug auf das 50jährige Bestehen aufmerksam machen. Zwölf große Lastwagen sind bereits angemeldet, die durch die Stadt ziehen. Gastkarnevalisten sind dabei, es wird eine große Sache. Der Umzug endet am Märkischen Platz – jener zentrale Ort, der den Narren des RCC am besten geeignet erscheint, um auch noch einmal für die Abendveranstaltung zu werben. Denn zum Geburtstag gibt es auch eine Fremdensitzung.

Der RCC ist nicht allein

Allerdings: Der RCC ist an dem Tag nicht alleine in der Stadt Rathenow unterwegs. Unter dem Motto „Zwei Jahre Widerstand im Havelland“ hat das pegidaähnliche Bürgerbündnis Havelland für den 18. November ebenfalls zu einer Demonstration aufgerufen. Geplant war, dass die Frauen und Männer um den Bürgermeisterkandidaten Christian Kaiser vom Dunckerplatz (Hauptbahnhof) zum Märkischen Platz ziehen – wo sich auch der RCC einfinden will. Das Bürgerbündnis kündigt im Sozialen Netzwerk Facebook an, es werde auch „eine bekennende Patriotin“ aus Österreich“ sprechen.

Umfang schwer abschätzbar

Wie groß die Kundgebung des Bürgerbündnisses sein wird, ist schwer einzuschätzen. Zu den regelmäßigen Treffen im Stadtzentrum kommen zwischen 25 und 40 Personen, zu der letzten größeren Kundgebung kamen 50 bis 100 Bündnisanhänger.

Am Dienstag landete die Genehmigung für den Demonstrationszug des Bürgerbündnisses auf dem Schreibtisch von Jörg Zietemann bei der Rathenower Stadtverwaltung. Erste Versuche, auf einen möglichen Zusammenstoß des RCC mit dem Bürgerbündnis hinzuweisen, verhallten bei der Versammlungsbehörde – das ist die Polizeidirektion West in Brandenburg an der Havel. „Das geht so nicht“, sagte Zietemann am Donnerstag. Zumal nun auch das Aktionsbündnis „Tolerantes Rathenow“ zu einem Treffen eingeladen hatte, bei dem darüber geredet werden sollte, wie man sich dem Bürgerbündnis entgegenstellen könnte.

Lösung nach Kooperationsgespräch

Stress wäre vorprogrammiert, das konnte Zietemann schließlich am Donnerstag bei einem Gespräch mit Verantwortlichen in der Polizeidirektion deutlich machen. „Ich denke, es wird eine Lösung geben“, sagte er.

Im Polizeipräsidium suchte man das Gespräch mit Christian Kaiser. „Eine Versammlungsanmeldung vom Bürgerbündnis Havelland liegt vor“, so die Sprecherin der Polizeidirektion, Daiana Sawatzki-Kopppe. „Die Bestätigung erfolgte am Donnerstag.“ Man habe nach einem Kooperationsgespräch vereinbart, dass das Bürgerbündnis eine andere Wegstrecke nimmt.

RCC musste nicht fragen

Der Jubiläumsumzug des RCC sei nicht von der Polizeidirektion zu genehmigen, hieß es weiter. Das habe die Stadtverwaltung Rathenow im Zuge einer Straßensondernutzungserlaubnis abgearbeitet. Darum habe es auch keine Gespräche zwischen RCC und Polizeidirektion gegeben.

Ob und wie das Aktionsbündnis „Tolerantes Rathenow“ auftritt, ist noch nicht bekannt. Vorerst liegen der Polizeidirektion keine Anmeldungen für weitere Kundgebungen vor.

Gespräch im Kulturzentrum

Sicher ist hingegen, dass die Organisatoren des Musikfestes „Laut und Bunt“ zu einem Vortrags- und Gesprächsnachmittag in das Kulturzentrum einladen – ebenfalls zum 18. November ab 15 Uhr. Hardy Krüger wird hier einen Einblick in die jüngste Rathenower Geschichte des Rechtsextremismus geben. Im Anschluss folgt ein offener Dialog, schreiben die Veranstalter.

Es wird voll

Es wird voll in Rathenow – auch wenn sichergestellt scheint, dass die Teilnehmer der verschiedenen Veranstaltungen nicht aufeinandertreffen. Die Polizei werde ihren Mannschaftseinsatz so planen, dass es der Lage angepasst ist, hieß es bei der Polizeidirektion Rathenow.

Jörg Zietemann findet es dennoch ärgerlich, dass das Bürgerbündnis ausgerechnet am Festtag des RCC demonstriert und in der Stadt mit einem entsprechend großen Polizeiaufgebot zu rechnen ist. „Eigentlich sollte die Stadt dem RCC gehören.“

Von Joachim Wilisch

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