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Havelland Ausschuss will Ombudsperson installieren
Lokales Havelland Ausschuss will Ombudsperson installieren
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10:06 28.04.2018
Demonstration vor dem Jugendamt in Rathenow Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Immer wieder steht das Kreisjugendamt im Zentrum von Auseinandersetzungen. Die Fälle um das Mädchen Daria, die bei ihrem Vater lebt und zur Mutter soll oder ein weiterer Sorgerechtsfall, in dem ein Kind zum Vater will aber der Mutter zugesprochen ist, sorgen immer wieder für Aufregung. Demonstrationen vor dem Jugend amt und dem Oberlandesgericht, Polizeiaktionen – die jeweiligen Parteien in den Sorgerechtsverfahren lassen wenig aus.

Ohne Emotionen

Wolfgang Seelbach, Kreistagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen glaubt, dass manche Entscheidung des Jugendamtes nur besser erläutert werden müsse. „Das ist aber nur selten möglich, wenn die Emotionen hochkochen.“ Darum solle möglichst eine Ombudsperson solche Auseinandersetzungen schlichten. Im Idealfall könne eine Partei in einem Sorgerechtsverfahren die Ombudsperson anrufen. Dann werde geschlichtet.

Wolfgang Seelbach, Kreistagsabgeordneter Bündnnis 90/Die Grünen. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Ob so eine Schlichtung helfen wird, dazu gibt es wenig Belege. Immerhin werden in anderen Bundesländern Ombudspersonen eingesetzt. Und Wolfgang Seelbach erinnerte an andere Einrichtungen, in denen ähnliche Stellen hilfreich sind. „Da kann man sogar den Klassensprecher noch dazuzählen.“ Andererseits stehen sich in Sorgerechtsverfahren meist zwei Parteien gegenüber, die zunächst nur darauf aus sind, jeweils ihr Recht durchzusetzen – ohne Rücksicht darauf, dass meistens Kinder involviert sind.

Information und Wissen

Seelbach trug sein Anliegen bei einer Sitzung des Kreistages in Rathenow vor und zitierte das Bundesverfassungsgericht. „Noch immer werden zu viele Kinder zu schnell in Obhut genommen“, sagte er. Die Ombudsperson beaufsichtige nicht das Jugendamt aber es gebe eine unabhängige Stelle, die Entscheidungen prüft. „Es geht um Information und Wissen.“

Michael Koch (CDU) will die Diskussion im Jugendhilfeausschuss fortsetzen. „Das wäre schon deshalb gut, weil der Jugendhilfeausschuss eine Sonderstellung hat und in der Lage ist, solche Auseinandersetzungen zu regeln.“ Es habe auch schon Fälle gegeben, so Koch, in denen der Jugendhilfeausschuss vermitteln konnte.

Nächste Debatte im Jugendhilfeausschuss

Einstimmig wurde der Antrag der Grünen in den Jugendhilfeausschuss verwiesen. Gerhard Stackebrand (Bauern) machte allerdings klar: „Der Landkreis Havelland ist so groß, da wird eine Ombudsperson nicht reichen.“

Von Joachim Wilisch

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