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Keine Fledermäuse bei der Fledermausnacht

Milow Keine Fledermäuse bei der Fledermausnacht

Die Naturwacht Westhavelland hatte am Freitag zur „Langen Nacht der Fledermäuse nach Milow geladen. Alles war gut vorbereitet. Nur die eigentlichen Hauptakteure des Abends blieben der Veranstaltung fern. Vor der Dorfbadestelle an der Havel warteten 30 Veranstaltungsbesucher vergebens auf ein lebendiges Exemplar.

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Bea Koch von der Naturwacht setzte eine Fledermaus aus Plüsch in das Fangnetz.

Quelle: Norbert Stein

Milow. Die Naturwacht Westhavelland hatte am Freitag zur „Langen Nacht der Fledermäuse nach Milow eingeladen. Alles war bestens vorbereitet, die rund 30 Zuschauer waren guter Dinge. Nur die eigentlichen Hauptakteure des Abends blieben der Veranstaltung fern.

Vor der Dorfbadestelle an der Havel warteten die Veranstaltungsbesucher vergebens. Drei Stunden harrten sie in der lauschigen Sommernacht am Havelufer aus und bekamen dennoch keine einzige Fledermaus zu sehen. „Wenigstens eine Fledermaus könnte doch kommen“, meinte die kleine Marina auf einer Bank sitzend und wartend, dass sich in einem der Fangnetze etwas bewegt. Aber auch ihr Bitten blieb von den Fledermäusen unerhört.

„Kinder sollten viel öfter die Natur erleben“, hatte zuvor Roger Zenthöfer aus Rathenow erklärt, warum er mit seiner Tochter und ihrer Freundin am Freitagabend nach Milow gekommen war. Warum gar keine Fledermaus ins Netz flog, konnten auch die Experten nicht erklären. „Am Standort liegt es nicht“, sagte Klaus Thiele am Ufer, wo auch ein Ortungsgerät keine Ultraschallgeräusche von nahenden Fledermäusen von sich gab.

Vier etwa 14 mal 4 Meter große Fangnetze hatte Klaus Thiele mit Helfern gegen 20 Uhr an der Badestelle in Nähe einer Lampe aufgestellt, dessen Licht eigentlich Mücken und Insekten anlockt. Fledermäuse sind nachtaktiv und ernähren sich gerne von Mücken, von denen allerdings am Freitagabend im Licht der Lampe am Havelufer nur ganz wenige Exemplare summten. Für die Biologin Beatrix Wuntke aus Bandenburg war das mangelnde Nahrungsangebot eine mögliche Ursache für das Fernbleiben der Fledermäuse. Dies sei in den letzten Jahren immer häufiger der Fall, ergänzte Klaus Thiele.

Damit das lange Warten für die letzten noch an der Badestelle ausharrenden Besucher nicht ganz umsonst war, setzte Bea Koch von der Naturwacht gegen 23 Uhr dann einfach eine Fledermaus aus Plüsch in ein Netz. Das Plüschtier sorgte für einen heiteren Abschluss des Abends, den Bea Koch in Besucherzentrum Milow mit einem Vortrag über Fledermäuse eröffnete hatte.

„Fledermäuse sind Säugetiere“, erklärte Bea Koch den Besuchern. Bei ihren nächtlichen Beuteflügen müssen Fledermäuse sich gut orientieren können. Dafür nutzen sie ein Ultra-schall-Echoortungssystem. Sie stoßen für den Menschen unhörbare Rufe aus, die von der Umgebung als Echo reflektiert werden und über die Fledermausohren wahrgenommen werden.

In Deutschland gibt es insgesamt 25 Fledermausarten. Zu den 18 im Havelland anzutreffenden Arten gehören Braunes Langohr, Fransenfledermaus, Zwergfledermaus Wasserfledermaus und die Mopsfledermaus. Sie leben in Baumhöhlen, alten Bunkern, Kirchen, Scheunen, Häusern und Schulen, wie in Milow.

Wie Carlos Amaru Sardon Blum (14) aus Rhinow nutzten auch andere Besucher die Zeit vor oder nach dem Vortrag, um sich im Naturparkzentrum präparierte Fledermäuse anzuschauen. Ein lebendes Exemplar bekamen sie nicht zu Gesicht. Vielleicht klappt es bei der nächsten Feldermausnacht.

Von Norbert Stein

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