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Junge Tauben fliegen 60 Kilometer

Peter Friedrich ist Züchter in Hohennauen Junge Tauben fliegen 60 Kilometer

2000 junge Brieftauben aus Hohennauen und Rathenow haben ihren ersten Flug absolviert: In Michendorf wurden sie „aufgelassen“. Die eine Stunde Flugzeit für die 60 Kilometer bis nach Hause bei etwas windigen Witterungsverhältnissen sei in Ordnung, hieß es von Peter Friedrich.

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Peter Friedrich mit einer seiner Brieftauben vor der Voliere.

Quelle: Norbert Stein

Hohennauen. Seit nunmehr 15 Jahren züchtet Peter Friedrich Brieftauben. Morgens, abends und wenn möglich auch zwischendurch noch einmal ist er täglich bei seinen Brieftauben. Sie sind sein Hobby und für ihn faszinierende Tiere. Peter Friedrich ist Mitglied im Brieftaubenverein Hohennauen. Der Verein hat eine über 100jährige Tradition. Weil es im Westhavelland aber immer weniger Züchter gibt, haben sich die Vereine Hohennauen und Rathenow zusammengeschlossen zu einer Gemeinschaft mit derzeit elf Mitgliedern.

60 Kilometer Trainingsflug

Einen gemeinsamen Vereinsraum haben sie in Hohennauen, wo kürzlich Eckhard Maronk, Siegfried Thoma, Udo Lottmann, Egon Göhner Wolfgang Barnikow und Peter Friedrich 382 Anfang diesen Jahres geborene Jungtiere auf einem Lkw verlanden haben. In einer Reisevereinigung mit Züchtern aus Burg und Genthin brachte der Lkw insgesamt rund 2000 jungen Brieftauben nach Michendorf. Dort wurden sie am Donnerstag um 7 Uhr von Matthias Klühe aus Premnitz , „aufgelassen“ für einen Trainingsflug über 60 Kilometer nach Hause. Die Brieftaubenzüchter bezeichnen so etwas als Vorflug. „Die Jungtiere sollen sich Kondition antrainieren für die am kommenden Wochenende beginnenden Preisflüge“, erläutert Peter Friedrich, die Trainingseinheit. Von seinen 50 in Michendorf „aufgelassenen“ jungen Brieftauben waren kurz nach 8 Uhr fast alle wieder in Hohennauen und bekamen von ihm zum Frühstück und zur Stärkung Spezialfutter und Wasser.

Besonderer Orientierungssinn

Brieftauben haben einen ganz besonderen Orientierungssinn. Sofern ihnen nicht etwas zustößt oder sie beim Flug gestört werden, finden sie immer wieder nach Hause. Ein historisches Beispiel für einen Langstreckenflug von Brieftauben ist die Übermittlung der Nachricht vom Sieg in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 an die britische Regierung. Eine vollständige Erklärung für diese beeindruckende Orientierung sei bis heute nicht gefunden, erzählt Friedrich in seinem Garten an der Lehmbahn in Hohennauen. In den Volieren gurren mehr als 80 Brieftauben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Brieftauben und Zugvögel den Stand der Sonne und der Sterne sowie das Magnetfeld als Kompass verwenden können, aber auch optische Anhaltspunkte nutzen zur Orientierung.

Peter Friedrich mit einer Taube

Peter Friedrich mit einer Taube.

Quelle: Norbert Stein

Die eine Stunde Flugzeit für die 60 Kilometer von Michendorf nach Hause bei etwas windigen Witterungsverhältnissen sei in Ordnung, sagte Friedrich. Er ist zuversichtlich, dass die noch fehlenden vier Jungtiere auch wieder nach Hohennauen kommen. Sollten sie sich aber verletzt oder auf einen anderen Taubenhof gelandet sein, hofft Friedrich auf baldige Benachrichtigung, weil alle zum Vorflug „aufgelassenen“ Jungtiere einen mit der Telefonnummer des jeweiligen Züchters gekennzeichneten Ring tragen an einem Bein. Bei den Preisflügen tragen die Jungtiere dann einen Ring mit eingelassenen Chip zur Zeitmessung.

Am 7. August geht es los

Start zum ersten von insgesamt fünf Preisflügen der Jungtiere ist am 7. August in Friedersdorf, eine Woche später Fürstenwalde und dann noch dreimal in Polen. Zwischen 116 und 270 Kilometer müssen die Jungtiere jeweils fliegen, bis sie wieder im Havelland sind. Dafür werden die Züchter, wie Peter Friedrich, in den kommenden Tagen weiter trainieren mit ihren jungen Brieftauben. Die Alttiere haben ihre zwölf Preisflüge bereits absolviert. „Auflass“ für ihren längsten Flug über eine 600 Kilometer-Distanz war in Warschau.

Von Norbert Stein

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