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Kein Geld für Kinder, aber für Eidechsen

Rathenow Kein Geld für Kinder, aber für Eidechsen

400 000 Euro hat ein Unternehmen investieren müssen, um etwa 220 geschützte Zauneidechsen umsiedeln zu lassen. Eine MAZ-Leserin ist erschüttert, dass hierzulande so viel Geld für den Tierschutz ausgegeben wird, aber kaum etwas für Kinder.

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Um das Leben von rund 220 Zauneidechsen zu retten, musste ein Unternehmen etwa 1800 Euro pro Tier investieren.

Quelle: Peter Geisler

Rathenow. Zutiefst erschüttert war MAZ-Leserin Brigitte Meyer als sie einen Bericht über den Bau der Photovoltaik-Anlage an der Semliner Straße las. „400 000 Euro hat ein Unternehmern investiert, um rund 220 geschützte Zauneidechsen umzusiedeln. Das sind etwa 1800 Euro pro Eidechse! Wir leben in einem Land in dem es Kinder gibt, deren Eltern sich für den Nachwuchs kein warmes Mittagessen leisten können. Angesichts solcher Tatsachen frage ich mich, was uns Kinder Wert sind?“, so die Frau. Sie appelliert an das Gewissen der Verantwortlichen. „Ich bin wirklich nicht gegen Natur- und Tierschutz, aber es muss doch alles verhältnismäßig sein.“

Ohne Umsiedlung kein Baurecht

Auch die Firma Sybac Solar GmbH, die die Umsiedlung der Eidechsen finanzieren musste, um das Projekt umsetzen zu können, war von den hohen Kosten und Auflagen der Ämter für die Umsiedlung der Zauneidechse überrascht. „Die Maßnahme war aber unumgänglich, da wir sonst niemals Baurecht für die Fläche erhalten hätten“, erklärt Projektentwickler Peter Ronig und fügt hinzu: „Wir werden definitiv keine Flächen mehr angehen, in der wir mit solchen Problemen konfrontiert werden.“ Dabei spricht er insbesondere die strengen Auflagen der einzelnen Ämter an.

Harte Auflagen schrecken Investoren ab

Die Sybac Solar GmbH hat bereits in ganz Deutschland und international Photovoltaik-Freiflächenanlagen errichtet und betrieben. „Solch hohe Kosten mussten wir jedoch noch nie Aufbringen. Wir erhielten auch noch nie solch strenge Auflagen, Bürgschaften und dergleichen“, so Ronig. Derzeit stehe die Sybac Solar in weiteren Verhandlungen mit einer staatlichen Behörde, welche weitere Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich verlangt, da die GmbH den geschaffenen Lebensraum der Zauneidechse, trotz gegenläufiger Meinung von anerkannten Experten wieder zurückbauen soll. „Sollten diese Kosten auf uns zukommen, steigt der Preis pro gefangener Zauneidechse auf bis zu 2200 Euro“, gibt Ronig zu bedenken.

Der Verantwortung gegenüber Flora und Fauna sei sich das Unternehmen sehr wohl bewusst. Deshalb habe man auch alle Auflagen und Bedingungen der Behörden erfüllt. Allerdings würden derart harte Auflagen zukünftige Investoren abschrecken.

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Von Christin Schmidt

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