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Keine Mega-Klinik für zwei Landkreise

Havelland Keine Mega-Klinik für zwei Landkreise

Die Idee einer großen Krankehaus-Gesellschaft, die zwei Landkreise bedient, war vor vier Jahren ein Fingerzeig an die Landesregierung. Doch der Weg dahin ist schwieriger, als angenommen. Nun haben sich diverse Voraussetzungen geändert. Die Aufsichtsräte beider Kliniken beraten, wie es weitergeht. Dabei steht auch zur Debatte, die Fusionsideen zu beerdigen.

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Die Havelland Klinik mit ihren Betriebsteilen in Nauen (Foto) und Rathenow sollte mit den Oberhavel Kliniken zusammenwachsen.

Quelle: Konrad Radon

Rathenow. Die Aufsichtsräte der Oberhavel Kliniken und der Havelland Kliniken sprechen derzeit darüber, ob das gemeinsame Krankenhaus-Projekt, das einst die Landräte Karl-Heinz Schröter (Oberhavel) und Burkhard Schröder (Havelland) angestoßen haben, noch Zukunft hat. Zuletzt war es ruhig geworden um die Klinikgesellschaft, die zwei Landkreise versorgen sollte.

Beeindruckende Zahlen

Die Zahlen, die Landrat Burkhard Schröder im Jahr 2014 vortrug, waren beeindruckend: 1163 Planbetten, 189 Millionen Euro Jahresumsatz, 3000 Beschäftigte und zuständig für eine Fläche von 3516 Quadratkilometern, größer als das Saarland. So sollte der neue Krankenhausverbund aussehen, der im Zuge einer Fusion aus der Havelland Kliniken GmbH und der Oberhavel Kliniken GmbH entstehen sollte. Beide Klinik-Unternehmen gehören den jeweiligen Landkreisen zu 100 Prozent.

Vorbereitung der Fusion

Der Start sei erfolgreich gewesen, heißt es in beiden Landkreisen. So wurde eine im ersten Quartal 2014 eine Vorbereitungsgesellschaft gegründet. Die Aufsichtsräte beider Kliniken hatten dem bereits in gemeinsamer Sitzung zugestimmt. Auch die Kreistage befassten sich mit dem Thema und stimmten zu. Die Vorbereitungsgesellschaft sollte die Fusion vorbereiten und Konzepte für eine Kooperation beider Kliniken auf dem Weg dahin erarbeiten.

Erste Zweifel

Kurz, bevor er seinen Abschied nahm, ließ Burkhard Schröder in einem Gespräch mit dieser Zeitung durchblicken, dass sich der Weg beider Kliniken zu einer großen Krankenhausgesellschaft nicht so entwickelte, wie zunächst gedacht.

Ein Operationsteam der Havellandkliniken bei der Arbeit

Ein Operationsteam der Havellandkliniken bei der Arbeit.

Quelle: privat

Dabei waren die Hoffnungen groß: „Beide Häuser haben Kompetenzen, die wir zusammenführen können”, sagte Burkhard Schröder. Der neue Klinik-Verbund wäre zudem einer der größten Arbeitgeber im Land Brandenburg geworden.

Veränderte Bedingungen

Allerdings haben sich in den vergangenen Jahren die Bedingungen für die Fusion geändert. Zwar ist die Kreisreform aktuell kein Thema, aber wenn es zur „Eingemeindung“ der kreisfreien Stadt Brandenburg in den Landkreis Havelland gekommen wäre, dann wäre das Thema zunächst die Zusammenarbeit der Krankenhäuser mit der Stadt Brandenburg gewesen. Und dann sind die beiden Landräte, die die Fusion ins Auge gefasst hatten, nicht mehr im Amt. Schröder ist im Ruhestand, Schröter ist Innenminister. Die Nachfolger Roger Lewandowski und Ludger Weskamp haben andere Prioritäten.

Fingerzeig nach Potsdam

Zumal mit dem Zusammenschluss der beiden Kliniken ein Fingerzeig nach Potsdam an die Landesregierung erfolgen sollte. Das Interesse an einer Zusammenarbeit der Landkreise Oberhavel und Havelland war stets größer, als an der Fusion mit der Stadt Brandenburg.

Vier Jahre Zeit

Für die Kooperation und die Fusion wollten sich die Beteiligten vier Jahre Zeit geben. Diese Zeitschiene endet im kommenden Jahr. Für den Geschäftsführer der Havelland Kliniken stand im Vordergrund, die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf den Weg zu bringen. Jörg Grigoleit nannte als Beispiel eine neurologische Abteilung, die es bei der Oberhavel Klinik gibt. Im Havelland wäre die urologische Abteilung für Oberhavel nützlich gewesen.

Kein leichter Weg

Der Weg bisher sei nicht einfach gewesen – aber es gebe Erfolge, heißt es im Landkreis Oberhavel. Die Zusammenarbeit sei vertrauensvoll und einige Projekte wurden besprochen. Nicht alle Ideen habe man allerdings auf die Projektliste nehmen können, nicht alle Ansätze seien tragfähig gewesen.

Entscheidungen demnächst

Anfang Dezember steht eine gemeinsame Aufsichtsratssitzung an. Bis dahin wird diskutiert. „Wir wollen die Entscheidung debattieren und beleuchten“, so Landrat Roger Lewandowski. Danach werde man sehen, wie es weitergeht.

Von Joachim Wilisch

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