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Kabarett Obelisk bringt Rathenow zum Brüllen

Kultur Kabarett Obelisk bringt Rathenow zum Brüllen

Wenn sich Andreas Zieger und Gretel Schulze vom Potsdamer Kabarett Obelisk mit einem neuen Programm in Rathenow ankündigen, ist das ein Garant für ein volles Haus im Rathenower Kulturzentrum. So war es auch am Donnerstagabend. Der Blaue Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung schon vor Beginn bestens.

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Andreas Zieger und Gretel Schulze mit Rastamähne.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Wenn sich Andreas Zieger und Gretel Schulze vom Potsdamer Kabarett Obelisk mit einem neuen Programm in Rathenow ankündigen, ist das ein Garant für ein volles Haus im Rathenower Kulturzentrum. So war es auch am Donnerstagabend. Der Blaue Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung schon vor Beginn bestens. Die Künstler mussten sich sogar etwas Zeit lassen mit ihrem Auftritt, denn offenbar hatten die Gäste den Programmtitel „Und täglich grüßt das Flaschenbier“ sehr ernst genommen. Die Schlange am Getränkestand war lang, der Durst groß.

In Hawaii-Hemd und mit langen Rastazöpfen hatte der sonst glatzköpfige Andreas-Zieger die Bühne betreten um mit seiner Partnerin Gretel Schulze – die sich ebenfalls unter einer zotteligen Rasta-Perücke versteckte – in gefühlten zwei Minuten die 20 wichtigsten Themen der letzten Wochen und Monate aufs Korn zu nehmen. der Fifa-Skandal, die vorzeitige Entlassung von Uli Hoeneß, De Maizières Zivilschutzkonzepts – in Obelisk-Manier schleuderte das Duo eine Pointe nach der anderen in den Saal und brachte das Publikum zum Brüllen. Die alten Ossi-Witze kamen ebenso an, wie Scherze über die Kostüme der Kanzlerin oder Gretel Schulzes Einlage als „durchschnittliche deutsche Krankenschwester“. Was Obelisk serviert, schmeckt dem Rathenower Publikum.

Bis zur Pause hatte sich die Stimmung nicht zuletzt auch Dank der musikalischen Einlagen von Andreas Zieger am Klavier und am Akkordeon so sehr gesteigert, das Lachtränen flossen. Das grelle Kreischen einiger Damen verriet, der humoristische Höhepunkte wurde vorzeitig erreicht. Genug hatten die Gäste aber noch lange nicht – schließlich gab es noch einiges abzuarbeiten. Flüchtlingskrise, Burka-Verbot und Willkommenskultur boten jede Menge Stoff für das Programm. „Burkas machen mir Angst. Da weiß man doch nie, wer sich tatsächlich darunter versteckt. Ist es ein Terrorist, die eigene Frau oder die Freundin oder noch schlimmer, die Frau, die sich als Freundin ausgibt“, gab Zieger zu bedenken.

Für das Finale schlüpfte Gretel Schulze einmal mehr in ihre Paraderolle als Bundeskanzlerin. Sie ließ die Mundwinkel hänge, setzte einen leeren Blick auf und formte die Hände zur Merkel-Raute um dann zu Lady Gaga lasziv mit der Hüfte zu wackeln. „Ich sag nichts, ich sag nichts, ich mach mein super cooles Pokerface!“ sang Schulze während Zieger in die Tasten haute und das Publikum vor Lachen nach Luft schnappte. Nach gut zwei Stunden Programm und einer Zugabe entließen die Gäste die Künstler zufrieden in den Feierabend.

Von Christin Schmidt

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