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Havelland Jürgen Goulbier verlässt die Kreisverwaltung
Lokales Havelland Jürgen Goulbier verlässt die Kreisverwaltung
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17:33 16.05.2018
Der havelländische Kreisbaudezernent Jürgen Goulbier (rechts) geht in den Ruhestand. Der Vorsitzende des Kreisbauausschusses, Knut Leitert, verabschiedete ihn. Quelle: Uwe Hoffmann
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Havelland

Er war einer von denen mit Erfahrung in der havelländischen Kreisverwaltung. Jetzt wird Landrat Roger Lewandowski auf den rat von Baudezernent Jürgen Goulbier verzichten müssen. Zur Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Montag verabschiedete sich Goulbier in den Ruhestand. Der beginnt zwar erst am 1. Juni, bis dahin hat er allerdings Urlaub.

Dank im Ausschuss

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Knut Leitert, dankte Goulbier in einer kurzen Ansprache für die konstruktive, parteiübergreifende Zusammenarbeit. „Die sachlichen Fragen haben immer im Mittelpunkt gestanden“, sagte Goulbier, der Mitglied der FDP ist. „Der Umgang miteinander war menschlich sehr warm. Ich werde mich im Ruhestand das ein und andere Mal an die Zeit zurückerinnern.“

Jürgen Goulbier (links) bei einem FDP-Kreisparteitag in Nauen. Quelle: Konrad Radon

Bereits seit 1988 ist Jürgen Goulbier politisch aktiv, wurde für die Liberaldemokratische Partei Deutschland (LDPD) in die Stadtvertretung Rathenow gewählt. Während der friedlichen Revolution 1989/1990 setzte er sich für einen politischen Neuanfang ein. Nach der ersten freien Kommunalwahl in der DDR am 6. Mai 1990 wurde er vom Kreistag zum Baudezernenten gewählt.

Spannende Herausforderungen

Jürgen Goulbiers Dienstzeit bot manche spannende Herausforderung. So begleitete und gestaltete er in verantwortlicher Position seit dem politischen Umbruch 1990 die Bau-Entwicklung der Region. Zuerst des Altkreises Rathenow, seit der Kreisfusion 1993 des Landkreises Havelland.

In diesen 28 Jahren wurden nicht nur politisch und kommunal neue Strukturen aufgebaut. Die gesamte Infrastruktur des Landkreises für den Verkehr, die Versorgung mit Energie, Wasser/Abwasser oder Kommunikationstechnik wurde, in den ersten Jahren mit umfangreicherer finanzieller Förderung durch EU, Bund und Land, saniert oder komplett neu geschaffen. Auch der Landkreis selbst trat immer wieder als Bauherr auf, so zum Beispiel für Neu- und Erweiterungsbauten für die Havelland Kliniken.

Der Bau von Flüchtlingsunterkünften war ein spannendes Projekt. Quelle: Tanja M. Marotzke

Zu den Herausforderungen der vergangenen Jahre zählte auch die Unterbringung der ins Havelland gekommenen Flüchtlinge. Aktuell beschäftigt die Bauverwaltung des Kreises ganz andere Probleme. „Bei Aufträgen für Bauleistungen, die der Kreis ausschreibt, bekommt man bei der anhaltenden Konjunktur zu wenig Angebote“, sagte Goulbier. „Als Ursache nennen die Unternehmen den Mangel an Fachkräften.“ So wurden bei einer aktuellen Ausschreibung für die Elektrotechnik für das Feuerwehrtechnische Zentrum in Friesack, im Rahmen des beschränkten Verfahrens, fünf Firmen in der Region einbezogen. Nur eine Firma gab ein Angebot ab.

Immer wieder im Brennpunkt

Allerdings stand das Bauamt und mit ihm Baudezernent Jürgen Goulbier auch immer wieder im Brennpunkt schwieriger Entscheidungen. Erinnert sei an das Gezerre um einen Holzhackschnitzelbetrieb in Göttlin, der letztendlich nach Sachsen-Anhalt verlegt wurde. Oder an die juristische Auseinandersetzung um die Sanierung des Bismarkturmes. Mitarbeiter des Bauamtes standen auch in der Kritik, als sie vor Jahren kurzerhand Privatgrundstücke betraten. Bundesweit erregte die Auseinandersetzung um die „Indianer“ von Rhinow Aufmerksamkeit. Die Leute, die in einfachen Hütten lebten, die nicht dem aktuellen Stand des Baurechts entsprachen, durften letztendlich in ihren Behausungen bleiben.

Jürgen Goulbier war Stellvertreter des Landrates. Quelle: Tanja M. Marotzke

Wer Jürgen Goulbier in der Kreisverwaltung folgt, ist noch ungewiss. Die Stelle des Baudezernenten war bereits ausgeschrieben. Aber unter den Bewerbern wurde kein geeigneter Kandidat gefunden. So wird Umweltdezernent Henning Kellner das Bauamt vorübergehend übernehmen.

Zeit für schöne Dinge

Jürgen Goulbier will sich nun anderen Dingen widmen: „Ich werde jetzt mehr Zeit für Haus und Garten haben.“ Und er will sich seinen Hobbys widmen. „Wie schon mein Vater, der achtfacher DDR-Meister wurde, bin ich begeisterter Flugmodellbauer. Früher habe ich gern Schach gespielt. Dafür ist nun auch wieder Zeit.“

Von Uwe Hoffmann und Joachim Wilisch

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