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Jugendzeichengruppe trifft sich jede Woche

Falkensee Jugendzeichengruppe trifft sich jede Woche

Dass Udo Bolinski in seinem Element ist, merkt man sofort, wenn man ihm und seiner Jugendzeichengruppe im Johannes-R.-Becher-Kulturhaus in Falkensee beim Arbeiten zuschaut. Am großen Tisch im ersten Obergeschoss des historischen Gebäudes treffen sie sich jede Woche, um zu malen, zu zeichnen und neue Techniken kennenzulernen.

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Die Jugendzeichengruppe in Falkensee trifft sich jede Woche im Johannes-R.-Becher-Kulturhaus.

Quelle: Markus Kollberg

Falkensee. „Verena, schwarzes Blatt und weiße Farbe, das wird ein toller Kontrast. Maurice, arbeitest du an deiner Flasche weiter?“

Dass Udo Bolinski in seinem Element ist, merkt man sofort, wenn man ihm und seiner Jugendzeichengruppe im Johannes-R.-Becher-Kulturhaus in Falkensee beim Arbeiten zuschaut. Am großen Tisch im ersten Obergeschoss des historischen Gebäudes treffen sie sich jede Woche, um zu malen, zu zeichnen und neue Techniken kennenzulernen.

Bolinski, der hauptberuflich als Künstler arbeitet und Inhaber einer Werbeagentur ist, gibt in der Zeichengruppe als ehrenamtlicher Lehrer die grobe Richtung vor, und seine jugendlichen Schüler entscheiden dann, was genau sie lernen und erarbeiten wollen. „Wir haben schon die verschiedensten Techniken ausprobiert. Aquarell und Kalligraphie beispielsweise“, erklärt er.

Beginnen tut aber jeder neue Schüler mit dem Bleistift und einer Rolle Toilettenpapier. Denn Bolinski ist überzeugt, dass grundsätzlich jedes Objekt nur aus Kreisen, Rechtecken und Zylindern besteht. Diese Formen ließen sich an einer Toilettenpapierrolle am besten üben, sagt er.

Davon war zunächst auch Maurice Noske aus Schönwalde-Glien überrascht. Der 18-Jährige ist das neueste Mitglied in der Zeichengruppe und arbeitet aktuell an der Zeichnung einer Flasche. „Natürlich war das am Anfang etwas komisch, ein solches Alltagsobjekt zu zeichnen, aber eine gute Grundlagenausbildung gehört dazu, wenn man später auch Schwierigeres darstellen will“, sagt er.

Das bestätigt auch Kendra Springer. Sie nimmt inzwischen seit fast zehn Jahren Zeichenunterricht bei Bolinski und hat ihre Bilder auch schon an verschiedenen Stellen in Falkensee ausgestellt. Momentan hängen sie neben den andern Werken der Zeichenschüler im großen Saal des Kulturhauses. „Mir macht das Zeichnen auch nach zehn Jahren noch großen Spaß. Wir machen immer wieder neue Dinge und es wird nicht langweilig“, erklärt die 18-jährige Falkenseerin. Dabei freut sie sich auch immer über Lob, das Ausstellungsbesucher für ihre Bilder aussprechen.

Kendra möchte in Zukunft aber nicht nur als Hobby malen, sondern auch ihr Geld damit verdienen. Deswegen plant sie eine Ausbildung zur Grafikdesignerin zu machen.

Mit ihrem künstlerischen Talent später einmal Geld zu verdienen, könnten sich auch Verena Schulz und Christine Langer vorstellen, auch wenn sie noch nicht genau wissen, was sie nach der Schulzeit machen möchten. „Möglichkeiten gibt es viele“, betont ihr Lehrer.

So stünden talentierten Zeichnern grundsätzlich auch Türen in der Werbeindustrie und beispielsweise in der Maskenbildnerei offen. „In anderen Kursen haben wir auch schon an Bewerbungsmappen für die Universität der Künste gearbeitet“, sagt er.

Dabei ist Lobinski wichtig zu betonen, dass der Kurs jedem interessierten offen steht. „Jeder kann zeichnen lernen“, ist sein Motto, und wenn man die ausgestellten Bilder seiner Schützlinge betrachtet, glaubt man das gerne.

Trotzdem sehen die Nachwuchskünstler selber noch Optimierungsbedarf. „Ich würde gerne Hände richtig gut zeichnen können“, sagt die 17-jährige Verena. Ihre Kurspartnerin Alina Ruegenberg ergänzt: „Toll wäre es auch, wenn man Bewegungsskizzen richtig schnell darstellen könnte, aber das ist natürlich sehr schwierig. Schließlich erfordert Zeichnen viel Geduld.“ Außerdem ist es ihr wichtig, dass sie mit ihren Bildern auch eine Botschaft übermitteln kann.

Das sehen die anderen Kursteilnehmer genauso und daher verwundert es nicht, dass sie, gefragt nach ihrem größten Wunsch, weniger klassische Kunst als dem modernen Star der Street-Art-Szene Banksy als Vorbild sehen.

Von Markus Kollberg

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