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Havelland Jugendhof Brandenburg feiert 25. Geburtstag
Lokales Havelland Jugendhof Brandenburg feiert 25. Geburtstag
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15:35 01.09.2017
Bewohner und Betreuer des Jugendhofes Brandenburg haben Freitag gefeiert. Quelle: Tanja M. Marotzke
Berge

Luftballons mit den Wünschen der Bewohner, Betreuer und Gäste des Jugendhofes Brandenburg stiegen am Freitagmittag in den Himmel über Berge auf. Ob es noch 25 Ballons waren – also einer für jedes Lebensjahr der Einrichtung – blieb unklar, weil schon vorher der eine oder andere der bunten Dinger explodierte.

„Mit pädagogischem Geschick, starkem Willen und viel Geduld und natürlich den Bewohnern als Herzstück haben wir alle es geschafft, den Jugendhof bis heute entgegen jeder anfänglichen Kritik zu erhalten und zu führen“, sagte die Vorstandsvorsitzende des 1991 gegründeten Vereins Jugendhof Brandenburg Annette Kelb-Jahncke. Dabei blickte sie in die Gesichter der 14 Mädchen und Jungen, die im Moment auf dem Hof leben. Und sie blickte auf die vielen Geschenke und Blumen, die die Gäste zum 25. Geburtstag mitgebracht hatten.

„Es ist schwer eine solche soziale Einrichtung aufzubauen, aber noch schwer ist es, sie zu halten“, würdigte Landwirt Peter Kaim, der in Berge wohnt und mit dem Jugendhof einige Projekte gemacht hat. Er übergab einen kleinen Kirschbaum.

Das Konzept des Jugendhofes hat für Brandenburg nach wie vor Modellcharakter: Junge Leute, die psychisch beeinträchtigt sind, aus zerrütteten Elternhäusern kommen oder Straftaten begangen haben,

Zum Geburtstag gab es auch neue T-Shirts. Quelle: Tanja M. Marotzke

wird die Möglichkeit geben, auf einem landwirtschaftlich und ökologisch geprägtem Hof den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden.

Wie gut das funktioniert zeigen die Zahlen: Mehr als 230 Mädchen und Jungen von 13 bis 22 Jahren aus allen teilen Deutschlands haben auf dem Jugendhof seit 1992 vorübergehend gelebt – „die Verweildauer schwankt zwischen sechs Monaten und vier Jahren", weiß Geschäftsführerin Gudrun Klinner. Sie gehört genauso zum Team der ersten Stunde wie die Vorstandsmitglieder Knut Sprenger und Günter Neumeister. Letzterer war es auch, der als damaliger Landtagsabgeordneter auf politischer Ebene für die Vereinsgründung warb und damit die Idee vom späteren Jugendhofleiter Hans-Friedrich Jahncke umzusetzen half. „Wir mussten verschiedene Fördertöpfe in mehreren Ministerien anzapfen, weil der Jugendhof in keine Schublade passte“, erinnert sich Annette Kelb-Jahncke. Heute finanziert sich die Einrichtung vor allem aus Geldern der Jugendhilfe, also von Jugendämtern, die Jugendliche nach Berge schicken. Etwa 20 Betreuer, darunter sind Tagesbetreuer und pädagogisches Personal, kümmern sich um die jungen Bewohner.

Die leben in drei Wohngruppenhäusern, werden fast täglich stundenweise vor Ort von Lehrern der Kooperationsschule Friesack unterrichtet. Ein Bewohner, der 16-jährige Domenik aus Dortmund, der inzwischen seit drei Jahren auf dem Hof zu Hause ist, wird jeden Tag zur Förderschule nach Rathenow gefahren und wieder abgeholt.

Zum geregelten Tagesablauf der Bewohner gehört auch, in der Holzwerkstatt, in der ökologischen Landwirtschaft, in der hauseigenen Küche und bei den Tieren mitzuarbeiten. „Gerade das therapeutische Reiten ist so wichtig. Es löst manchen Knoten bei den Jugendlichen“, sagt Annette Jahncke. Sie ist sich sicher, dass der Jugendhof eine Perspektive hat, was die steigende Nachfrage der Jugendämter nach Plätzen unterstreicht. „Ich freue mich auch, denn aus der Vision meines verstorbenen Mannes ist eine Einzigartigkeit geworden.“

Von Jens Wegener

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