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Havelland Kein Platz mehr für Flüchtlinge
Lokales Havelland Kein Platz mehr für Flüchtlinge
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00:31 13.06.2015
Lehrer Börge Tiefenau beim Unterricht in der Willkommensklasse der Duncker-Oberschule. Quelle: B. Geske
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Rathenow

Es waren schon mal 17, gegenwärtig sind es 15. Ins Jahngymnasium gehen vier Asylkinder, die Gesamtschule Bruno H. Bürgel hat keine. „Uns fehlen die Kapazitäten“, erklärt Thomas Winterfeldt, „eine zusätzliche Lehrkraft ist beantragt, aber wir bekommen sie nicht.“

Die Duncker-Oberschule hat eine Lerngruppe für Asylkinder gebildet, die sie Willkommensklasse nennt. Sie haben dort von Montag bis Mittwoch täglich fünf Stunden Deutsch. Um sie zu integrieren, lernen sie zu den anderen Zeiten in ihren Klassen. Thomas Winterfeldt beklagt fehlende Unterstützung von staatlicher Seite.

Aus ihrem normalen Budget habe die Schule Lehr- und Lernmittel für Asylkinder kaufen müssen, sagt er, zusätzliche Mittel vom Landkreis oder der Stadt wären sehr hilfreich gewesen. Vom Schulamt sei ihm schon vor längerer Zeit eine weitere Lehrkraft versprochen worden – angekommen sei indes noch keine.

Lehrer Börge Tiefenau kam an die Oberschule, um Geografie zu unterrichten. Als die Leitung ihm im Januar dann „Deutsch als Fremdsprache“ in der Willkommensklasse anbot, hat er zugesagt. Es mache ihm Spaß, sagt er, und falle ihm nicht schwer. Er habe im Ausland studiert. Die Asylkinder seien wissbegierig, manche sehr fleißig und viele machten Fortschritte. Weil die Sprachkenntnisse sehr unterschiedlich sind, sei es für ihn oft schwierig, die richtige Balance zu finden.

Drei Asylkinder

Lili Petrosjan (17 Jahre), ein Flüchtlingsmädchen aus Armenien, ist seit zwei Jahren in der Bundesrepublik und sagt, Deutsch falle ihr jetzt schon viel leichter als vor einem Jahr. Sie wolle die Sprache erlernen, um eine Lehrstelle für einen guten Beruf zu bekommen.
Marwa Kabbani (17) aus Syrien ist ein Jahr in Deutschland und sagt, sie wolle hier Chemie und Mathematik studieren, um Lehrerin zu werden.
Mohammad Othman (15) aus Syrien gibt zu, nach einem Jahr hier sei die Sprache für ihn noch schwer. Er könne die deutsche Schrift zwar lesen, aber viele Worte verstehe er nicht.

Unterrichtssprache sei Deutsch, aber in manchen Fällen funktioniere die Vermittlung nur mit Händen und Füßen. Eine gute Lösung sei es, die Willkommensklasse in zwei Gruppen zu teilen. Aber das gelinge nicht so häufig.

Nicht wenige Flüchtlingskinder, sagt Schulleiter Thomas Winterfeldt, hätten das Leistungsvermögen, um die Gesamtschule oder das Gymnasium zu besuchen. Doch wegen fehlender Sprachkenntnisse landeten sie zuerst an der Oberschule. Er habe 21 Lehrkräfte, teilt er mit, doch von diesen seien zwei langfristig erkrankt. Zwar erhalte er vom Schulamt pro Flüchtlingskind eine Unterrichtsstunde Förderung, doch nutze ihm das wenig, wenn er keine weitere Lehrkraft bekomme.

Der für Migration zuständige Schulrat Harald Schmidt hat für die Duncker-Oberschule keine kurzfristige Lösung parat. Im Bestand seines Amtes Neuruppin sei die gesuchte Lehrkraft nicht vorhanden, teilt er mit. Deshalb habe er das Schulamt in Brandenburg/H. um Amtshilfe gebeten. Zusagen könne er gegenwärtig nur, kündigt Harald Schmidt an, dass im neuen Schuljahr eine Willkommensklasse in der Dunckerschule gebildet werde, für die es dann eine verlässliche Regelung gebe.

Von Bernd Geske

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