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Havelland Kabab, Berjani und Kheer mit Gesang und Tanz
Lokales Havelland Kabab, Berjani und Kheer mit Gesang und Tanz
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02:15 22.06.2017
Adnan Khan (2.v.li.) zeigte seine Kochkünste. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

„Pakistan ist wunderschön, aufregend“, beschreibt Adnan Khan sein Heimatland. „Die Menschen sind gastfreundlich, freundlich und voller Liebe.“ Die Beschreibung wunderschön, mit freundlichen Menschen voller Liebe, passt nach Ansicht des jungen Mannes aber auch für Deutschland. Hier ist seit Herbst 2015 Adnan Khans neue Heimat. „Das Land ist sicher und die Menschen, die ich kennengelernt habe, sind großherzig“, fügt Adnan hinzu.

Dank an die Rathenower

Um sich bei den Rathenowern, die Adnan Khan immer viel Hilfsbereitschaft entgegen brachten, einmal zu bedanken, und sein Heimatland vorzustellen, organisierte der Pakistani mit Partnern, wie dem Kinder- und Jugendtreff in der Alten Mühle und einer siebten Klasse des Jahn-Gymnasiums ein „Interkulturelles Mühlenfest“ im „Freizeithaus Mühle“.

Leckeres Essen

Gefeiert wurde mit traditionellen pakistanischen Gerichten, wie Kabab, Hackfleischröllchen aus Rind, mit Tomaten, getrockneten Granatäpfeln und Kümmel und Koriander. Der Reis mit Lammfleisch wurde in einem Profitopf gekocht, der 75 Portionen fasst. Als Süßspeise gab es Kheer, Reispudding mit Kokos und Mandeln.

Gut integriert

Adnan Khan hat Fuß gefasst. „Seit acht Monaten arbeite ich im Service im Restaurant Zum Alten Hafen“, erzählt er. Von Beginn an wollte er sich integrieren und fand schnell Freunde in der evangelischen Gemeinde Die Chancen im noch laufenden Asylverfahren eine Anerkennung als Flüchtling zu bekommen, stehen für ihn gut. Vor einem Jahr fand Adnan auch seine Freundin, die Rathenowerin Madlen Günther.

Hilfe in der Küche

Sie, Adnans Bruder Unwan Khan und Cousin Sayar Khan, halfen auch in der Küche des Freizeithauses beim Zubereiten der verschiedenen pakistanischen Speisen. Und wenn in deutschen Küchen nebenbei vielleicht Fußball im Fernseher läuft, schauten die Pakistani immer wieder gebannt auf ihr Smartphone und verfolgten über Internet das Cricket-Finale. In England spielten Pakistan und Indien um den Weltmeistertitel. „Nach 1992 hat Pakistan wieder einmal dem Titel geholt“, freute sich Unwan Khan, als gegen 18 Uhr das Ergebnis feststand.

Zusammen mit einem Geschwisterpaar aus Syrien sang Adnan Khan. Quelle: Uwe Hoffmann

Zum Fest konnten die jungen Gäste auch Streetsoccer spielen. Wer eher seine künstlerische Ader ausleben wollte, griff nach dem Essen im Saal der Musikschule zum Mikrofon und sang zum Playback. So wechselten sich Rathenower Kinder und Jugendliche mit syrischen Mädchen, die in Rathenow leben, auf der Bühne ab. Und wie die Schwestern Rosella (16) und Basmah Abdo (18) zeigten sie sich nicht nur bei syrischen Liedern, sondern auch bei deutschen Titeln aus den aktuellen Charts textsicher.

Die Eröffnung

Das Fest begann nach der Eröffnung durch Bürgermeister Ronald Seeger mit dem Lied „Dill dill Pakistan“ der interkulturellen Gitarrengruppe mit Adnan Khan, das seine Heimat preist. Danach ging es ernst weiter. Die Schüler der Theater-AG „Kellerkinder“ am Jahn-Gymnasium führten ein kurzes Stück auf. Zum Thema nahmen sie sich den Überfall der Taliban auf eine Schule, bei dem 2014 allein 130 Kinder getötet wurden.

Theater der Kellerkinder

Mit den „Kellerkindern“ hatte Adnan Khan in Vorbereitung des Festes am Sonntag dreimal pakistanische Speisen gekocht. Auch Adnan Khan musste seine Heimat verlassen, weil er in seinem Dorf Probleme mit den Taliban bekam und um sein Leben fürchten musste. Gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Cousin flüchtete er zu Fuß über den Iran, die Türkei, mit dem Boot nach Griechenland und weiter über Mazedonien und Österreich und kam nach 36 Tagen in Deutschland an.

Verstehen wurde gefördert

„Beim Feiern das Verstehen fördern.“ Dieses Motto war am Sonntag erfolgreich. „Vielleicht führen wir das Projekt weiter“, sagt Simone Müller, Leiterin des Freizeittreffs seit Gründung vor zehn Jahren. „Wir haben noch Flüchtlinge aus anderen Ländern, die man vorstellen könnte.“

Von Uwe Hoffmann

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