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Jugendliche informieren sich über Ausbildungswege

Die Zukunft in trockenen Tüchern Jugendliche informieren sich über Ausbildungswege

Die Festwoche, mit der die Berufliche Schule für Sozialwesen in Premnitz ihr 20-jähriges Bestehen feiert, läuft auf vollen Touren. Am Donnerstag hat die Festwoche ihren Höhepunkt: die feierliche Namensverleihung. Die Bildungsstätte soll den Namen "Sophie Scholl" erhalten. 

Premnitz. Am Mittwoch kommen Kindergruppen aus ihren Partnereinrichtungen und führen für Schüler und Personal der Fachschule kleine Kulturprogramme auf. Erwartet werden die Trommelgruppe der Förderschule Spektrum aus Rathenow, die Inge-Sielmann-Grundschule aus Milow, die Kita Havelspatzen aus Döberitz, die katholische Kita St. Maria aus Rathenow, die Kleine Grundschule aus Hohennauen sowie die Dachsberggrundschule und die Oberschule aus Premnitz.

Am Donnerstag hat die Festwoche ihren Höhepunkt. Um 10 Uhr beginnt im Gasthaus Retorte eine Festveranstaltung. Um 12 Uhr folgt am Schulgebäude die feierliche Namensverleihung. Die Bildungsstätte soll den Namen "Sophie Scholl" erhalten. Die junge Frau gehörte in der Zeit des Nationalsozialismus zur Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Sie wurde beim Verteilen von Flugblättern 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Viele Jahre hatten schon zuvor an diesem Ort die Polytechnische Oberschule und die Grundschule den Namen Geschwister Scholl getragen. Sophie Scholl hatte 1940 eine Ausbildung zur Kindergärtnerin begonnen, auch in der Fachschule werden Kindergärtnerinnen ausgebildet. Den Abschluss des morgigen Tages bildet ein Schulball im Kulturzentrum Rathenow.

Träger der Beruflichen Schule für Sozialwesen, Alte Hauptstraße 24 in Premnitz, ist der Bezirksverband Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Sie ist die einzige Schule mit einem freien Träger im Westhavelland und vereint gewissermaßen zwei Schulen unter einem Dach. Da ist zunächst die Berufsfachschule, wo in zweijährigen Lehrgängen Sozialassistenten ausgebildet werden. Die Berufsausbildung wird nicht selten genutzt, um einen Abschluss zu erwerben, der zum anschließenden Besuch der Fachschule berechtigt. Diese bildet in dreijährigen Lehrgängen Erzieher und Heilerziehungspfleger aus.

Sophie Scholl

  • Sophie Scholl wurde 1921 geboren und gehörte in der Zeit des Nationalsozialismus zusammen mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Hans zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.
  • Ihr Bruder und sie verteilten im Februar 1943 in der Münchner Universität Flugblätter. Dabei wurden sie entdeckt und verhaftet.
  • Der Volksgerichtshof unter Roland Freisler verurteilte sie und ihren Bruder bereits vier Tage später zum Tode. Kurz danach wurden beide mit der Guillotine enthauptet.
  • Vor ihrem Studium hatte Sophie Scholl im Jahr 1940 eine Ausbildung zur Kindergärtnerin begonnen.

Am Dienstag hatte die Berufliche Schule Mädchen und Jungen aus den 9. und 10. Klassen der Region und vom Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW) zu Schnupperstunden eingeladen. Es gab fünf 30-minütige Workshops: Babypflege, Basteln von Dekorationen, gesundes Essen, Spaß mit Bewegung und Hip-Hop-Tanz. "Das sind fast alles Themen, die wir auch in der Ausbildung haben", hat Schulleiterin Kerstin Müller erklärt.

Bei der Babypflege konnte mit Puppen umgegangen werden, die neugeborenen Kindern sehr ähnlich sind. Die Fachschüler zeigten und erklärten das Baden, die Arten der Babynahrung und das Windeln. In einem anderen Workshop bereitete Katrin Hofschläger, Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale, mit den Schülern eine italienische Gewürzsoße namens Pesto zu. Sie hatte frische Zutaten wie Basilikum, Rukola, Pinienkerne, Olivenöl und Knoblauch eingekauft ‒ und am Ende konnte das Erzeugnis auf Kaviarbrot gekostet werden.

Im Deko-Workshop wurden Geschenkkarten in Fadentechnik gestaltet. Dazu stanzten die Fachschüler mit Schablonen Löcher in das Papier und zeigten ihren Gästen dann, wie mit verschiedenfarbigen Fäden hübsche Muster gestaltet werden. Neben dem Hip-Hop-Workshop, in dem stilecht getanzt wurde, widmete sich ein weiterer Workshop in der Turnhalle der Bewegungserziehung. Unter anderem hatten die Fachschüler Stationen aufgebaut, bei denen die Jugendlichen dem Leben von Behinderten nachspüren konnten, mit denen Heilerziehungspfleger arbeiten. Sie konnten einen Parcours mit Rollstühlen befahren und Pfeile auf eine am Boden liegende Zielscheibe werfen, die für Menschen mit Handicaps vorgesehen ist.

Von Bernd Geske

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