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Havelland Kameruner lernen in Rathenow schwimmen
Lokales Havelland Kameruner lernen in Rathenow schwimmen
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00:16 27.03.2016
Johnson, Samuel, Christian und Valentin (v.l.) fühlen sich inzwischen wohl im Wasser. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

Schwimmen lernen Kinder hierzulande spätestens in der dritten Klasse, denn der Sprung ins tiefe Becken gehört ganz selbstverständlich zum Schulunterricht dazu. Mittlerweile beginnt für viele Babys der Badespaß sogar schon kurz nach der Geburt. Sich frei und sicher im Wasser zu bewegen, ist aber längst nicht für alle Menschen selbstverständlich. Das zeigt das Beispiel von vier jungen Kamerunern, die als Flüchtlinge in Premnitz leben und seit November in der Rathenower Schwimmhalle Kraulen, Tauchen und das richtige Atmen im Wasser lernen.

Johnson, Valentin, Samuel und Christian, die vielen als temperamentvolle Trommler bekannt sein dürften, waren noch vor wenigen Monaten absolute Nichtschwimmer, verrät Schwimmlehrer Martin Bimböse. Inzwischen bewegen sie sich recht sicher im Wasser, wagen auch schon den Sprung vom Beckenrand. Was für viele so einfach klingt, ist für die vier jungen Männer harte Arbeit. „Erwachsene gehen an das Schwimmen nicht so unbedarft heran wie Kinder. Für sie ist es ein viel größerer Schritt, die Angst vor dem Wasser zu verlieren“, erzählt Elke Dartsch. Ihr haben es die vier zu verdanken, dass sie im Sommer zum ersten Mal in ihrem Leben unbeschwert in einen See springen können.

Ein Beitrag zur Integration

„Wir haben uns im letzten Jahr durch das Trommeln kennengelernt. Irgendwann hatte ich von einem Badeausflug erzählt und dadurch erfahren, dass sie gar nicht schwimmen können“, erzählt Elke Dartsch. Alle vier erklärten ihr, wie gern sie schwimmen lernen würden und wie schon so oft nahm die engagierte Göttliner Kita-Leiterin und Ehrenamtlerin die Fäden in die Hand. Sie sprach Martin Bimböse an, der seit 2012 in Rathenow lebt und die Rathenower Schwimmjugend trainiert. Er war sofort bereit, zu helfen. Auch Günther Rall, Geschäftsführer der Rathenower Wärmeversorgung, musste nicht überzeugt werden. Er sponserte den Eintritt für die vier Flüchtlinge. „Für uns ist das ein Beitrag zu Integration“, machte Rall deutlich.

Von der Idee, erwachsenen Nichtschwimmern die Angst vor dem Wasser zu nehmen, war auch Diana Zick, Angestellte in der Rathenower Schwimmhalle, begeistert. „Es war ihr wirklich ein persönliches Anliegen. So gar in ihrer Freizeit kam sie her und trainierte mit ihnen. Man muss aber auch sagen, dass alle vier sehr bemüht waren. Es gab keinerlei Probleme. Wenn wir ihnen so ein wenig helfen können, ist das doch eine tolle Sache“, so das Fazit von Günther Rall. Von der Motivation der vier Schwimmanfänger ist auch Martin Bimböse begeistert: „Einzig die Sprachbarriere war ein Problem, aber die haben wir immer irgendwie überwinden können.“ Die Bewegungen hätten seine Schützlinge schnell umsetzen können, weitaus schwieriger sei es, die Angst vor dem tiefen Wasser zu überwinden.

Die Trommler sind jetzt Schwimmer

Am Mittwochabend waren alle noch einmal in die Schwimmhalle gekommen, um Johnson, Samuel, Christian und Valentin die Daumen zu drücken. Die vier absolvierten eine Prüfung, mussten unter anderem vom Startblock ins Becken springen, tauchen und natürlich schwimmen. Am Ende hielten sie stolz eine Urkunde in der Hand. „Wir freuen und sehr und wir danken Euch für alles“, verkündete Valentin glücklich. Und Elke Dartsch fügte hinzu: „Mit Euren Trommelauftritten habt ihr schon so viele Feste in der Region bereichert. Dieser Schwimmkurs ist eine schöne Möglichkeit, dafür zu danken.“

Von Christin Schmidt

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