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Kanonenschuss zum Auftakt

Paretz Kanonenschuss zum Auftakt

Mit einem Winterfest und einem vielfältigen Programm wurde am Sonntag der 220. Geburtstag des Schlosses Paretz gefeiert. Kleine Prinzessinnen und Prinzen kamen ebenso auf ihre Kosten wie Fans von Königin Luise. Zu Beginn wurde eine Kanone abgeschossen. Denn ganzen Tag über gab es Führungen.

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Thomas Finke und Rolf Marquardt (2.v.l.) erklären den Besuchern, wie das Kanonenschießen funktioniert.

Quelle: Vanessa Mehwitz

Paretz. Mit einem Salutschuss ging es am Sonntag in Paretz los. Zum 220. Geburtstag des Schlosses veranstaltete der Ort ein Winterfest und zeigte eine breite Palette an Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten vor historischer Kulisse. 139 Besucher kamen ins Schloss, mehrere Führungen wurden über den Tag verteilt angeboten.

„Bei der Planung war unser oberstes Ziel, die ganze Familie zu erreichen. Es gibt für die Kinder so einiges zu erleben, aber auch einen Ruhepol für die älteren Herrschaften“, erzählte Kathrin Hahn, stellvertretende Schlossbereichsleiterin. So konnten kleine Prinzessinnen und Prinzen im Nähstübchen historische Kleidung anprobieren und sich dazu passend eine Krone basteln. Zudem wurden im Obergeschoss des Schlosses Märchen vorgelesen und eine Einführung ins Schreiben mit der Feder geboten.

Im Untergeschoss zeigt die Dauerausstellung seit 2014 die Geschichte und Nutzung der Sommerresidenz durch Königin Luise und ihren Gemahl Friedrich Wilhelm III. Dazu hatte man die Räumlichkeiten samt Möbel sowie handgemalten Original-Tapeten saniert und restauriert. Auch hier wurde am Sonntag für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren die Führung ‚Raus aufs Land‘ angeboten, die in den Ferien oder als Schulgruppe weiterhin besucht werden kann. Ein Highlight am Wochenende war dann die Speiseeis-Herstellung. „Ich zeige den Zuschauern, was es bedeutete, wenn die Kinder damals um 1800 im Sommer nach Eis fragten und man noch keinen Gefrierschrank hatte“, so Chefrestaurator Hans-Christian Klenner. Den Zuschauern wurde mit Hilfe eines Films und anhand historischer Küchenutensilien erklärt, wie mühsam dieser kulinarische Luxus war, beginnend mit der Eisernte im Winter, über die Lagerung im Eiskeller, bis hin zur schmackhaften Rezeptur mit Milch und Sahne.

Im Kirchgarten vor dem Schloss wurde es dann sehr laut. Die „Sechspfündige preußische Artilleriebrigade von Spreuth“ eröffnete die Veranstaltung am Vormittag mit einem Kanonenschuss. In historisch nachempfundenen Uniformen beantworteten die Vereinsmitglieder die Fragen der Besucher und zeigten, wie damals mit Kanonen geschossen wurde. „Wenn man die schweren Kanonen aus Holz und Eisen sieht, dann kann man sich vorstellen, wie anstrengend das Leben damals als Kanonier im Krieg war. Hinzu kamen dann noch die schlechten Lebensbedingungen“, erzählte Thomas Finke, von der historischen Gesellschaft Kyritz.

Wer dann von all den Eindrücken eine Pause brauchte, konnte durch den Ort spazieren, die Kirche besuchen oder ins Restaurant ‚Gotisches Haus‘ einkehren. Einen würdigen Abschluss gab Pianist Akihita Okuda mit seinem klassizistischen Klavierkonzert. Das Winterfest war für die Veranstalter ein Erfolg und man sei sehr zufrieden. Ob die Veranstaltung wieder zu einem jährlichen Fest wird, konnte Kathrin Hahn noch nicht genau sagen. „Wir sind erstmal froh, dass das alles gut ankam und die Organisation mit den Akteuren im Ort so gut geklappt hat.“

Von Vanessa Mehwitz

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