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Keine Angst vor großen Tieren

Havelland Keine Angst vor großen Tieren

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Havelland werden nicht nur zur Rettung von Menschen gerufen, sondern kümmern sich hin und wieder auch um Tiere, die in Notlagen oder aber ausgerissen sind. Die Palette der Tiere reicht von Schlangen über Pferde und Hunde bis hin zu Elefanten.

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Nach einem schweren Verkehrsunfall wurden zahlreiche Kaninchen aus einem Auto geschleudert. Die Brieselanger Kameraden fingen die entlaufenen Tiere wieder ein.

Quelle: Julian Stähle

Havelland. Wenn Feuerwehrleute ausrücken, dann müssen sie meist Menschen aus Notlagen retten. Doch manchmal bekommen sie es auch mit Tieren zu tun, so wie die Brieselanger. „Es gibt so etwas immer wieder einmal. Im Vorjahr hatten wir aber eine Häufung solcher Fälle“, sagt Gemeindewehrführer Marco Robitzsch. Im Frühjahr wurden die Einsatzkräfte in die Straße Am Nest gerufen, wo ein scheinbar verletzter Waschbär in einer großen Birke hing. Mit bissfesten Handschuhen rückten die Kameraden ihm mit Hilfe der Drehleiter in guter Absicht auf den Pelz. Das fand der aber nicht so toll und raste den Stamm herunter, um am nächsten Baum dann wieder hochzuklettern.

Ein anderes Mal machten die Kameraden eine Brieselangerin glücklich, indem sie ihren Hund aus einem mehrere Meter tiefen Abwasserschacht retteten. Jimmy war darin urplötzlich verschwunden, kam aber mit Hilfe der Retter unverletzt wieder zum Vorschein. Und schließlich wurden die Einsatzkräfte im November zu einem schweren Unfall gerufen. Ein Auto mit 20 Kaninchenboxen hatte sich überschlagen. Die Tiere wurden herausgeschleudert und mussten dann wieder eingefangen werden.

„Für uns ist so etwas trotzdem etwas Normales, wir haben da keine Berührungsängste“, sagt Marco Robitzsch und erinnert sich noch an andere Einsätze dieser Art. „Einmal mussten wir sehr schreckhafte Kamerunschafe einfangen“, sagt er. Mehr als fünf bis sechs Meter kamen die Kameraden nicht heran. Schließlich mussten sie den Tieren hinterher springen. Aber auch ein Schwan, der eine Angelschnur verschluckt hatte, ein im Morast eingesunkenes Pferd oder ausgebrochene Ponys waren schon Grund eines Einsatzes. Ebenso wie Bienen. Dazu wurden sie einmal in den Pausiner Weg gerufen. „Wir hatten einen Imker gerufen, der ist dann zusammen mit dem Kameraden im Korb nach oben gefahren.“ Der Feuerwehrmann selber hatte auch eine Imkerschutzausrüstung an. „Die hatte ich extra für solche Zwecke schon besorgt“, sagt Robitzsch. Gab es doch bereits öfter ähnliche Anfragen.

Keine Angst vor großen Tieren haben die Friesacker Einsatzkräfte. Im Winterlager des Zirkus‘ mussten sie einmal einen kranken Elefanten mit Hebetechnik aufrichten. Jahre vorher halfen sie mitten im Winter, die Tiere zu tränken, nachdem das Wasser eingefroren war. Ebenfalls nicht ganz alltäglich war ein Einsatz unlängst in einem Mietshaus. „Da befand sich eine Schlange im Spülkasten einer Toilette“, sagt Stefan Scharschmidt. Woher die Kornnatter kam, weiß niemand. Angeblich hatte der Vormieter, der bis vor einem Jahr dort wohnte, Schlangen gehalten. Das Tier kam in eine Reptilienauffangstation in Brandenburg an der Havel. Es war nicht der erste Einsatz wegen einer Schlange. Ein anderes Mal haben die Kameraden ein Pferd aus einem Kanal geholt.

„Ein- bis zweimal im Jahr haben wir Tiereinsätze“, sagt der Vize-Amtswehrführer, der das Thema auch in der Grundausbildung behandelt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Tiere durchaus panisch reagieren können, wenn es brennt. Plötzlich steht vor einem ein großer Hund, der nur sein Herrchen beschützen will, oder eine Kuhherde will aus dem Stall flüchten“, so Scharschmidt. Für die Jugendfeuerwehr gab’s zum Jahresabschluss 2016 einen besonderen Ausflug in die Reptilienstation. „Das war für die Kinder sehr interessant“, so Scharschmidt. Da durften sie auch einem Scorpion oder einer Vogelspinne nahe kommen und hatten Kontakt zu einem Polarfuchs und einem Wüstenbussard.

Aber die Kameraden sorgen manchmal auch dafür, dass es erst gar nicht zu problematischen Situationen kommt. Als die Brieselanger zu einem Unfall auf der Autobahn gerufen wurden, sahen sie im Stau einen Geflügeltransporter, der in der prallen Sonne stand. Nur eine Frage der Zeit, bis den Puten das Trinkwasser ausgeht. „Wir haben den Lkw dann noch schnell durchgeleitet“, so Robitzsch.

Von Andreas Kaatz

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