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Kein dauerhaftes Wohnrecht in Kleingärten

Vorhaben gescheitert, Anliegern droht Ärger Kein dauerhaftes Wohnrecht in Kleingärten

Es war gut gemeint, was drei Anwohner des Gebietes Amsel-/Lerchenweg in Ketzin/Havel im Jahr 2011 initiiert hatten. Sie wollten mit Hilfe eines Bebauungsplanverfahrens das legalisieren, was in dem kleinen Naherholungsgebiet sowieso schon Realität ist: Dauerwohnen. Doch das Vorhaben ist gescheitert. Jetzt droht einigen Anliegern sogar ein Verfahren.

Ketzin/Havel. Ende Mai beschlossen die Ketziner Stadtverordneten schweren Herzens, das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Amselweg/Lerchenweg“ einzustellen. Zwei Jahre Arbeit, Planung, Recherchen, Gespräche – alles hat nichts gebracht. Denn: Dort ein allgemeines Wohngebiet zu entwickeln, ist nach Ansicht des Landkreises nicht möglich, weil die Erschließung nicht gesichert ist. Beide Wege sind so schmal, dass ein Befahren nur in eine Richtung möglich ist. Es gibt keine Wendemöglichkeiten für größere Fahrzeuge wie Feuerwehr, Krankenwagen oder andere Transporter. „Die Mülltonnen müssen die Leute jedesmal nach vorn an die Straße An der Fähre bringen“, weiß Bürgermeister Bernd Lück.

Was er und die Verwaltung nicht genau wissen, ist, wie viele Leute tatsächlich in dem Gebiet ihren Hauptwohnsitz haben. „Laut Einwohnermeldeamt sind im Amselweg vier Nebenwohnsitze angemeldet und im Lerchenweg 14 Personen mit ihrem Hauptwohnsitz, drei mit Nebenwohnsitz.“ Das sei die Theorie. In der Praxis werden von den mehr als 30 Grundstücken die meisten das ganze Jahr über genutzt.

Der Versuch des Bebauungsplanverfahrens ist gescheitert, weil die Mehrheit der Anwohner kein Stückchen von ihrem Land etwa für Ausweichbuchten abgeben wollte. Es gibt eben die, die weiterhin nur eine Wochenendhaussiedlung möchten und die, die ein Haus bauen oder ein Dauerwohnrecht für bereits gebaute Häuser wünschen.

Insgesamt, so teilte Kreissprecherin Caterina Rönnert auf Anfrage mit, habe der Kreis seit 1991 lediglich fünf Baugenehmigungen für Wohnhäuser im Bereich „Straße an der Fähre“ und „Lerchenweg“ erteilt. Wenn der Kreis davon erfährt, dass ein ursprüngliches Wochenendhaus als Wohnhaus genutzt wird, werde ein ordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet, so Rönnert. Sollte dann die Baugenehmigung für die Nutzungsänderung nicht erteilt werden, dann kann derjenige dort nicht dauerhaft wohnen.

Von Jens Wegener

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