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Jury für Handwerksbundespreis auf Lucke-Hof

Premnitz Jury für Handwerksbundespreis auf Lucke-Hof

Der Lucke-Hof an der Alten Hauptstraße in Premnitz ist nominiert worden für den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege. Am Donnerstag hat die Jury des Wettbewerbs den Hof besucht. Bei insgesamt 28 Bewerbern war das Premnitzer Gebäudeensemble in die Endauswahl der letzten zehn Objekte gekommen.

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Die Jury zur Vergabe des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege auf dem Lucke-Hof.

Quelle: foto: Bernd Geske

Premnitz. Der Lucke-Hof in Premnitz hat in diesem Jahr gute Aussichten, bei der Vergabe des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege mit dabei zu sein. Noch steht das Endergebnis des Wettbewerbs nicht fest, aber immerhin hat am Donnerstag die Jury zur Vergabe des Preises den denkmalgeschützten Hof in Augenschein genommen. Von den insgesamt 28 eingereichten Objekten ist der Lucke-Hof in das Finale der letzten Zehn gekommen. Selbstverständlich gab niemand von der Jury an Donnerstag eine offizielle Stellungnahme über die Chancen des Premnitzer Wettbewerbsbeitrags ab, da ja noch Besuche an anderen Orten ausstanden. Aber ein anerkennendes Kopfnicken hier und ein freundliches Lächeln da ließen zumindest erkennen, dass den Besuchern öfter mal gefiel, was sie zu sehen bekamen.

Mitglieder der Jury sind Vertreter der Denkmalschutzbehörde des Landes, des Landesamtes für Denkmalpflege, der Landesarchitektenkammer, der Handwerkskammern, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lucke-Hof ist der einzige noch erhaltene Vierseithof fränkischer Bauart im Landkreis Havelland. Seit fast 300 Jahren befindet er sich in Familienbewirtschaftung. Die Luckes hatten ihn im Jahr 1723 als Lehnschulzenhof übernommen, im Zuge der preußischen Agrarreformen ging er 1815 in das Eigentum der Familie über.

Es sei betont, dass es sich hier nicht um einen Denkmalschutzpreis handelt, sondern um den Bundespreis für die Rolle des Handwerks in der Denkmalpflege. Deshalb achteten die Jurymitglieder in erster Linie darauf, wie die ausführenden Handwerksbetriebe die verschiedenen Aufgaben bei der denkmalschutzgerechten Sanierung des Hofes gelöst hatten. Den Bewerbungsunterlagen hatte eine Liste der beauftragten Firmen beigefügt werden müssen. Firmenvertreter waren zum Ortstermin einzuladen. Gern schauten sich die Juroren einen Film des Premnitzers Peter Klinkow an, der zu unterschiedlichen Zeiten Aufnahmen von den Arbeiten auf dem Hof gemacht hatte. Zu sehen war ein Bagger beim Schachten sowie Zimmerleute, Maurer, Fliesenleger, Lehmbauer und Dachdecker bei der Arbeit.

Erfreut waren die Jurymitglieder über die erhalten gebliebenen alten Metallfenster, die neu verglast wurden. Erstaunt waren sie über die 28 hübsch bezogenen, ehemaligen Krankenhausbetten auf dem einstigen Heuboden, der zu zwei großen Schlafräumen für Kindergruppen ausgebaut wurde. Neu war selbst für sie die Variante, dass mit in Lehm gesetzten Dachsteinen das Fachwerk der Scheune verschlossen wurde. Nicht ungern hörten sie die Geschichten der heutigen Besitzerin Ute Lucke-Polz aus alten Zeiten, zum Beispiel als sie erklärte, warum die Kutscherkammer neben dem Pferdestall noch heute als „Paradies der Junggesellen“ bezeichnet wird. Dort hätten nach dem Zweiten Weltkrieg vier ehemalige deutsche Soldaten eine Zeit lang gewohnt, erzählte sie. Die hätten den kleinen Raum als Paradies empfunden, nachdem sie Krieg und Gefangenschaft ohne größere körperliche Blessuren überstanden hatten.

Aufgrund des desolaten Bauzustandes war nach der Wende 1990 eine wirtschaftliche Nutzung des Hofes nicht mehr möglich. 2001 gründete sich unter Federführung von Ute Lucke-Polz ein Förderverein für den Hof. Er stellte sich das Ziel einer Nutzung im sozialen und kulturellen Bereich und den Erhalt der Bausubstanz. Durch Fördergelder der Europäischen Union, von Bundesministerien, vom Land Brandenburg, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und mit Eigenmitteln des Vereins ist in den letzten Jahren sehr viel erreicht worden. In guter Erinnerung dürften die Jurymitglieder den Lucke-Hof auch deshalb behalten, weil sie zum Abschluss des Besuches in der guten Stube mit reichlich Täubchensuppe und Käsekuchen nach Art des Hauses bewirtet wurden.

Von Bernd Geske

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