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Havelland Junge Wölfe auf dem Truppenübungsplatz
Lokales Havelland Junge Wölfe auf dem Truppenübungsplatz
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00:20 22.09.2017
Diese Aufnahme einer Fotofalle vom August zeigt zwei junge Wölfe auf dem Übungsplatz, die beim Spielen abgelichtet worden sind. Quelle: Bundesforst
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Klietz

Es gibt wieder ein paar junge Wölfe mehr. Die Anzeichen und Spuren sind mittlerweile eindeutig so zu werten, dass ein Paar von Alttieren auf dem Truppenübungsplatz Klietz Junge bekommen hat. Die Fotos der vier Kameras, die schon vor längerer Zeit auf dem Platz installiert worden sind, um Aufnahmen der dort vorhandenen Wölfe zu machen, sind diesmal nicht ganz so aussagekräftig wie im Vorjahr. Birgit Büttner, Revierförsterin im Forstrevier Schollene und Wolfsbeauftragte für den Truppenübungsplatz Klietz, teilt aber mit: „Wir gehen davon aus, dass es in dem Rudel mindestens zwei, eher aber drei Junge gibt.“

Die Wölfe hierzulande bekommen ihre Jungen im April oder Mai. Im vergangenen Jahr hatte das in Rede stehende Wolfspaar auf dem Übungsplatz erstmals Junge bekommen, die stattliche Zahl von sieben Welpen ist nachgewiesen worden. Diesmal scheinen es weniger zu sein. Am vergangenen Freitag, sagt Birgit Büttner, sei sie mit Antje Weber, der Verantwortlichen für das Wolfsmonitoring im Bundesland Sachsen-Anhalt, auf dem Platz unterwegs gewesen. Sie hätten Spuren von fünf Wölfen gefunden und fotografiert. Es seien ganz klar Größenunterschiede der Tiere erkennbar gewesen. Definitiv seien ständig Wölfe auf dem Truppenübungsplatz anwesend.

Erstmals ist noch ein zweites Wolfsrudel beobachtet worden

Birgit Büttner berichtet außerdem erstmals noch von einem zweiten Rudel. Von einem Jäger liege ein glaubhafter Bericht über die Beobachtung vor, dass er Anfang Juli eine Fähe (also die Mutter) mit vier Jungen gesehen hat. Die Jungen seien deutlich kleiner als das Alttier gewesen. Diese Tiere seien im Bereich Ebelgünde gesehen worden. Das Gebiet gehört auch zum Gelände des Truppenübungsplatzes. Weil es aber weit entfernt liegt vom Revier des erstgenannten Rudels und die Tiere der verschiedenen Örtlichkeiten auch unterschiedlich aussehen, gibt es erstmals den Nachweis, dass sich zwei Rudel auf dem Übungsplatz aufhalten.

Auf der Basis einer vorsichtigen Schätzung, sagt die Wolfsbeauftragte, könne man davon ausgehen, dass sich gegenwärtig mindestens zehn Wölfe auf dem Truppenübungsplatz Klietz befinden. Die Zahl der Tiere sei gegenwärtig im Wachsen. Das müsse aber nicht immer so sein. Als „Gegenbeispiel“ nennt sie den Truppenübungsplatz Altengrabow bei Ziesar, der mit dem Klietzer Platz zusammen verwaltet wird. Auf dem dortigen Übungsgelände habe ein Elternpaar von Wölfen mehrere Jahre hintereinander Junge bekommen. Jetzt trete erstmals die Situation ein, dass dort keine neuen Jungen nachgewiesen werden konnten.

Es ist üblich, dass einige wenige der im Vorjahr geborenen Wölfe zunächst beim Rudel verbleiben, um zur Beschaffung der Nahrung für die neu geborenen Jungen mit beizutragen. Die Welpen von diesem Frühjahr sind mittlerweile auch schon so groß geworden, dass sie nur noch geringfügig kleiner als die Alttiere sind. Von ihrem Verhalten her sind sie aber noch neugierig und weniger vorsichtig. „Wir gehen davon aus“, erklärt Birgit Büttner, „dass die Alttiere, die im Vorjahr hier erstmals Junge hatten, auf dem Platz geblieben sind.“

Die Wölfe vom Übungsplatz

Der erste Wolf ist auf dem Truppenübungsplatz Klietz im Jahr 2011 nachgewiesen worden.

Junge bekam ein Wolfspaar auf dem Übungsplatz erstmals 2016. Sieben Welpen sind nachgewiesen worden.

Das gleiche Paar von Alttieren hat in diesem Frühjahr drei Junge bekommen.

Im Dezember 2016 hat es an nur zwei Tagen in Rathenow-West mehr als 30 Wolfssichtungen gegeben.

Sichtungen zu annähernd gleicher Zeit legen nahe, dass es sich damals um wenigstens zwei Wölfe gehandelt hat.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese Wölfe vom Truppenübungsplatz Klietz stammten.

Im April/Mai werden hier junge Wölfe geboren. Im Spätherbst oder zu Winterbeginn verlassen sie meist ihre Rudel.

Ein Teil der Jungen vom Vorjahr habe das Rudel sicher verlassen. Es könne sein, dass welche auf dem Truppenübungsplatz verblieben sind, denn mit über 9 000 Hektar sei dieser groß genug und Wild als Nahrungsgrundlage sei ausreichend vorhanden. Es sei aber genauso gut möglich, dass Tiere nach außerhalb des Platzes abgewandert sind. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Wölfe problemlos in einer Nacht 40 bis 60 Kilometer zurücklegen können.

Im späteren Herbst oder zum Anfang des Winters kommt dann wieder die Zeit, in der die meisten jüngeren Tiere ihre Wolfsrudel verlassen. Deshalb wird es allgemein als sehr wahrscheinlich angesehen, dass die zwei Wölfe vom Truppenübungsplatz Klietz stammten, die im Dezember vergangenen Jahres wiederholt in Rathenow-West gesehen wurden. Es kann auch sein, dass die Tiere weit fort ziehen, sich neue Lebensräume erobern und dort vielleicht neue Wolfsrudel gründen.

Von Bernd Geske

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