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Havelland Wie eine ganze Stadt gegen den Hundekot kämpft
Lokales Havelland Wie eine ganze Stadt gegen den Hundekot kämpft
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09:27 14.03.2018
Kinderwunsch am Lindenweiher an die „Hundebesitza“. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Im Volksmund heißt es Hundekacke, im Amtsdeutsch drückt man sich vornehmer aus. Da heißt es Verschmutzungen. Genau wird formuliert: „Personen, die Hunde mit sich führen oder sie zu beaufsichtigen haben, sind dafür verantwortlich, dass die Hunde nicht die Straßen und die Anlagen verunreinigen. Etwaige Verschmutzungen sind unverzüglich zu beseitigen.“

Die Rede ist von der Falkenseer Satzung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, im Paragraf 5, Absatz 2 ist das mit der Hundekacke geregelt. Und zwar in Falkensee seit 1996.

Hundekot auf Bürgersteigen

Das Problem: Nicht alle Hunde halten sich dran. Und nicht alle Hundehalter. Hundehaufen auf Falkenseer Bürgersteigen ist keine Seltenheit. Da helfen auch Schilder an Gartenzäunen wenig. Und weil der Leidensdruck eines Falkenseer Bürgers so groß geworden ist, hat er eine Petition an die Falkenseer Stadtverordnetenversammlung gestellt.

Er regt die Einführung einer DNA-Profildatenbank für Hunde an, um Verstöße gegen die Hundekot-Satzung effektiver ahnden zu können.

Kleine Schilder für ein großes Problem in Finkenkrug. Quelle: Tanja M. Marotzke

Der Finkenkruger ist kein Hundehasser, aber nach seiner Beobachtung ist das Unratproblem in letzter Zeit schlimmer geworden. Er ist vor Jahren aus Berlin nach Falkensee gezogen. „Beim Thema Hundekacke will ich keine Berliner Verhältnisse“, sagt er. Nicht vor seinem Grundstück, aber auch nicht vor anderen.

Kosten und Hundesteuer

Die Kosten für so eine Datenbank könne man nach seiner Meinung über eine moderat erhöhte Hundesteuer aufbringen. Und er hat genau nachgerechnet: Er rechnet mit 76,65 Euro pro Kothaufenanalyse.

Von den Argumenten und Rechnungen des Bürgers ließen sich die Falkenseer Abgeordneten auf ihrer jüngsten Beratung jedoch nicht überzeugen.. Ausnahmslos alle zeigten Verständnis für das Problem, sahen aber in einer DNA-Datenbank nicht den richtigen Weg. Bei dem Verfahren sei man auf freiwillige DNA-Proben angewiesen.

Es sei kompliziert, aufwendig und würde etwa die vielen Berliner „Gasthunde“ in Falkensee auch nicht erfassen. Das Verfahren würde nicht zu mehr Gerechtigkeit führen. Nur zwei AfD-Abgeordnete stimmten im Sinne der Petition.

Stadt setzt auf Hundetoiletten

Dezernentin Luise Herbst, zuständig auch für das Ordnungsamt, hat Verständnis für das Anliegen des Bürgers: „Jeder hat sich schon mal geärgert, wenn er einen ,Treffer’ hatte.“ Aber eine DNA-Datenbank hält sie für den falschen Weg.

„So bekommen wir das Problem nicht in den Griff“, sagt sie. Die Stadt setzt dagegen auf weitere Hundetoiletten. Im Jahr 2000 war die erste in Falkensee aufgestellt worden, inzwischen sind es 35. „Die funktionieren ganz gut, wir versuchen, noch mehr aufzustellen“, sagt die Dezernentin.

Satzungen durchsetzen

Der Finkenkruger zeigte sich enttäuscht über die Abstimmung der Abgeordneten, wenn auch nicht sonderlich überrascht. „Falkensee hat ja auch Satzungen, die Hundehaltung regeln“, sagt er, „aber mit der Durchsetzung und Kontrolle hapert es.“

Sei es beim Leinenzwang oder bei der Hundekacke. Vielleicht könne man ja da mal ansetzen. Ohne, dass eine Petition eingereicht werden müsse.

Von Marlies Schnaibel

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