Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Karls Erdbeerland in der Warteschleife

Elstal Karls Erdbeerland in der Warteschleife

Regelmäßig kommt es in Elstal zum Verkehrschaos – vor allem am Wochenende sind beide B 5-Zufahrten oftmals verstopft. Das weiß auch Robert Dahl, der eine Erweiterung von Karls Erlebnis-Dorf um eine Ferienanlage plant. Wustermarks Gemeindevertreter fordern nun eine Lösung für das Verkehrsproblem, für das Karls jedoch nicht alleine verantwortlich ist.

Voriger Artikel
„Machetenmann“ sorgt für Polizeieinsatz
Nächster Artikel
Sozialfachschule der Awo meldet Kinderrekord

Autos über Autos: Ein typisches Bild auf dem Parkplatz von Karls Erlebnisdorf – wohin der Verkehr gelenkt werden soll, bleibt nun zu klären.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Mal eben schnell am Wochenende frische Brötchen holen – für die meisten Elstaler keine Option. Mehrere Stunden im Stau sind an einem verkaufsoffenen Sonntag im Outletcenter keine Seltenheit und auch am Sonnabend – Hauptshoppingzeit im Outlet und beliebte Besuchszeit in Karls Erlebnis-Dorf – überlegen sich die Einwohner des Wustermarker Ortsteils jede Autofahrt genau. Beide Zu- und Abfahrten zur B 5 sind an Wochenenden so stark frequentiert, dass es oftmals zu langen Wartezeiten kommt.

100 Millionen Euro Investition

Das weiß auch Firmenchef Robert Dahl, der nach dem erfolgreichen Start von Karls Erlebnis-Dorf vor drei Jahren nun eine Erweiterung um eine Ferienanlage auf dem ehemaligen Gelände der Löwenkaserne für rund 100 Millionen Euro plant. Freizeitpark, Themenhotel mit Betten für bis zu 2000 Gäste sowie ein Erlebnisbad mit Wellness-Bereich sollen künftig noch mehr Besucher anziehen. „Natürlich sind unter anderem die Kampfmittelbeseitigung und der Naturschutz wichtige Komponenten des Projektes, viel entscheidender ist jedoch, wie man die Verkehrssituation löst“, so Dahl, der das Tiefbauplanungsbüro PST aus Werder mit einer ersten, groben Erhebung der zu erwartenden Verkehrsströme beauftragt hat. Auf der Grundlage des Verkehrskonzeptes soll nun das Raumordnungsverfahren, die Voraussetzung für den Bebauungsplan, auf den Weg gebracht werden. Darüber hatten am Dienstagabend die Wustermarker Gemeindevertreter in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Elstaler Ortsbeirat zu entscheiden.

Grundsätzlich sprach sich der Großteil der Gemeindevertreter für das Vorhaben aus

Grundsätzlich sprach sich der Großteil der Gemeindevertreter für das Vorhaben aus.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Neben dem geplanten„Erdbeerland“ betrachteten die Verkehrsplaner außerdem die Vorhaben im Olympischen Dorf, in der Heidesiedlung, der Radelandsiedlung, auf dem Bahntechnologiecampus sowie die weitere Nachverdichtung, die in Elstal erfolgen könnte und die ebenfalls weiteren Verkehr in den Ortsteil bringen würde.„An Spitzentagen könnte künftig mit rund 9600 Autos gerechnet werden, die Erlebnis-Dorf und Freizeitpark anfahren. Das wäre zwar eine erhebliche Mehrbelastung und die Qualität würde beeinflusst werden, trotzdem wäre dieses Aufkommen mit der jetzigen Zu- und Abfahrt leistbar, wenn auch mit leicht veränderter Ampelschaltung an der Kreuzung“, so Planer Stefan Goldmann. Dass die Situation an B 5-Zufahrt und Knotenpunkt an der Straße „Zum Erlebnis-Dorf“ bereits heute grenzwertig ist, zeigte erst kürzlich wieder die hohe Frequentierung am freien Himmelfahrtstag, wie der Vorsitzende der Wustermarker Gemeindevertretersitzung, Oliver Kreuels (CDU), berichtete. „Wir haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Outletcenter gemacht, das Sie in Ihre Betrachtung gar nicht mit eingerechnet haben. Die Besucher werden jedoch vor allem an verkaufsoffenen Sonntagen über die Einfahrt zu Karls umgeleitet – ich habe die Befürchtung, dass die Kreuzung das Aufkommen nicht tragen kann“, so Kreuels.

Erweiterung der Zufahrten wäre eine Lösung

Die Erweiterung der Ausfahrt und des Knotenpunktes könnte eine Lösung sein. Dafür müssten Flächen frei gehalten werden, um die Sicherheit für künftige Zu- und Abfahrten zu schaffen, von denen jedoch nicht nur das Erlebnis-Dorf profitieren würde. „Ich bin nicht der einzige Betroffene und fänd es schade, mein Vorhaben zurückzustellen, nur weil andere Beteiligte nicht bereit sind nach Lösungen zu suchen“, so Dahl, der sich jedoch grundsätzlich auf eine optionale Erweiterung einlassen würde. Vor allem von Seiten des Outletcenters müsse jedoch bald ein Vorschlag her, der die Situation künftig entschärft.

Auch neben der verkehrlichen Planung haben sich in den vergangenen Monaten bei der Planung des Freizeitparks einige Neuerungen ergeben, die Robert Dahl den Gemeindevertretern jetzt präsentierte. Die Anlage des großen Sees, der in der Mitte des „Erdbeerlandes“ geplant war, ist an dieser Stelle aus grundwasserrechtlichen Gründen nicht möglich. Die Badescheune – ein reines Spaßbad mit Wellnessbereich – soll an anderer Stelle entstehen. Das Gelände soll jederzeit zugänglich sein, Autos sollen nicht fahren dürfen. Hauptfortbewegungsmittel ist das Fahrrad. Auch einige Wohnungen für seine Mitarbeiter habe Robert Dahl in der Planung vorgesehen, einige würden sich jedoch sicher auch in und um Elstal nach Wohnungen umsehen.

Letztlich scheiterte Dienstagabend die Entscheidung für die Planung am Thema Verkehr. Weitere Gespräche sollen bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung folgen, dann erst wollen die Gemeindevertreter für oder gegen das Raumordnungsverfahren entscheiden.

Von Laura Sander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg