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Havelland Keine Zentralküche für Kitas und Schulen
Lokales Havelland Keine Zentralküche für Kitas und Schulen
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00:19 08.12.2017
Kita Kleine Strolche Rathenow, Küche: Annette Pfarr und Thomas Main Quelle: Kniebeler, Markus
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Rathenow

Die Idee hat ihren Reiz, aber die Umsetzung scheitert, wie so oft, an den Finanzen. Die Rede ist von einer zentralen Küche, von der alle Kitas und Schulen der Stadt Rathenow beliefert werden könnten. Auf Antrag der Linken hat die Stadt einen solchen Plan geprüft – und verworfen. „Der finanzielle und organisatorische Aufwand, eine solche Küche aufzubauen und zu betreiben ist einfach zu groß“, teilte Hans-Jürgen Lemle, 1. Beigeordneter der Stadt Rathenow jüngst im Bildungsausschuss mit.

Zuvor hatte er den aktuellen Stand der Dinge zusammengefasst. Demnach werden alle Schulen in Rathenow – die vier Grundschulen Jahn, Geschwister-Scholl, Weinberg und Otto-Seeger sowie die Bürgel-Gesamtschule, die Duncker-Oberschule und das Jahngymnasium – von Fremdanbietern mit Mahlzeiten versorgt.

Drei große Anbieter teilen sich diese Aufgabe – mit Firmesitzen in Werder, Neuruppin und Wusterwitz. Das Essen wird vorgekocht in den Schulen angeliefert und dann vor Ort fertig gegart. Von den knapp 2400 Schülern in Rathenow nehmen laut Lemle rund 800 den Mittagstisch in Anspruch, das entspricht einer Quote von 34 Prozent. Allerdings gibt es eklatante Unterschiede zwischen dem Grund- und Sekundarschulbereich: Während an der Jahngrundschule fast 70 Prozent der Schüler das Mittagsangebot nutzen, sind es an der Bürgel-Gesamtschule nur knapp 9 Prozent. Der Grund: Die größeren Schüler nutzen vermehrt die Alternativen zum Schulessen. Versorgen sich im Kiosk oder Supermarkt und nutzen die Angebote von Cafés und Imbissbuden.

Für das Schulessen müssen in Rathenow Preise zwischen 2,15 und 2,86 Euro bezahlt werden. Nach Auskunft Lemles werde man – wenn man alle Kosten in die Rechnung einbeziehe – mit einem eigenen zentralen Küchenbetrieb deutlich über dieser Marge liegen. Die Frage, ob es in den Schulen möglich sei, Küchen einzurichten, verneinte Lemle. Dazu seien die räumlichen Begebenheiten nicht gegeben. Es sei vor diesem Hintergrund ratsam, beim Schulessen alles so zu belassen, wie es ist.

Anders sieht es bei den städtischen Kitas aus. Zwar beziehen vier der sieben Tagesstätten – die Kitas in Semlin, Göttlin, Neue Schleuse und Olga Benario – ihr Essen von einem Fremdanbieter. Aber in drei Kitas – Jenny Marx, Die kleinen Strolche, Die kleinen Philosophen – wird selber gekocht. Das hat sich nach Auskunft Lemles bewährt. Und mittelfristig sei es durchaus denkbar, dass alle städtischen Kitas selbst zubereitetes Essen anbieten. In der Kita Benario etwa sei eine Küche vorhanden. Wenn man diese aktiviere, könne dort nicht nur für die Kinder der eigenen Kita gekocht werden. Es wäre auch möglich, für die kleinen Kitas in Semlin und Göttlin mitzukochen.

Ob es so weit kommt, soll in naher Zukunft entschieden werden. An der Diskussion will sich auch der Kita- und Hortbeirat aktiv beteiligen.

Von Markus Kniebeler

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