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KWR-Chef: Kosten ein Drittel niedriger als jetzt

Rathausstandort Brauerei KWR-Chef: Kosten ein Drittel niedriger als jetzt

Am Donnerstag stimmen die Rathenower Stadtverordneten darüber ab, ob sie dem Verwaltungsvorschlag folgen und sich vom Umbau der Brauerei zum Rathaus verabschieden. KWR-Chef Hartmut Fellenberg spricht sich dafür aus, das Projekt umzusetzen. Die jährlichen Kosten seien ein Drittel niedriger als die jetzige Miete.

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Es sieht nicht gut aus für die alte Brauerei, besiegelt ist ihr Schicksal aber noch nicht.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Es wird sicher eine schwungvolle Debatte geben, wenn am Donnerstag die Rathenower Stadtverordneten ab 16.15 Uhr in der Aula der Weinbergschule tagen. Die Verwaltung hat eine Vorlage eingebracht, wonach der Umbau der alten Brauerei zum Rathaus aus Kostengründen schon wieder aufgegeben werden soll, obwohl die Stadtverordneten erst im April das Projekt mit großer Mehrheit befürwortet hatten. Im Hauptausschuss am letzten Donnerstag waren die Meinungen munter aufeinander geprallt (MAZ berichtete) und diverse Abgeordnete wollten die Brauerei nicht so einfach abhaken. Deshalb ist es alles andere als gewiss, dass die Verwaltung auf der Sitzung am Donnerstag eine Mehrheit gegen die Brauerei zustande bekommt.

Diverse Anpassungsmaßnahmen, um die Baukosten zu senken

Neue Argumente, die für das Festhalten an dieser Lösung sprechen, hat Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) auf Nachfrage dieser Zeitung vorgetragen. Die KWR ist von der Stadt mit der Projektsteuerung der ersten Planungsphasen für die Brauerei beauftragt worden. Hartmut Fellenberg hat bestätigt, dass die zunächst gemäß einer Machbarkeitsstudie auf zehn Millionen Euro geschätzten Ausgaben nach einer vertieften Kostenschätzung bis Mitte September auf 13,7 Millionen Euro gewachsen waren. „Im Rahmen der Projektsteuerung war es unsere Aufgabe“, erklärt der KWR-Chef, „notwendige Anpassungsmaßnahmen vorzuschlagen.“ Von einem weitgehenden Verzicht auf Klimatisierung über die Streichung von elektrischen Sonnenschutz-Jalousien und Fassadenelementen bis zum Senken der Standards bei den Fenstern und eine preiswertere Schließanlage sei eine lange Liste erstellt worden, die zur jetzt aktuellen Bausumme von 11,2 Millionen Euro geführt habe.

Dieser Betrag sei für die Stadt in der Tat „enorm“, gibt Hartmut Fellenberg zu. Doch wie der Beschlussvorlage für die Stadtverordneten zu entnehmen sei, ergebe sich daraus lediglich eine Kostenbelastung von 261 000 Euro pro Jahr. Das sei rund ein Drittel weniger als die jetzige Miete von 390 000 Euro im Jahr, die für das gegenwärtige Rathaus an der Berliner Straße zu zahlen sind. Man muss dazu wissen, dass die Verwaltung in der selben Vorlage bei einem Vergleich zu Kosten von 260 000 Euro im Jahr kommt, die aus ihrer Sicht für einen Kauf des jetzigen Rathauses aufzubringen wären. Was 1000 Euro günstiger wäre – und ganz knapp für diese Variante spräche.

Durch ein Blockheizkraftwerk 5000 Euro weniger für Strom

Hartmut Fellenberg hat jetzt aber mitgeteilt, dass es seit zwei Wochen das Angebot von der Rathenower Wärmeversorgung gibt, an der Brauerei ein Blockheizkraftwerk zu bauen. Durch die Energieversorgung damit würden sich nach einer ersten Kalkulation im Jahr 5000 Euro für Strom einsparen lassen. Auch der Zeitplan für die Brauerei würde sich nach seiner Aussage noch einhalten lassen, wenn – ein Festhalten am Projekt in der SVV vorausgesetzt – gleich nach der Sitzung der Auftrag für die nächste Planungsphase ausgelöst wird.

KURZINTERVIEW

MAZ : Warum sind Sie dafür, dass die Brauerei zum Rathaus ausgebaut wird?

Hartmut Fellenberg : Ich bin dafür, weil dadurch ein deutlicher Beitrag zur Konsolidierung des Haushaltes der Stadt geleistet wird.

Woran erkennen Sie diese Haushaltsentlastung, wo doch Bürgermeister Ronald Seeger sagt, dass die Stadt den Eigenanteil für das Projekt gar nicht aufbringen kann?

Fellenberg : Die Stadt zahlt für das jetzige Rathaus eine Miete von 390 000 Euro im Jahr. Wird der Umbau der Brauerei so realisiert, wie er jetzt in der Beschlussvorgesehen ist, entstehen für die Stadt dadurch jährliche Kosten von nur 261 000 Euro. Der Haushalt der Stadt wird dadurch also pro Jahr um rund 130 000 Euro entlastet.

Wie kann es denn sein, dass ein mit insgesamt 11,2 Millionen Euro doch eher teures Bauprojekt wie die Brauerei für die Stadt am Ende eine solch erhebliche Kostenersparnis einbringen kann?

Fellenberg : Das liegt darin begründet, dass das Land dafür einen relativ hohen Anteil von Städtebau-Fördermitteln in Aussicht gestellt hat. Wir haben im Dezember 2014 eine solche Zusage vom Land bekommen und bislang hat sich daran nichts geändert.

Von Bernd Geske

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