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Keine Angst vor Männerdomänen

Falkensee Keine Angst vor Männerdomänen

Staatssekretärin Ines Jesse war zu Gast beim 40. Falkenseer Frauenstammtisch. Dazu hatte Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher die SPD-Frau eingeladen. Ein Gespräch über Männerdomänen, Frauenspezifik und Siedlungsstern.

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Ines Jesse (Mitte) zu Gast beim Frauenstammtisch, zu dem Ursula Nonnemacher (rechts) eingeladen hatte.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Ja, es wird auch Bier getrunken beim Falkenseer Frauenstammtisch. Aber auch Wasser, Kaffee, Apfelschorle oder Rotwein. Es ist eben alles andere als ein klassischer Stammtisch, zu dem Ursula Nonnemacher regelmäßig einlädt. Und so bunt wie die Getränkepalette ist auch das Parteienspektrum der Teilnehmerinnen an dieser Gesprächsrunde, die sich Monat für Monat im Hotel „Kronprinz“ einfindet. In gediegenem Ambiente wird da ganz ungediegen diskutiert. Munter und offen geht es zu. Das war auch am Donnerstagabend so, als Staatssekretärin Ines Jesse eingeladen war.

Die ist für viele noch als Falkenseer Dezernentin und Vizebürgermeisterin präsent. Seit Mai ist die 45-Jährige Staatssekretärin in Brandenburgs Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. „Wie ist da so?“ war die erste und ganz einfach formulierte Frage an sie. „Als ich in mein Büro kam, habe ich erst mal geschluckt“, erzählte sie, „die Wände hingen voller Pläne.“ Eine dieser Landkarten hatte sie mitgebracht, sie zeigt Brandenburg und in der Mitte den schönen Siedlungsstern - die Idee, das Berliner Umland strahlenförmig an den Verkehrssträngen zu entwickeln und nicht alles zu zersiedeln.

Und so sprudelte einiges aus der Staatssekretärin heraus, die in einem Metier gelandet ist, mit dem sie bisher wenig zu tun hatte. In Falkensee war sie für Ordnungsangelegenheiten und den ganzen Bereich Schulen und Kitas zuständig. Der Weg ins Ministerium war deshalb für sie kein leichter. „Ich habe mich in Falkensee wohl gefühlt, aber wollte mehr“, sagte Ines Jesse bezogen auf ihre Dezernentenstelle, „ich wollte Landrätin werden.“ Als das nicht klappte und kurze Zeit später das Angebot kam, ins Infrastrukturministerium zu gehen, hatte sie sich eine Woche Bedenkzeit ausgebeten. Und dann zugesagt. Angst davor, als Frau in eine Männerdomäne zu stoßen, hat sie nicht. Da kann es schon mal sein, dass sie in einen Raum kommt und an der Beratung oder Tagung außer ihr nur Männer teilnehmen. Das Aufgabenfeld, das sie jetzt beackert, ist spannend: Der Landesentwicklungsplan – Wie geht es weiter mit der Region Berlin-Brandenburg? – stellt Weichen für die Entwicklung. Mobilitätsstrategien und Strategien für Wohnungsbau – hier wird gestaltet. „Ich habe ein tolles Team, das mich einarbeitet“, sagte Ines Jesse und lachte ein bisschen: „Am Beispiel von Falkensee wird mir alles erklärt.“

Die Zuhörer wollten vieles wissen: Wurde sie als Frau angefeindet, angezweifelt? Nein, sagt die Staatssekretärin, sie habe nur positive Erfahrungen gemacht, sicher sei nicht jeder begeistert.

Gibt es einen Perspektivwechsel, gestern Rathaus Falkensee, jetzt Ministerium Potsdam? Manchmal schon, sagte Ines Jesse und nannte ein Beispiel: „Mir ist klar geworden, wie wichtig Insek wirklich ist.“ Nicht jeder im Raum wusste, was die Abkürzung Insek bedeutet. Integrierte Stadtentwicklung, die viele Konzept bündelt. Sie ist Voraussetzung, das Fördermittel für Projekte fließen. Falkensee arbeitet schon zweieinhalb Jahre dran, die Kommunen im Land brauchen durchschnittlich ein Jahr dafür.

„Wir bekommt man mehr Frauen in die Politik? Auch in die Kommunalpolitik?“ Über die Frage wurde an diesem Gesprächsabend lange diskutiert. Fast schien es so, als ob es leichter war, Gründe zu finden, warum Frauen neben Familie und Beruf davor zurückschrecken. Aber die Möglichkeit, trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse etwas zu gestalten – und das gerne mit den Männern – brachte dann doch noch positive Argumente.

Von Marlies Schnaibel

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