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Kanäle sollen befahrbar bleiben

Ketziner Bürgerinitiative kämpft weiter Kanäle sollen befahrbar bleiben

Die Bürgerinitiative Brückenkopf Ketzin hat sich an das Infrastrukturministerium und an den Landrat mit der Bitte gewandet, eine dauerhafte Schiffbarkeit der Kanäle am Brückenkopf zu befürworten.

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Fast alle Anwohner am Brückenkopf haben ein Motorboot, mit dem sie zur Havel fahren wollen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel. Die Bootsaison neigt sich dem Ende zu, viele Besitzer in der Region Ketzin haben ihre Yachten und kleinen Motorboote bereits aus dem Wasser geholt und sie winterfest untergestellt. Aber bei Bürgerinitiative Ketzin Brückenkopf, die sich für die dauerhafte Schiffbarkeit der Kanäle am Brückenkopf einsetzt, kehrt keine Ruhe ein. „Wir lassen nicht locker, bis wir unser Ziel erreicht haben und wir wieder sorgenfrei mit unseren Motorbooten durch Ziegeleikanal und Schleiloch fahren können“, verspricht der Vorsitzende Thomas Witkowski.

Dabei hat die Bürgerinitiative inzwischen alle Parteien im Ketziner Stadtparlament inklusive Bürgermeister hinter sich. Evelin Sens von den Linken, Roman Lange (CDU) als auch der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Jürgen Tschirch (SPD) hätten ihre „uneingeschränkte Unterstützung“ zugesagt, so Wittkowski.

Im Kern geht es darum, die Anerkennung der historischen Schiffbarkeit der Kanäle beim Ministerium zu erreichen. Dazu muss ein Antrag gestellt werden. „Der hat Erfolgschancen, wenn die Kommune Ketzin/Havel als Eigentümer der Wasserflächen und der Landkreis ihn unterstützen“, weiß Witkowski. Das habe man der Bürgerinitiative beim einem Gespräch im Brandenburger Infrastrukturministerium Mitte August mitgeteilt. Deshalb hat die BI Mitte September alle wichtigen Unterlagen an den havelländischen Landrat geschickt. „Auf eine Antwort oder einen Gesprächstermin warten wir noch“, sagt Witkowski.

Inzwischen sei auch Infrastrukturministerin Katrin Schneider mit den Forderungen der BI vertraut. Wenn sie am 28. Oktober zu einem Arbeitsbesuch nach Ketzin kommt, soll es auch um die Schiffbarkeit der Kanäle gehen.

Für die 400 Mitglieder, die hunderten Sympathisanten und den Anwalt der BI ist der Fall eigentlich klar. Denn: Im Jahr 1922 wurden die 1861 im Zuge des Tonabbaus angelegten Kanäle von der damaligen Kanalbaugesellschaft in einem Notarvertrag der Stadt Ketzin übereignet. „Mit der Feststellung, für immer die öffentliche Schiffbarkeit zu gewährleisten“, zitiert Thomas Witkowski aus alten Unterlagen. Warum dieser Passus im Jahr 1994 bei der Novellierung des Brandenburger Wassergesetzes und der damit verbundenen Einstufung der Gewässer nicht berücksichtigt wurde, bleibt offen.

„Viele Bürger im Bereich Brückenkopf haben von der Stadt Grundstücke gekauft, Häuser gebaut, Boote angeschafft – alles in der Annahme, das es sich um Wassergrundstücke handelt, von denen man mit Motorbooten auf direkten Weg zur Havel fahren kann. Dafür werden wir kämpfen“, so Witkowski, „wenn nötig auch mit weiteren Protestaktionen wie zuletzt beim Bootskorso in Ketzin an der Havelpromenade.“

 

Von Jens Wegener

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