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Rathenow: Kein Interesse an alten Kasernen

Vermarktung von Militärgebäuden schwierig Rathenow: Kein Interesse an alten Kasernen

Im Sommer 2014 besuchte Finanzminister Christian Görke die leer stehenden Kasernen in der Rathenower Breitscheidstraße. Damals war von einem potenziellen Investor die Rede. Bis heute aber hat sich nichts getan. Gerüchte, der Kreis wolle die Kasernen zur Flüchtlingsunterkunft umbauen, haben sich nicht bestätigt.

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Der Wirtschaftstrakt der Mot-Schützenkaserne steht, wie vier weitere Kasernengebäude, seit über 20 Jahren leer.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Der Prinz, der die Kasernen in der Rudolf-Breitscheidstraße wachküsst, hat sich noch nicht gefunden. Im Sommer 2014, als Finanzminister Christian Görke das Gelände gemeinsam mit Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG), welche die Grundstücke im Auftrag des Landes verwaltet, besuchte, war von einem ernsthaften Interessenten die Rede.

Die Vermarktung der zwei denkmalgeschützten Kasernenkomplexe gestalte sich als sehr schwierig, da die Entwicklung vormals militärisch genutzter Flächen sehr aufwendig und anspruchsvoll sei, hat Andrea Magdebutrg jetzt auf MAZ-Nachfrage erklärt. „Derzeit gibt es keine Interessenten für die Liegenschaften, welche die Herausforderungen einer Entwicklung selbstständig bewältigen könnten“, so Magdeburg weiter. Dies treffe auch für den oben erwähnten Investor zu, der vor rund zwei Jahren Interesse an einer Wohnnutzung bekundet hatte.

Die seit einiger Zeit kursierenden Gerüchte, der Kreis wolle die Gebäude zu Flüchtlingsunterkünften umfunktionieren, werden Gerüchte bleiben. Zwar habe der Kreis die Kasernen – wie viele andere Objekte – geprüft, so die BBG-Chefin. Aus wirtschaftlichen Gründen sei eine Nachnutzung für die Unterbringung von Asylsuchenden aber nicht in Betracht gezogen worden.

Von der Substanz stabil, aber nur unter großem Aufwand nutzbar zu machen

Von der Substanz stabil, aber nur unter großem Aufwand nutzbar zu machen: Blick in die „Eiermann“-Kaserne.

Quelle: Markus Kniebeler

Dass es nicht einfach ist, die seit Anfang der 90er Jahre leer stehenden Kasernen zu vermarkten, hat vor allem mit deren Größe zu tun. Die nach Plänen des Architekten Egon Eiermann errichtete Mot-Schützenkaserne im vorderen Teil der Breitscheidstraße, die aus einem Wirtschaftstrakt und vier Kasernengebäuden besteht, hat eine Gesamtnutzfläche von rund 17 500 Quadratmetern. Bei der Kraftfahrerkaserne dahinter, die ebenfalls aus fünf einzelnen Gebäuden besteht, sind es über 11 000 Quadratmeter. Für potenzielle Investoren kommt erschwerend hinzu, dass beide Gebäudekomplexe unter Denkmalschutz stehen.

BBG-Chefin Andrea Magdeburg

BBG-Chefin Andrea Magdeburg.

Quelle: Markus Kniebeler

„Die BBG ist natürlich nach wie vor bestrebt, die Liegenschaften bestmöglich zu vermarkten“, erklärt Andrea Magdeburg. Dass dies kein frommer Wunsch bleiben muss, dafür gebe es im Land Brandenburg etliche Beispiele. So sei Ende des vergangenen Jahre ein großer Kasernenkomplex in Bernau veräußert worden, der in der Vergangenheit mehrfach Gegenstand von Verkaufsverhandlungen war, die aber nie zu einem endgültigen Vertragsabschluss geführt hätten. „Natürlich befinden sich auch an anderen Standorten Liegenschaften im Portfolio, die trotz mehrfacher Veröffentlichung bisher noch keinen Käufer/Investor gefunden haben“, sagt sie. Der Fall Bernau zeige indes, dass man die Hoffnung, Nachnutzer für militärische Flächen zu finden, nicht aufgeben soll.

Kasernen unter Denkmalschutz

Die Mot.-Schützenkaserne im vorderen Teil der Breitscheidstraße besteht aus vier Kasernengebäuden und einem Wirtschaftstrakt. Das Ensemble wurde Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts nach Plänen des bekannten Architekten Egon Eiermann errichtet, einem der prominenten Vertreter der klassischen Moderne. Seit 1996 steht die Kaserne unter Denkmalschutz.

Auch die Kraftfahrerkaserne am nördlichen Ende der Breitscheidstraße steht auf der Liste schützenswerter Denkmale. Wobei der Fall ein bisschen kurios ist. Die BBG hatte die Gebäude für den Abriss vorgesehen. Die Genehmigung war erteilt, und 2010 waren die ersten Nebengebäude bereits gefallen, als nach Intervention eines geschichtsbewussten Bürger ein Abrissstopp verhängt wurde. Die 1937 errichteten Gebäude nach Plänen des Berliner Architekten Otto Risse seien baugeschichtlich bedeutend und müssten erhalten werden, so das Urteil der Denkmalschützer.

 

Von Markus Kniebeler

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