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Jugend trifft Politik

Falkensee Jugend trifft Politik

Die Direktkandidaten der sechs aussichtsreichsten Parteien für die Bundestagswahl stellten sich am Mittwoch den Fragen von über 300 Schülern in der Falkenseer Stadthalle. Es ging um Wohnraum, Ehe, Sicherheit und Wählen ab 16.

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In der Falkenseer Stadthalle stellten sich die Direktkandidaten für die Bundestagswahl am Mittwoch den Fragen von rund 300 Schülern.

Quelle: Danilo Hafer

Falkensee. Zwar dürfen die meisten Jugendlichen im Havelland bei der Bundestagswahl am 24. September noch nicht ihre Stimme abgeben, da sie noch unter 18 Jahre alt sind, dennoch ließen es sich rund 300 Jugendliche nicht nehmen, den Direktkandidaten der sechs aussichtsreichsten Parteien auf den Zahn zu fühlen. Auf Einladung der Falkenseer Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie stellten sich Harald Petzold (Linke), Volkmar Richter (FDP), Petra Budke (Grüne), Uwe Feiler (CDU), Benjamin Grimm (SPD) und Christian Schmidt (AfD) am Mittwoch in der Stadthalle Falkensee den Fragen der Schüler.

Diskussion anhand konkreter Thesen

In einer lockeren Einführungs - und Vorstellungsrunde erfuhren die Schüler unter anderem, dass sich Harald Petzold bereits als Siebenjähriger gegen den Vietnamkrieg engagierte und Benjamin Grimm mit 32 Jahren der jüngste Kandidat in der Runde ist. Anschließend kamen die beiden Moderatoren Markus Kollberg und Erik Koszuta schnell zu den wirklich wichtigen Themen. Dazu suchten sich die beiden 21-Jährigen jeweils konkrete Thesen heraus, zu denen die Bundestagskandidaten Stellung beziehen sollten.

So ging es um die bereits viel diskutierte und eigentlich beantwortete Frage, ob die Ehe auch für andere Partnerschaftsformen geöffnet werden sollte. Von Christian Schmidt (AfD) kam dazu ein klares Nein. „Für mich ist die Ehe als Begriff eine Verbindung zwischen Mann und Frau“, erklärte er. Auch der Christdemokrat Uwe Feiler hält die Ehe für eine Verbindung zwischen Mann und Frau, so verstehe er auch das Grundgesetz. Ganz anders bei Grünen und Linken. „Wenn sich Menschen lieben, sollten sie auch Verantwortung für einander übernehmen dürfen, egal ob Mann und Frau oder Mann und Mann. Alles andere ist Diskriminierung“, so Linkenpolitiker Petzold. Bei einer symbolischen Abstimmung sprach sich auch eine klare Mehrheit der Schüler für die Öffnung der Ehe aus.

Politiker halten Wahlrecht ab 16 für sinnvoll

Nicht ganz so klar war das Meinungsbild hingegen bei der Frage, ob Jugendliche bereits mit 16 Jahren den Bundestag wählen sollten. Während die Politiker dafür waren, gab es unter den Jugendlichen einige Gegenstimmen und Enthaltungen. „Ich bin jetzt 16 Jahre alt und fühle mich ehrlich gesagt noch nicht reif genug, den Bundestag zu wählen“, sagte einer der Schüler. „Den Landtag darf man auch mit 16 wählen, warum also nicht auch den Bundestag?“, erwiderte ein anderer. So sah es auch das Podium. „Viele Erstwähler informieren sich doch meist viel stärker als ältere Wähler, daher ist Wählen ab 16 sinnvoll“, sagte Benjamin Grimm. Am Mittwoch zeigte sich jedoch, dass nur sehr wenige Jugendliche die aktuellen Bundestagsabgeordneten Feiler und Petzold kannten. Für letzteren ein klares Zeichen dafür, dass das Fach Politische Bildung wieder verpflichtend an den Schulen unterrichtet werden sollte.

Was tun gegen gefährliche Einwanderer?

Während der gesamten Veranstaltung durften die Jugendlichen selbst Fragen stellen oder diese auf Zettel schreiben. So fragte eine Schülerin, wie die Politiker gefährliche Einwanderer stoppen wollen. Uwe Feiler hält ein europäisches Einreiseregister und elektronische Fußfesseln für bekannte Gefährder als sinnvollste Lösung. Das bringe rein gar nichts, sagt Grimm. Grüne und Linke wollen hingegen auf Früherkennung und mehr Sozialarbeiter setzen. Schmidt von der AfD verlangt die Wiedereinführung der Grenzkontrollen.

Schülern wollen bezahlbaren Wohnraum

Eine weitere Frage, die den Schülern unter den Nägel brannte, war die nach bezahlbarem Wohnraum für junge Erwachsene. „Es gibt ganz viele Ideen in diesem Bereich, wir fordern etwa die Senkung der Grunderwerbssteuer“, erklärte Volkmar Richter (FDP). Bei den Jugendlichen sorgte dies jedoch eher für Fragezeichen. „Wir brauchen mehr sozialen Wohnungsbau und müssen auch andere Wohnformen fördern, damit alle Generationen besser zusammenleben können“, so Petra Budke. Mehr bezahlbaren Wohnraum fordert auch die Linke.

U-18-Wahl für Schüler

Noch bis zur nächsten Woche können die Schüler nun ihre Stimme bei der U-18-Wahl abgeben. Die Wahl wird deutschlandweit in den Schulen durchgeführt und soll zeigen, wie die Jugendlichen gewählt hätten, wenn sie am 24. September stimmberechtigt wären.

Von Danilo Hafer

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