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(K)ein ganz normales Café

Falkensee (K)ein ganz normales Café

MAZ-Serie „Zuhause in Falkensee“: Das Familiencafé Falkenhorst ist ein Ort des Vernetzens. Seit 2013 ist es in Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und hat viel mehr zu bieten als Kaffee, Kuchen und Frühstücksei.

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Einmal im Monat treffen sich Betreuer und Familien im Rahmen des ASB-Familienprojektes zum Frühstück

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Der Tisch ist reich gedeckt mit Brötchen, Frühstücksei und Obstsalat. Leise unterhalten sich die Frauen, die Atmosphäre ist entspannt. Einmal im Monat treffen sich die Betreuer des Familienprojektes des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mit ihren Schützlingen zum Frühstück im ASB-Familiencafé im Falkenhorst. Alltägliche Probleme und Herausforderungen können hier besprochen werden. Eine gut ausgestattete Spielecke für die Kleinsten bringt den Müttern die nötige Ruhe, ein leckerer Kaffee die Entspannung.

„Hier fühle ich mich ernstgenommen“

Den bereitet seit rund einem Jahr Beate John aus Brieselang zu. „Ich habe viel Spaß bei der Arbeit und komme mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt“, sagt die 49-Jährige. „Ich möchte mich einbringen und arbeite auch schon mal über meine Zeit hinaus, wenn Not am Mann ist“, sagt John und schneidet den täglich frischen und selbst gebackenen Kuchen an, um sogleich das erste Stück Hubertus Haucke zu servieren. Der 86-Jährige kommt regelmäßig mit dem Bus aus Finkenkrug, um im Falkenhorst seinen Kaffee zu trinken. „Ich war vier Jahre lang pflegebedürftig und habe mich wieder erholt. Seitdem bin ich topfit und freue mich über meine neugewonnene Freiheit“, so Haucke, den die Liebe vor 62 Jahren nach Falkensee verschlagen hat. „Ich habe mich alleine gefühlt, nachdem meine Frau vor zwei Jahren verstorben ist. Ich bin ein anspruchsvoller Mensch und fühle mich hier sehr gut aufgehoben.“ Besonders die ehrenamtlichen und aktiven Mitarbeiter bewundert der Senior. „Ich habe das Gefühl, hier ernstgenommen zu werden und auch mal quatschen zu können. Es ist nicht so anonym, wie in vielen anderen Cafés“, betont der 86-Jährige.

Ein Ort des Vernetzens

„Es ist ein Ort des Vernetzens. Jeder ist hier herzlich willkommen, von der jungen Mutter bis zur alleinstehenden Seniorin“, sagt Evi Tietze, die das Familiencafé seit der Eröffnung im Mai 2013 leitet. „Ich bin eigentlich Mathe- und Physiklehrerin und habe mich für den ASB jahrelang um die Schulstation in der Bahnhofsstraße und die Schulsozialarbeit gekümmert. Das mache ich auch heute noch, gebe meine Aufgaben jedoch nach und nach ab, da ich im nächsten Jahr in Rente gehe.“

Mittagstisch, Bingo und Kulturcafé

Enge Kontakte zu Schulen, Tagesmüttern, dem Familienprojekt und sonstigen Institutionen und Beratungsangeboten machen Evi Tietze oft zur Vermittlerin. „Wir sind eigentlich ein ganz normales Café mit Frühstücksangebot, Kuchen und einem Mittagstisch zwei Mal in der Woche – jeder kann uns besuchen. Darüber hinaus versuchen wir jedoch, jedem, der Hilfe benötigt, auch zu helfen – der einzelne Mensch ist uns wichtig“, so Evi Tietze, die auch das kulturelle Angebot im Falkenhorster Familiencafé organisiert. „Wir haben immer wechselnde Ausstellungen verschiedener Künstler, das Kulturcafé – in diesem Monat mit der Falkenseer Filmemacherin Heide Gauert am 18. Oktober – einmal im Monat Tanz mit Live-Musik, Glücksrad oder Bingo. Außerdem finden immer mittwochs Veranstaltungen oder Treffen statt, weswegen das Café an diesem Tag geschlossen bleibt.“ Egal, ob Tagesmütter-Fortbildungen, Veranstaltungen der Volkshochschule oder des Kompetenzzentrums – am Mittwoch ist eigentlich immer etwas los.

Gemeinschaftsprojekt

Das Familiencafé ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst (WGF), der Gemeinnützigen Gebäudewirtschaft Falkensee (Gegefa), der Stadt Falkensee, dem Demografie-Projekt Havelland, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und dem Lokalen Bündnis für Familie Falkensee.

Geöffnet ist das Familiencafé Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 18 Uhr sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr. Mittwochs und samstags bleibt es geschlossen. Diese Tage sind für die Vermietung eingeplant.

Kontakt unter Tel. (03322) 8 52 40 61 oder per Mail an familiencafe@asb-falkensee.de

Oma-und-Opa-Tage

Und auch am Samstag wird in den Räumlichkeiten kein Kaffee serviert, zumindest nicht für normale Besucher. „Samstags vermieten wir das Café für Geburtstage, Trauerfeiern oder sonstige Feste. Dieses Angebot wird vor allem von den Anwohnern des Wohngebiets Falkenhorst sehr gut angenommen“, so Evi Tietze. „Besonders niedlich sind auch die Oma-und-Opa-Tage, die die Kita Schwalbennest bei uns veranstaltet. Die Kinder laden ihre Großeltern zum gemeinsamen Kaffeetrinken ein und bereiten auch ein kleines Programm vor, das sie dann vorführen.“ Weitere Highlights seien der Familientag mit der großen Luftballonaktion und das alljährliche Laternenfest.

Von Laura Sander

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