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KWR Rathenow will wieder neue Häuser bauen

Wohnen KWR Rathenow will wieder neue Häuser bauen

Erstmals seit der Wende plant die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR), wieder neue Häuser zu bauen. Möglich wird das durch die neue Mietwohnungsbau-Förderrichtlinie des Landes, die im Februar in Kraft trat. Hintergrund ist die Forderung des Landes, dass 25 Prozent der so neu gebauten Wohnungen an Flüchtlinge zu vergeben sind.

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Noch im zweiten Quartal dieses Jahres will die KWR mit der Sanierung dieses Altbaus an der Ecke Geschwister-Scholl-/Friedrich-Engels-Straße beginnen.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. 25 Jahre lang ging es nur um Sanierung, Modernisierung und Abriss. Jetzt plant die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) erstmals seit der Wende wieder, neue Häuser zu errichten. Möglich wird das durch die neue Mietwohnungsbau-Förderrichtlinie des Landes, die im Februar in Kraft getreten ist.

Sinn haben Neubauten für die KWR jetzt vor allem auch deshalb, weil das Unternehmen in den letzten Jahren durch große Anstrengungen seine Leerstandsquote von weit über 20 Prozent auf nun minimale vier Prozent herunter gedrückt hat. Entscheidend gefordert und gefördert wird dieser Schritt aber erst jetzt vom Land und vom Landkreis, weil es für die große Zahl von Flüchtlingen nicht genug Wohnraum gibt.

Landkreis sucht Wohnungen für Flüchtlinge

KWR-Geschäftsführer Hartmut Fellenberg erinnert an die Forderung von Landrat Burkhard Schröder an die Wohnungsunternehmen des Kreises, recht bald mehr Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. „Es ist unser Anspruch“, erklärt er, „dafür zu sorgen, dass Asylsuchende mit einer Aufenthaltserlaubnis bei uns Wohnraum bekommen können.“ Allerdings sei für die KWR schnell klar geworden, dass es im Rahmen ihrer Bestände keine Möglichkeiten mehr gibt.

Gegenwärtig vermiete das Unternehmen an den Landkreis 33 Wohnungen für Asylsuchende und stelle dem Jobcenter 20 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung. Weil die KWR aus Gründen der Integration aber nicht wolle, dass die Konzentration von Flüchtlingen in einzelnen Hausaufgängen zu groß werde, sei mit dieser Anzahl für das Unternehmen derzeit eine Grenze erreicht.

Bei der KWR, die rund 2 500 Wohnungen besitzt, stehen gegenwärtig nur 100 Wohnungen leer, von denen 40 wegen eines Instandsetzungsstaus gar nicht vermietbar sind. Die verbleibenden leeren 60 will das Unternehmen als Angebot am Markt behalten und würde sie auch nicht allein an nur eine Bedarfsgruppe wie Flüchtlinge vermieten. Weil die KWR sich aber trotzdem den Aufgaben der Gegenwart stellen will, bleibt nur der Neubau als Lösung übrig. „Wir prüfen Neubaumaßnahmen“, sagt Hartmut Fellenberg, „um künftig den Bedarf zu decken, den wir derzeit nicht befriedigen können.“

Das Unternehmen hat bereits Arbeitsentwürfe für zwei neu zu bauende Mehrfamilienhäuser erstellen lassen. Eines sollte 25 Wohnungen enthalten, wobei die KWR dort erstmals auch eine Wohngemeinschaft für zehn demenzkranke Menschen mit unterbringen würde. Das zweite Gebäude soll 32 oder 25 Wohnungen enthalten. Außerdem will das Unternehmen in nächster Zeit 84 seiner Wohnungen instandsetzen oder sanieren.

ILB vergibt zinslose Darlehen

Der KWR-Chef weist darauf hin, dass es für Flüchtlinge keine Sonderkonditionen gibt, wenn sie Wohnungen mieten. Das Land macht den Mietwohnungsneubau für die Unternehmen aber dadurch interessant, dass die Investitionsbank des Landes (ILB) dafür zinslose Darlehen über 20 oder 25 Jahre vergibt. Laut Richtlinie gibt es dafür in gewissem Rahmen Belegrechte. Für 50 Prozent der Wohnungen darf die Kaltmiete nicht über 4,90 Euro pro Quadratmeter liegen, man könnte sie deshalb Sozialwohnung nennen. Und 25 Prozent der in dieser Art neu gebauten Wohnungen müssen an Flüchtlinge vermietet werden.

Ob und wann die KWR loslegen kann, das hängt nun von einem Termin ab, den der Landkreis beim zuständigen Ministerium in Potsdam für all seine Unternehmen beantragt hat, in der beschriebenen Weise neue Wohnungen bauen wollen. Hartmut Fellenberg betont, dass diverse Details noch zu klären sind. Er zeigt sich aber optimistisch, dass für die KWR ein Baubeginn im nächsten Jahr gut zu schaffen ist.

Von Bernd Geske

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