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Kein sozialer Wohnraum im Olympischen Dorf

Ehemaliges Sportlerdorf Elstal Kein sozialer Wohnraum im Olympischen Dorf

Die Wustermarker Linken sind mit einem Antrag gescheitert, der darauf abzielte, im Olympischen Dorf Elstal künftig einen hohen Anteil an Sozialwohnungen zur Verfügung zu stellen. Es hagelte Kritik von allen Seiten.

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Sie ist da, wenn Nachbarn streiten

Die meisten der historischen Gebäude im Olympischen Dorf von 1936 werden erhalten.

Quelle: David Kregenow

Elstal. Die Signale für die Entwicklung des Olympischen Dorfes von 1936 in Elstal stehen auf Grün. Nach einigen gescheiterten Versuchen in den vergangenen Jahren Investoren zu finden, die das denkmalgeschützte Areal wieder beleben, liegt nun ein von den Gemeindevertretern abgesegnetes Entwicklungskonzept vor. Ebenfalls stimmten die Wustermarker Kommunalpolitiker für die Aufstellung des Bebauungsplanes E 36 „Olympisches Dorf“, der das gesamte Areal von knapp 53 Hektar umfasst.

Für den ersten Bauabschnitt (18 Hektar) mit dem ehemaligen Speisehaus der Nationen und den verbliebenen Sportlerunterkünften steht mit der Firma Terraplan aus Nürnberg bereits ein potenzieller Investor bereit, der sich in der Denkmalsanierung auskennt und sich seit fast zwei Jahren schon mit der möglichen Sanierung von bestehenden Gebäuden und Neubauten im Olympischen Dorf befasst hat. „Die konkrete Erschließungs- und Entwicklungsplanung für den ersten Bauabschnitt werden wir jetzt beauftragen. Der Kaufvertrag mit der DKB-Stiftung als Eigentümer der Fläche ist in Vorbereitung und wird hoffentlich in den nächsten Monaten unterzeichnet“, sagte der kaufmännische Leiter der Firma Terraplan Gerhard Trubel während der Gemeindevertretersitzung.

Zuvor hatte die Wustermarker Linke mit einem Antrag für Aufregung gesorgt. Die Elstaler Bürger sollten sich zu der Frage äußern, ob sie dafür sind, das mindestens 30 Prozent der neuen Wohnungen im Olympischen Dorf dauerhaft als sozialer Wohnraum zur Verfügung stehen müssen. Fraktionschef Tobias Bank: „Wir hängen nicht an den 30 Prozent, aber wir wollen erreichen, dass sich die Gemeindevertreter mit dem Thema sozialer Wohnungsbau in Elstal befassen. Deshalb plädieren für eine ergebnissoffene Lenkungsgruppe Wohnen und Lärmschutz, die die Ergebnisse der Bürgerbefragung auswertet.“

Doch das wird es erstmal nicht geben. Denn von allen Seiten prasselte Kritik auf die Linken ein. „Wir haben endlich einen Investor gefunden. Den können wir nicht mit solchen Forderungen vertreiben“, sagte Christina Hanschke (SPD). Sozialer Wohnungsbau in Elstal ja, aber nicht ausgerechnet im Olympischen Dorf, wo die Sanierungskosten sehr hoch seien, äußerten andere Gemeindevertreter. „Richtig ist, dass die Kommunalpolitik gefordert ist, um die Gemeinde Wustermark für junge Familien attraktiv zu halten. Dazu gehören neben einem guten Wohnumfeld und attraktiver Schul- und Kita-Infrastruktur natürlich auch familienfreundliche Mieten. Aber was soll eine Einwohnerbefragung mit einer so suggestiv gestellten Frage“, sagte der Vorsitzende der CDU Wustermark, Halvor Adrian, auf Anfrage der MAZ.

Auch Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) lehnte den Antrag der Linken ab. „Das aufgrund Nachfrage und aufwendiger Sanierungs- oder Herstellungskosten sich die Mietpreise in vertretbarem Maße erhöhen oder anpassen... ist aus Gründen nachhaltiger Wohnungs-und Bestandspflege erklärbar. Ein ausgewogenes Maß ist hier wichtig. Dieses haben wir aus meiner Sicht in Wustermark.“ Es gebe bezahlbaren Wohnraum, aber man brauche auch neue Wohnungen und neue Wohnflächen. Dabei komme es darauf an, dass sich Gemeinde und Investoren auf das abstimmen, was der Gemeinde wichtig und was wirtschaftlich darstellbar sei, so Holger Schreiber.

Von Jens Wegener

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