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Alles Musik: Wenn Amy auf Amadeus trifft

„Jugend musiziert“-Regionalwettbewerb Alles Musik: Wenn Amy auf Amadeus trifft

306 Nachwuchsmusiker sind am Freitagvormittag in Rathenow in die Wertungsprüfungen des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ gestartet. An vier Spielorten stellten sich die Talente den Fachjurys. Die Palette der Darbietungen reichte von der Renaissance-Komposition bis zum aktuellen Popsong.

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Heinrich Biskup (vorne) und Petrick Aaron von der Musikschule Prignitz, spielten im Blauen Saal vor.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Über 300 Musiker, dutzende Lehrer, unzählige Helfer und jede Menge flatternde Nerven: Am Freitag herrschte in Rathenow der musikalische Ausnahmezustand. Aus allen Ecken Westbrandenburgs waren Talente in die havelländische Kreisstadt gereist, um sich beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ für die Region Brandenburg West von fachkundigen Jurys bewerten zu lassen.

An vier Spielorten gaben Sänger und Instrumentalisten ab 9 Uhr den Ton an: im Kulturzentrum, in der „Alten Mühle“ am Schwedendamm, in der Musik- und Kunstschule Havelland in der Bammer Landstraße und in der Weinberg-Aula. Am Abend gab es eine öffentliche Abschlussveranstaltung im Theatersaal des Kulturzentrums mit Preisverleihung und Konzert. Am Samstag geht der musikalische Marathon, der zum mittlerweile neunten Mal in Rathenow stattfand, weiter.

Hektik in den Gängen, Stille im Theatersaal

Besucher, die am Freitagmorgen das Kulturzentrum betraten, bekamen eine Ahnung vom Ausmaß und von der Bandbreite der Veranstaltung. Junge Leute auf der Suche nach ihrem Auftrittsort wuselten durch Foyer, im Schlepptau die Lehrer. Und nicht selten bildeten die Eltern die Nachhut der Minitrupps. So hektisch es in der Halle und in den Gängen zuging, so konzentriert still war es in den Vorführräumen. Als Lara Schwarz die große Bühne im Theatersaal betrat, konnte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören.

Die 12-Jährige, die an der Musikschule Kleinmachnow Gesangsunterricht erhält, trat in der Kategorie Gesang (Pop) solo an und hatte sich wahrlich kein leichtes Programm zusammengestellt. Vor allem „Back to black“, eines der Lieder, die Amy Winehouse unsterblich gemacht haben, verlangte ihr stimmlich alles ab. Sie machte ihre Sache gut. So wie Quirin Schuldt aus Falkensee, der unter anderem einen Song von Bruno Mars zum Besten gab.

Dass sich bei einem Zwölfjährigen die Liedzeile „Meet a really nice girl, have some really nice sex“ wohl noch nicht aus dem eigenen Erfahrungsschatz speist – egal. In der Kunst ist das erlaubt. Und für den, der das nicht verstehen wollte, lieferte Quirin die Erklärung mit einem Max Raabe Song nach: „Kleine Lügen tun nicht weh“.

Großer Auftritt im Theatersaal

Großer Auftritt im Theatersaal: Quirin Schuldt aus Falkensee sang Lieder von Bruno Mars und Max Raabe.

Quelle: Markus Kniebeler

Von Amy im Erdgeschoss konnten sich Besucher zu Amadeus vorarbeiten, der nur eine Etage höher hoch im Kurs stand. Heinrich Biskup (Querflöte, 10 Jahre) und Petrick Aaron (Klavier, 11 Jahre) von der Kreismusikschule Prignitz interpretierten ein Divertimento Mozarts derart gekonnt, dass jemand mit geschlossen Augen nie geahnt hätte, dass dieser Wohlklang von zwei Jungs stammten, die am Anfang ihrer musikalischen Laufbahn stehen.

Natürlich gab es am Freitag neben bravourösen Leistungen auch den ein oder anderen schiefen Ton, gab es auch Tränen. Aber meist waren die schnell wieder getrocknet. „Nächstes Jahr machst du einfach wieder mit“, tröstete eine Mutter ihre Tochter. Die schluchzte zwar noch, aber fünf Minuten später sah man sie schon wieder lächelnd durchs Foyer wuseln.

Wettbewerb mit Tradition

Zum 53. Mal wird in diesem Jahr der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ausgetragen.

Zum Regionalausscheid in Rathenow traten 306 Teilnehmer zwischen 8 und 18 Jahren an. Bundesweit sind es rund 20 000 Teilnehmer.

Wer bei den Wertungsspielen 23 von 25 Punkten erzielt, darf am Landeswettbewerb teilnehmen, der vom 10. bis 12. März in Schwedt stattfindet.

Dort kann man sich für das Bundesfinale vom 12. bis 19. Mai in Kassel qualifizieren.

Von Markus Kniebeler

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