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Die Feuerwehr blickt auf Rekordjahr zurück

Falkensee Die Feuerwehr blickt auf Rekordjahr zurück

Mit 804 Einsätzen war die Feuerwehr in Falkensee (Havelland) im vergangenen Jahr gefordert wie noch nie. Die Monate Januar und Februar brachten erneut viele und schwere Einsätze für die Kameraden. Die haben aber auch mit strukturellen Problemen zu kämpfen.

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Großeinsatz der Feuerwehr in Falkensee: Schnell und wirkungsvoll waren die Kameraden beim Brand in der Milanstraße im Einsatz.

Quelle: Julian Stähle

Falkensee. Es ging Schlag auf Schlag. Nach dem Rekordjahr 2017 brachte auch der Januar die Falkenseer Feuerwehr auf Trab. Erst ein schwerer Wohnungsbrand in der Falkenseer Milanstraße, dann ein Verkehrsunfall mit zwei Toten in der Spandauer Straße.

Der Februar setzte die düstere Bilanz fort: ein Toter bei einem Wohnungsbrand in Falkenhain. Insgesamt ein schwerer Beginn für die Falkenseer Feuerwehr, der aber auch zeigte, wie die Kameraden der Größe und Schwere der Aufgaben gewachsen waren.

Rekord mit 804 Einsätzen

Mit 804 Einsätzen im vergangenen Jahr hatten sich die Einsätze der Falkenseer gegenüber 2016 verdoppelt. „Nicht nur wegen der Unwetter“, sagt Stadtbrandmeister Daniel Brose. Die wachsende Stadt bringt schon mehr Aufgaben mit sich.

Aber Sturm und Regen haben die Falkenseer besonders gefordert. „An drei Tagen im Herbst 180 Einsätze“, fasst Daniel Brose die Xavier-Tage zusammen. Das ging bei allen an die Substanz, da musste auch mal gesagte werden: Jetzt ist Schluss für heute, nur noch lebensbedrohliche Sachen! „Die Müdigkeit darf nicht dazu führen, dass sich unsere Leute gefährden“, sagt Daniel Brose.

Die Regen- und Sturmtage führten zu pausenlosen Einsätzen. Mit rund 100 Brandeinsätzen lag man im vergangenen Jahr auf dem Niveau der vergangenen Jahre.

Immer mehr technische Hilfeleistung

Enorm gestiegen war bei den Falkenseern das, was unter „technischer Hilfeleistung“ gefasst wird. Das reichte von den umgefallenen Bäumen über Türnotöffnung und Verkehrsunfälle bis zur Tierrettung. Etwa, als sich eine Krähe im Netz eines Tores verfangen hatte. Schlange, Papagei, Schwan – alles schon gerettet.

Umzug in neue Feuerwache

Nach dem Rekordjahr startete auch 2018 mit vielen und schweren Einsätzen. Bisher rückten die Einsatzfahrzeuge aus dem alten Depot an der Marwitzer Straße aus. Nicht mehr lange, dann werden sie es von der neuen Feuerwache tun. Das auffällige Gebäude an der Schönwalder Straße wird ab Ende des Monats bezogen.

Noch gibt es jede Woche Baubesprechungen für die Nacharbeiten und Mängelbeseitigungen, sagt Daniel Brose. Ende Februar werden zuerst die Einsatzkräfte und die Technik umziehen. Sechs der wichtigsten Fahrzeuge kommen in das neue Hauptgebäude der Feuerwehr, die andere Technik bleibt im Altbau. Danach wird auch die Verwaltung umziehen, werden die Büros eingerichtet.

Dann wird auch überlegt, was mit den Pokalen und Tellern passiert, die sich in der 114-jährigen Feuerwehrgeschichte angesammelt haben. Eines der kleinsten Probleme, winkt Daniel Brose dabei gelassen ab.

Strukturelle Probleme

Ihn treiben ganz andere, strukturelle Probleme um. „Die wachsende Stadt mit ihren wachsenden Aufgaben – das ist ja keine Floskel, sondern ganz konkret“, sagt er. Mehr Menschen, das bedeutet mehr Einsätze. Das bedeutet mehr Autos auf den Straßen, die es den Einsatzkräften mitunter schwer machen, schnell zum Einsatzort zu kommen.

Tiefgaragen als neue Herausforderung

Das bedeutet auch, dass Falkensee bald über zehn Tiefgaragen verfügt. „Da breitet sich ein Feuer ganz anders aus, sehr schnell, da brauchen wir besondere Technik und solche Notfälle müssen geprobt werden“, beschreibt Frank Christ, stellvertretender Stadtbrandmeister, die Situation.

Auf die neuen Aufgabe bereitet sich die Feuerwehr vor. Immerhin: In diesem Jahr gibt es eine neue Planstelle. Ein kleiner Schritt in Richtung 24-Stunden-Wache, bei der rund um die Uhr eine Grundbesatzung von hauptamtlichen Kräften gesichert ist.

Sorgen der Ehrenamtlichen

„Das wirft bei manchem von den Ehrenamtlichen Fragen auf, ob sie noch gebraucht werden“, weiß Daniel Brose, „aber das werden sie auf jeden Fall“, sagt er und nennt als Beispiel: Bei dem Brand in der Milanstraße hätten die hauptamtlichen Kräfte die Menschen gerettet, das Feuer haben die Ehrenamtlichen bekämpft. „Eine schnelle Eingreiftruppe reicht nicht“, bestätigt Frank Christ, „wir brauchen auch die Kavallerie.“

Wobei auch die Situation der Hauptamtlichen nicht unproblematisch ist. „Uns laufen die Leute davon“, befürchtet Daniel Brose, andere Bundesländer – vor allem das nahe Berlin – bieten bessere Bedingungen. Mehr Geld und mehr Absicherung, etwa durch einen Beamtenstatus.

Über all das muss in Falkensee geredet werden. Derzeit wird viel getan für den Nachwuchs, angefangen von der gefragten Jugendfeuerwehr bis zur Ausbildung eigener Leute. Die will man in der Gartenstadt halten.

Von Marlies Schnaibel

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