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„Jugend für Asyl“ setzt sich für Flüchtlinge ein

Petition zur geplanten Notunterkunft in Nauen „Jugend für Asyl“ setzt sich für Flüchtlinge ein

Die Initiative „Jugend für Asyl“ setzt sich mit einer Petition an den Landkreis Havelland für menschenwürdige Bedingungen in der geplanten Notunterkunft in Nauen ein. Ab September sollen rund 130 Asylbewerber für ein paar Monate übergangsweise in die Turnhalle am OSZ einziehen.

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Im Havelland wird zurzeit kontrovers über die Unterbringung von Flüchtlingen debattiert.

Quelle: dpa

Havelland. Mehr als 100 Flüchtlinge werden ab September übergangsweise in der Turnhalle des Oberstufenzentrums in Nauen untergebracht. Zum Jahresende sollen sie dann in die Containerunterkünfte nach Schönwalde und Dallgow-Döberitz umziehen. Aus diesem Anlass hat jetzt die Initiative „Jugend für Asyl“ (JufA)eine Petition an den Landkreis gestartet. Sie appelliert vorsorglich sowohl an den Landrat als auch an die Abgeordneten im Kreistag, menschenwürdige Unterbringungsbedingungen für diese Übergangszeit zu schaffen.

Dass die Unterbringung in einer Turnhalle überhaupt notwendig wird, bedauert die Initiative, zu der knapp 100 Jugendliche aus den Städten und Gemeinden Falkensee, Schönwalde, Brieselang und Nauen gehören. „Eine Turnhalle ist zur Unterbringung von Geflüchteten denkbar ungeeignet – aber scheinbar ist die Unterbringung trotzdem unvermeidlich“, sagen die beiden Sprecher der Initiative Markus Kollberg und Martin Nguyen. Denn ohne eine solche Unterkunft sei es unmöglich, die ankommenden Flüchtlinge unterzubringen, heißt es.

In der Petition werden vier Forderungen aufgemacht: So soll der Betreuungsschlüssel mindestens sechs zu hundert betragen, es ist für eine medizinisch/psychologische Betreuung der Asylbewerber zu sorgen und darüber hinaus für einen permanenten Wachschutz, „der die Asylbewerber vor Übergriffen rechtsradikaler Gewalttäter schützt“. Des Weiteren fordern die Jugendlichen eine vollwertige Verpflegung für jeden Bewohner, die seinem kulturellen und religiösen Bedürfnis gerecht wird. Die Initiative macht aber auch deutlich, dass die Turnhallenlösung so schnell wie möglich zu beenden „und die Einrichtung von weiteren Notunterkünften in Turnhallen durch eine langfristige Planung zu vermeiden“ ist.

Jetzt werden Unterschriften gesammelt – online und auf der Straße. Geplant ist nach Auskunft von Markus Kollberg, dass die Petition dann in der nächsten Woche an den Landrat übergeben wird.

Wie der Landkreis am Montag auf Anfrage mitteilte, hatte die Verwaltung bis zum Mittag noch keine Kenntnis von der Petition. Aus diesem Grund werde Landrat Burkhard Schröder sich erst zu einem späteren Zeitpunkt dazu äußern, hieß es.

„Jugend für Asyl“ hat sich am 15. Juni gegründet und setzt sich für die Integration von Flüchtlingen und ge- gen Rechtsextremismus ein. Die Initiative sei parteiunabhängig, betont Kollberg. Das Altersspektrum der Sympathisanten – Schüler, Studenten und Azubis – reicht von 15 bis 25 Jahren. Ein Kern von etwa zehn jungen Leuten trofft sich wöchentlich, um Projekte zu planen. Zum Tätigkeitsfeld gehören auch Workshops zu „Flucht und Migration“, so wie beispielsweise nächste Woche am Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee. Zudem nimmt die JufA an Demonstrationen gegen Rechtsradikale teil. Zuletzt unterstützten sie in Nauen die Heimbefürworter. „Wir liefern ein Beispiel dafür, dass Jugendbeteiligung funktionieren kann“, sagt Martin Nguyen.

Von Andreas Kaatz

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