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Karnevalisten sorgen für Stimmung

Friesack Karnevalisten sorgen für Stimmung

Seit mehr als 60 Jahren sorgt der Friesacker Karnevalverein für Stimmung. Aber er spielt auch über die fünfte Jahreszeit hinaus eine große Rolle für die Kultur der Stadt. Im Rahmen unserer Serie „MAZ zu Hause in...“ haben wir ihn besucht.

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Der FKC vor seinem Vereinshaus in der Vietznitzer Straße in Friesack. Auch in dieser Saison lässt er es wieder ordentlich krachen.

Quelle: Vanessa Mehwitz

Friesack. In Friesack regiert nun der Humor. Als am 11.11. die fünfte Jahreszeit begrüßt wurde und somit die Karnevalszeit begann, war der Friesacker-Karneval-Club (FKC) natürlich auch mit dabei. Das Rathaus wurde gestürmt und mit dem Schlüssel die regierende Macht übernommen. So heißt es in der Karnevals-Sprache und ist natürlich eher spaßig gemeint.

Trotzdem ist diese Tradition für den amtierenden Präsidenten Uwe Rahn sehr wichtig. Für ihn steht im Vordergrund, die karnevalistischen Bräuche zu wahren. Ganz besonders stolz ist er auf das Vereinshaus des FKC in der Vietznitzer Straße. Lange musste der Verein ohne eigene Räumlichkeiten auskommen, nun hat der Karneval in Friesack ein Zuhause. Hier proben die Tanzgruppen, finden Veranstaltungen statt oder sitzt man einfach gemütlich zusammen. „Unser Ziel ist es, Leute zum Lachen zu bringen und ihnen eine schöne Zeit zu geben. Wir wollen hier einen kulturellen Standort haben und wichtig für Friesack sein“, erläuterte Uwe Rahn.

Nicht nur in der Karnevalszeit, sondern das ganze Jahr über finden gemeinsame Aktivitäten statt, wie Zelten, Angeln oder Kegeln. Vor allem den Jüngeren wird viel Abenteuer geboten. Der Nachwuchs im Verein ist wichtig und der FKC kommt bei den Kindern gut an. Auch Jugendliche sind am Verein interessiert, vor allem, da viel gefeiert wird. Probleme hat der Verein aber in der Altersgruppe zwischen 30 und 40, hier fehlen einfach die Mitglieder. Grund dafür ist unter anderem, dass junge Leute nach der Schule wegziehen. Das hat auch der ehemalige Vereinspräsident und Lehrer Peter Klein erkannt: „Nach dem Abschluss machen die Jugendlichen eine Ausbildung und gehen dafür weg, oder haben einfach keine Zeit mehr. Zudem haben die Leute immer weniger Interesse an den Veranstaltungen. Zuhause vor dem Fernseher zu sitzen, scheint wichtiger zu sein.“

Dabei hat die Qualität des Vereins in den letzten Jahren nicht nachgelassen. Mit großem Aufwand wird jedes Jahr ein Programm aufgestellt und für Augen und Ohren einiges geboten. So besucht der Verein beispielsweise auch Altenheime, um Freude und gute Laune zu schenken. Der Rosenmontagsball steht jedes Jahr unter einem Motto und es herrscht eine Kostümpflicht. Neben den Gardetänzen und Showtänzen gibt es im FKC aber auch eine Trommelgruppe. In diesem Jahr wurde im Rahmen der Willkommenskultur ein Asylbewerber bei den Trommlern aufgenommen. „Er hat große Augen gemacht, als er unsere Trommelgruppe in Aktion gesehen hat“, erinnert sich Uwe Rahn.

In den so genannten Fremdensitzungen kommen Karnevalsvereine aus verschiedenen Orten zusammen. Warum es ‚Fremdensitzung‘ heißt, weiß auch Rahn nicht: „Eigentlich müsste man ‚Freunde‘ sagen.“ Denn dem FKC geht es darum, positive Gefühle zu schenken und Freude zu machen. Deshalb bleibt für alle die Zuversicht, dass der Verein sich noch lange halten wird. „Der FKC ist für die Friesacker Kultur sehr wichtig, denn ohne Kultur geht nichts in einer Gemeinde“, meint Bürgermeister Klaus Gottschalk. Dem stimmen auch die Vereinskollegen mit ihrem Schlachtruf zu, dem dreifachen Hep-Kep-Tau.

Von Vanessa Mehwitz

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