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Havelland Junge Pfarrerin geht bewusst aufs Land
Lokales Havelland Junge Pfarrerin geht bewusst aufs Land
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00:44 12.03.2018
Christine Gebert hat sich bewusst für eine Pfarrstelle auf dem Land entschieden. Quelle: Danilo Hafer
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Ribbeck

Wenn Christine Gebert Freunden und Kommilitonen erzählt, dass sie sich für eine Pfarrstelle auf dem Land entscheiden hat, erntet sie häufig skeptische Reaktionen. „Viele wollen nicht glauben, dass ich freiwillig dorthin gehe“, erzählt sie. Doch die 30-Jährige hat sich ganz bewusst für den Pfarrsprengel Berge im Evangelischen Kirchenkreis Nauen-Rathenow entschieden. Am 1. März hat sie dort ihren zweijährigen Probedienst aufgenommen, am Sonntag wird sie in einem Gottesdienst in Ribbeck, wo sich künftig auch ihr Büro befinden wird, offiziell begrüßt.

Auch Öffentlichkeitsarbeit gehört zu ihren Aufgaben

In Berge übernimmt Christine Gebert die pfarramtlichen Aufgaben. Dazu zählen neben Gottesdiensten, Taufen und Beerdigungen auch seelsorgerische Tätigkeiten. „Ich bin aber auch für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus zuständig. Dies mit der Gemeindearbeit zu verbinden, wird eine Herausforderung“, so Gebert. Die Kirche wieder als Ort ins Bewusstsein rufen, an dem man Gott begegnen, aber auch Fragen stellen oder einfach den Alltag loslassen kann, sieht die junge Pfarrerin als eine ihrer zentralen Aufgaben in diesem Bereich.

Gebert kümmert sich künftig um sieben Gemeinden

Zu ihrem Einzugsgebiet gehören neben Ribbeck und Berge auch Lietzow, Königshorst, Etzin, Klein Behnitz und Tremmen. „Das ist natürlich ambitioniert, aber ich nehme es gerne an“, sagt Christine Gebert. Dabei übernimmt sie auch Aufgaben, die bisher Thomas Tutzschke betreut hat, der sich nun mehr auf seine Arbeit als Superintendent konzentrieren wird. So übernimmt sie auch die Arbeit mit Konfirmanden in Ketzin.

Theologiestudium in Halle und Berlin

Geboren und aufgewachsen ist die junge Pfarrerin in Neuruppin. Nach ihrem Theologiestudium in Halle und Berlin absolvierte sie ein Vikariat in Werder. Dass sie einmal Pfarrerin werden würde, habe schon früh festgestanden. „Ich hatte eine christliche Erziehung und einen beeindruckenden Religionsunterricht, dazu noch viele Begegnungen, die mich in meinem Wunsch bestärkt haben“, so Gebert. Und auch ihr Engagement in der Krankenhausseelsorge trug sein Übriges dazu bei. Die Verbindung von Gemeindearbeit und Tourismus macht die Stelle im Pfarrsprengel Berge für sie besonders interessant.

Christine Gebert hat sich für Falkensee als Wohnort entschieden

Wohnen wird sie dort allerdings nicht. Die 30-Jährige lebt in Falkensee. „Mein Partner arbeitet in Berlin, daher ist Falkensee ein guter Standort für uns“, sagt sie. Mit ihrem Büro in Ribbeck sei sie allerdings sehr glücklich und hoffe, dadurch auch die Wohnortdistanz ausgleichen zu können.

Erster Schritt: Menschen kennenlernen

In den kommenden Wochen möchte Christine Gebert nun zunächst den Pfarrsprengel und die Menschen vor Ort kennenlernen. „Ich möchte viele Gespräche führen und erfahren, was sich die Menschen hier genau wünschen“, erzählt sie. Eine Botschaft ist ihr dabei besonders wichtig. „Das Leben macht Sinn, für jeden.“ Gott habe für jeden Menschen einen Plan und es werde nicht umsonst sein, wenn wir uns für andere einsetzen. Diese Botschaft möchte die junge Pfarrerin auch an andere weitergeben.

Selbstbewusstsein in den Gemeinden stärken

Die Gemeinden im Havelland sollen fröhlich, lebendig und selbstbewusst sein. „Wir haben tolle Gemeinden mit tollen Kirchen und müssen uns nicht verstecken“, betont sie. Dieses Selbstbewusstsein bei den Menschen zu stärken, sieht sie als eine der zentralen Herausforderungen an, denen sie sich in den kommenden zwei Jahren stellen möchte. Diese Zeit möchte sie auch nutzen, um etwas gegen die Vorurteile zu tun. „Die meisten denken, dass es hier nur alte Leute gibt, aber das stimmt nicht“, betont sie. Und so hofft Gebert dann auch, dass die Frage, warum sie als Pfarrerin ausgerechnet aufs Land geht, irgendwann nicht mehr gestellt wird.

Begrüßungsgottesdienst in Ribbeck

Der Begrüßungsgottesdienst für Christine Gebert wird am Sonntag um 14 Uhr in der Ribbecker Kirche gefeiert.

Von Danilo Hafer

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