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Havelland Kahlschlag im Olympischen Dorf
Lokales Havelland Kahlschlag im Olympischen Dorf
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00:37 08.03.2018
Vor dem ehemaligen Speisehaus und den Sportlerunterkünften im Olympischen Dorf sind die meisten Bäume gefallen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

Wo gebaut wird, fallen Bäume. Das leicht geänderte Sprichwort trifft auf das zu, was sich derzeit im Olympischen Dorf in Elstal abspielt und schon abgespielt hat. Dort haben die vorbereitenden Erschließungsarbeiten im ersten Bauabschnitt begonnen. Investor Terraplan errichtet mehr als 200 Wohneinheiten, darunter viele im Speisehaus der Nationen und dort, wo sich 1936 Sportlerunterkünfte befanden.

Um die Baufelder frei zu bekommen, ist die große Mehrheit der alten Bäume gefallen. Viel mehr als ursprünglich gedacht. Das liegt nicht etwa an der Willkür des Investors sondern auch an der zwingend erforderlichen Kampfmittelberäumung des Areals.

Tanklager im Boden gefunden

Zwar hat es auf dem Gebiet des Olympischen Dorfes nie Kampfhandlungen im Krieg gegeben, aber wegen der späteren „sensiblen Nutzung“ wie Wohnbebauung, Gärten und Spielflächen, muss der Boden untersucht werden. Und dabei seien bisher schon „Munition in Größenordnungen und ein Tanklager“ gefunden worden, sagt Projektleiter René Klinkhardt vom Erschließungsträger, der Proges Eins GmbH. Es habe sich gezeigt, dass nicht alle zum Erhalt vorgesehen Bäume tatsächlich stehen bleiben können.

Oft sei der Boden im Wurzelbereich mit metallenen Elementen belastet oder es verlaufen dort Leitungen oder Kanäle, was die Standsicherheit beeinträchtige. „Solche Störkörper wie Kampfmittel, Metallschrott, Leitungen aus Metall können im Trauf- oder Wurzelbereich der Bäume nicht maschinell beräumt werden, ohne die Wurzeln zu schädigen. Daher wird es für die Wurzelbereiche der betreffenden Bäume keine Kampfmittelfreigabe nach Stand der Technik geben“, heißt es in der Fotodokumentation zum Erhalt festgesetzter Bäume im Olympischen Dorf, die das Berliner Ingenieurbüro Döring erstellt hat und das in der Gemeinde vorliegt. Darin festgeschrieben ist auch der Fakt, dass die starken Stürme in letzter Zeit viele Bäume in Schieflage gebracht hätten, so dass sie umkippen könnten. Betroffen sind vor allem Kiefern, aber auch Pappeln, Eichen und Birken.

Nur 14 alte Bäume sollen überleben

Von den 37 noch stehenden Bäumen im Bereich des ersten Bauabschnittes um das Speisehaus der Nationen und die ehemaligen Sportlerunterkünfte müssten also noch einige weg. Ganze 14, so der letzte Stand, würden überleben. „Das ist zwar bedauerlich, aber nicht zu ändern“, sagt Elstals Ortsvorsteher Matthias Kunze. „Wenn der Boden munitionsbelastet ist, kann man das nicht einfach übergehen, nur weil dort ein alter Baum steht.“

Tom Karrei von den Wustermarker Grünen stellte die Forderung auf, dass für jeden zusätzlich zu fällenden Baum zwei neue mit größerem Umfang gepflanzt werden sollten. Zusätzlich zu den im Bebauungsplan „Olympisches Dorf“ vorgesehenen Wiederaufforstungen. Mehr als 200 junge Bäume sollen zwischen den künftigen Wohnhäusern sowieso platziert werden.

Mindestumfang der neuen Bäume 16 bis 18 Zentimeter

Auch Uwe Schollän von der Wustermarker Verwaltung hatte vorgeschlagen, möglichst starke Pflanzqualitäten mit 25 bis 35 Zentimeter Umfang als Ausgleich vorzusehen. „Dies hätte den Vorteil, dass die Bäume unterschiedliches Alter aufweisen würden und somit auch der perspektivische Abgang dieser Bäume sich zeitlich breiter streuen würde.“ Dem jedoch stimmte der Erschließungsträger nicht zu. Von gleichartigem Ersatz mit einem Mindeststammumfang von 16 bis 18 Zentimetern sei im Bebauungsplan die Rede, so René Klinkhardt.

Von Jens Wegener

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