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Havelland Kein Schießplatz, kein Radweg, keine Container
Lokales Havelland Kein Schießplatz, kein Radweg, keine Container
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00:24 26.12.2015
Ostern brannte das größte Osterei Brandenburgs in Dallgow-Döberitz. Der Ort kann mit manchem Superlativ aufwarten. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Dallgow-Döberitz

Das Jahr 2015 war in Dallgow-Döberitz erst mal ein Jahr der Dinge, die nicht passierten. Über den Jahreswechsel waren die Proteste gegen einen geplanten Schießplatz in der Döberitzer Heide hinübergeschwappt. Auf Dallgower Gemarkung wollte die Bundeswehr eine Sammelstandortschießanlage errichten, doch im März kam das Nein aus dem Bundesverteidigungsministerium.

Nichts Positives kann man einem anderen Nein abgewinnen. Im Februar hatten sich die Abgeordneten mit viel Enthusiasmus daran gemacht, einen Radweg zwischen Dallgow und Falkensee entlang der alten Landesstraße zu bauen, rund 400 000 Euro wollten sie dafür berappen. Aber im März die Ernüchterung bei einem Vorort-Termin an der Brücke. Hier wird es eng für Radfahrer, zu eng, wenn sie sich auch noch begegnen sollen, sagte die Verkehrsbehörde. Die Pläne seien nicht genehmigungsfähig, zu gefährlich für Radfahrer.

Nichts passiert ist auch bei dem Endlosthema Stolperstein. Seit 2008 geht es um die Erinnerung an das jüdische Ehepaar Katz, ein erneuter Antrag im Frühjahr wurde von den Gemeindevertretern mit Hinweis auf die heutigen Bewohner des Hauses abgelehnt.

Für viel Aufregung sorgte die Suche nach geeigneten Flächen für Asylunterkünfte. Bei einer Bürgerversammlung im Juli wurde das Gymnasium fast gestürmt, die Aula fasste nur 200 Besucher, draußen standen aber noch mal fast 300 Frauen und Männer, die mehr wissen wollten. Am Ende wurde die Veranstaltung in zwei Etappen gemeistert. Am Artilleriepark sollte eine Unterkunft für 200 Flüchtlinge entstehen, aber im September hieß es: entsprechende Container sind nicht lieferbar, die ganze Sache verzögert sich.

Ein Nein kam 2015 auch aus Seeburg, die populäre Veranstaltung Tennis Classics fand in diesem Jahr nicht statt. Und es sieht fast so aus, als ob die Tennisfreunde auch 2016 auf dieses sportliche Highlight verzichten müssen.

Mit dem Verzichten kennen sich zumindest die Sportler in Seeburg gut aus. Sie hoffen darauf, dass an ihrem schäbigen Sportplatz endlich etwas passiert. Die verzwickte Situation, in der jede Entwicklung des Sportplatzes an die Entwicklung eines Golfplatzes gekoppelt ist, könnte sich jedoch ändern. In der vergangenen Woche wurde das gesamte Areal, auf dem Golfplatz und Golfhotel geplant sind, für mehr als 1,5 Millionen Euro versteigert. Vielleicht kommt so Bewegung in die festgefahrene Angelegenheit. Ein neuer Besitzer könnte auch neue Pläne mitbringen.

Und mit Plänen kennt man sich in Dallgow-Döberitz aus. Manche haben in diesem Jahr doch endlich Gestalt angenommen. Zwar wird noch nicht gebaut, aber auf dem Papier sind das neue Rathaus und die neue Kindertagesstätte schon zu sehen.

Ganz hoch hinaus will man in der Döberitzer Heide. Hier soll unweit des Havelparks ein Baumwipfelpfad entstehen. Nach ersten Schätzungen soll die Anlage etwa 4,5 Millionen Euro kosten. Für den Ausbau von Rad- und Wanderwegen sind rund 3,2 Millionen Euro vorgesehen.

Der Pfad ist etwas Gigantisches, aber die Dallgower können auch sonst mit einigen Rekorden aufwarten. Der Ort wächst schneller als jeder andere im Havelland. Das Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle hatte alle ostdeutschen Kommunen seit der Wende untersucht und dabei eventuelle Gebietszugewinne berücksichtigt. Dallgow-Döberitz brachte es dabei auf eine Wachstumsrate von 164,7 Prozent und wurde Spitzenreiter im Havelland. Zur Wende lebten hier 4270 Einwohner, Ende 2013 waren es fast 9000. Inzwischen wohnen mehr als 9600 in der Gemeinde, Tendenz steigend.

Dem gegenüber steht eine fallende Tendenz: In keiner Gemeinde des Havellandes erhalten so wenige Menschen Leistungen vom Jobcenter wie in Dallgow-Döberitz. So gab es im Juni nur 371 Hartz-IV-Empfänger – das sind vier Prozent der Einwohner.

Richtig in die Millionen geht es, wenn man auf den Havelpark blickt. Das Einkaufszentrum feierte sein 20-jähriges Bestehen mit Schlagerstar Michael Wendler. 140 Millionen Kunden haben den Havelpark in den vergangenen zwei Jahrzehnten angesteuert. Der Park – vor allem der geschlossene Baumarkt – sollen umgebaut und aufgefrischt werden. Aber daraus wurde in diesem Jahr noch nichts, das ist dann schon ein Thema für 2016.

Von Marlies Schnaibel

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