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Wustermarker Jugend macht Politik

Jugendliche im Havelland wollen mitbestimmen Wustermarker Jugend macht Politik

Die beiden Schüler Pascal Arras und Fabian Streich begannen bereits vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen für das Projekt „Kinder- und Jugendparlament Wustermark“. „Das war damals eine sehr spontane Idee“, sagt Fabian. Der 18-Jährige war zuvor schon aktiv im Ort. Dann wollte er gemeinsam mit anderen Jugendlichen noch mehr bewegen.

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Das Kinder- und Jugendparlament vor dem Rathaus in Wustermark (v. l.): Penelopee Schindler (12), Alida Grunwald (12), Florian Zimmermann (18), Pascal Arras (18), Fabian Streich (18), Rebecca Nuger (18).

Quelle: markus kollberg

Wustermark. Die Jugend von heute ist faul und taugt zu nichts mehr. Das sagte schon der griechische Philosoph Sokrates und auch heute noch müssen sich Jugendliche so manche Schimpftirade über ihr schlechtes Benehmen und ihre Einstellung zum Leben gefallen lassen. Ein häufiger Vorwurf ist auch, dass sich die jungen Menschen nicht mehr für Politik interessieren würden.

In der Tat, für eine lange Zeit war „Jugendbeteiligung“ nicht mehr als ein leere Worthülse in der Region. In Falkensee beispielsweise, war der letzte Versuch der Lokalpolitiker ein Jugendparlament zu initiieren, vor drei Jahren am mangelnden Interesse der Jugendlichen gescheitert. Ein knappes Dutzend junger Menschen aus Wustermark, lässt sich von den Negativbeispielen aber nicht abschrecken. Im Gegenteil, am ersten Juni dieses Jahres gründeten sie offiziell das „Kinder- und Jugendparlament Wustermark“. Initiiert wurde das Jugendparlament dabei aus den Reihen der Jugendlichen.

Vorbereitungen begannen vor 2 Jahren

Die beiden Schüler Pascal Arras und Fabian Streich begannen bereits vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen für dieses Projekt. „Das war damals eine sehr spontane Idee“, sagt Fabian. Der 18-Jährige, der im nächsten Jahr am Oberstufenzentrum in Nauen sein Abitur ablegen wird, war zuvor schon aktiv im Ort. Dann wollte er gemeinsam mit anderen Jugendlichen noch mehr bewegen. Fabian ist einer der ältesten in der Reihe der engagierten Jugendlichen. Die Jüngsten Nachwuchs-Parlamentarier sind erst zwölf Jahre alt und wollen trotzdem schon etwas für die Kinder in Wustermark bewegen. „Wir sind eine gesunde Mischung, von Jugendlichen aus allen Altersstufen“, bringen es Fabian und Pascal auf den Punkt. Das erste große Projekt der Jugendlichen war ein Sommer- und Sportfest in der Gemeinde im vergangen Jahr. Das „kleine Volksfest“ dabei ein so großer Erfolg, dass es in diesem Jahr wiederholt werden soll.

Am 5. September wollen sie den Wustermarkern zahlreiche Attraktionen bieten. Vom Kleinfeld-Fußball, übers Ponyreiten und Büchsen-Werfen soll für jeden etwas dabei sein. Deswegen müssen jetzt Förderanträge geschrieben, Genehmigungen eingeholt und Versicherungen abgeschlossen werden.

Sie wissen genau, was sie tun

Mangelnde Professionalität kann man den Jugendlichen rund um Pascal und Fabian dabei definitiv nicht vorwerfen – sie wissen genau was sie tun. Bei jeder Sitzung wird Protokoll geführt und die einzelnen Beschlüsse fachgerecht vermerkt, Fördermittelanträge werden mit größter Sorgfalt ausgefüllt und genaue Planungen für den Einkauf von Lebensmitteln aufgestellt. Dabei lassen sie sich auch nicht davon abhalten, dass ihnen eine demokratische Legitimation noch vollkommen fehlt.

„Demokratie leben“

In Oberkrämer in Oberhavel hat sich die „Jofok 23“ zusammengefunden, die „Junge Offensive für Oberkrämer“. Zweimal im Monat trifft sich die Gruppe Jugendlicher im „Haus der Generationen“ in Vehlefanz.

Ihr Ziel: sich für die jungen Leute in der Gemeinde stark machen. Neuerdings gibt es zwei Briefkästen im Ort. Darin können Kinder und Jugendliche auf Zetteln äußern, was ihnen fehlt, was sie sich wünschen und was sie schon immer sagen wollten. Diese Hinweise sollen ebenfalls ausgewertet werden.

In Oranienburg fand kürzlich zum zweiten Mal ein Jugendforum statt. Auch dort konnten junge Leute sagen, was ihnen in der Stadt gefällt und was nicht. Einige der Anregungen sollen bald umgesetzt werden. Auch ein Jugendparlament hat sich in der Oberhavel-Kreisstadt zusammengefunden.

In Falkensee im Havelland bereiten Jugendliche aktuell ein großes Jugendforum vor. Unterstützt werden sie dabei mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“. rt

„Wirkliche Wahlen, sind noch nicht in konkreter Planung. Wir probieren zunächst, ein Rederecht in allen Ausschüssen zu bekommen“, erklärt Fabian die nächsten Schritte. Außerdem erarbeiten die Engagierten eine Umfrage, in der alle Jugendlichen aus dem Ort ihre Wünsche an die Lokalpolitik formulieren können. Mitmachen kann im Parlament grundsätzlich jeder Jugendliche aus Wustermark. Die einzigen Voraussetzungen sind eine gewisse Zuverlässigkeit und der Spaß am Engagement. Doch obwohl momentan alle Projekte des Parlaments nach Plan laufen, sind schon die nächsten Herausforderungen abzusehen.

In einem Jahr werden Pascal und Fabian mit der Schule fertig sein. Danach wollen sie vielleicht für ein Jahr ins Ausland gehen. „Wir suchen also dringend Nachwuchs“, sagt Fabian. Noch schwieriger aber war der Anfang des Projekts: „Da geht es darum alle beteiligten Parteien -also Jugend, Verwaltung und Politik- an einen Tisch zu bekommen“, erklären die beiden. Diese Phase haben die Jugendlichen in Wustermark inzwischen gut überstanden, besonders von den Gemeindevertretern wurden sie sehr unterstützt. Hoffentlich meistern sie auch die nächsten Herausforderungen. Spätestens dann ist ihr Modell absolut vorbildtauglich für die anderen Städte in der Region.

Von Markus Kollberg

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