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Havelland Kesselwagen mit Benzin leckgeschlagen
Lokales Havelland Kesselwagen mit Benzin leckgeschlagen
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00:35 28.09.2015
Kompletter Schutz: Die Spezialkleidung mutet an wie bei Raumfahrern. Quelle: Julian Stähle
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Wustermark

Ein Waggon mit Benzin ist bei einem Unfall aufgerissen, der Kraftstoff tritt an mehreren Stellen aus, versickert im Erdreich. Ein kleiner Funke kann genügen, damit es zur Explosion kommt und ein verheerendes Feuer ausbricht. Dass er mit einer solchen Situation richtig umgehen kann, musste am Donnerstagabend der Gefahrgutzug West des Landkreises Havelland unter Beweis stellen. Gegen 17 Uhr wurden die Feuerwehren Rathenow und Premnitz alarmiert und zu einem Bahngelände in Wustermark gerufen. Unterstützung bekamen sie vom ABC-Erkundungsfahrzeug aus Dallgow-Döberitz, vom Dekontaminationszug aus Börnicke, der Feuerwehr Falkensee mit dem Atemschutzgerätewagen und der Feuerwehr Wustermark.

Einsatzleiter Andreas Müller aus Wustermark beorderte die ersten Einsatzkräfte zum Ort des Geschehens, um mit entsprechender Technik die Gefahrenlage zu erkunden. Die ABS-Erkunder mussten unter anderem herausfinden, ob giftige Gase in der Luft sind, und um welchen Gefahrstoff es sich handelt, der aus dem Kesselwagen läuft. Anschließend wurden die übrigen Einsatzkräfte an ihre Plätze beordert und Vorbereitungen für den Fall getroffen, dass gelöscht werden muss. Oberstes Gebot sei laut Müller immer die eigene Sicherheit. „Dann heißt es: auffangen, abdichten, abpumpen“, sagt der Einsatzleiter.

Ein Trupp unter schwerem Atemschutz näherte sich als erster dem Waggon und sorgte dafür, dass kein Benzin mehr ins Erdreich läuft. Danach wurden die Lecks verschlossen, die Gefahr bereinigt. Im Ernstfall würde danach eine Spezialfirma den Inhalt des Kesselwagens auspumpen und entsorgen. 67 Feuerwehrleute mit zwölf Fahrzeugen waren bei der Übung anwesend.

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Ein Waggon mit Benzin ist bei einem Unfall aufgerissen, der Kraftstoff tritt an mehreren Stellen aus. Ein Funke genügt, um eine Explosion auszulösen. Dass er mit einer solchen Situation richtig umgehen kann, musste am Donnerstagabend der Gefahrgutzug West des Landkreises Havelland unter Beweis stellen.

„Ein solcher Unfall kommt zwar selten vor, aber es ist wichtig, dass die Feuerwehrleute mal Gelegenheit haben, so etwas zu üben“, sagt Müller, der stellvertretender Zugführer der Gefahrstoffeinheit Osthavelland ist. Bei der Übung sei es darauf angekommen, Wissens- und Handlungslücken aufzudecken. Kreisbrandmeister Lothar Schneider ist erst einmal grundsätzlich zufrieden. „Im Vergleich zur Übung vor zwei Jahren war das ein himmelweiter Unterschied“, sagt er. Diesmal habe für die Einsatzkräfte keine Gefahr bestanden, verletzt zu werden. Das war damals noch ganz anders. Für Schneider war zudem wichtig zu sehen, mit wie vielen Einsatzkräften und Fahrzeugen sowie Fachpersonal er rechnen kann bei so einer Alarmierung. In den nächsten Tagen wird die Übung dann detailliert ausgewertet.

Damit es so realitätsnah wie möglich ist, hatte die Deutsche Bahn für diese Tag einen Übungszug zur Verfügung gestellt, der in ganz Deutschland und sogar im Ausland zu Trainingszwecken zum Einsatz kommt. Der Spezialkesselwagen fasst 41 000 Liter, mit ihm können bis zu neun Lecks simuliert werden, aus denen wie in diesem Fall dann Wasser läuft. Auch eine Begehung ist möglich, damit die Feuerwehrleute das Innenleben eines solchen Spezialwaggons kennenlernen. Schneider hob hervor, dass die Feuerwehr den Zug kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen hat.

Ein Teil der Einsatzkräfte hatte aber keine Zeit zum Verschnaufen: Als die Übung beendet war, ging für die Wustermarker Wehr der Alltag gleich wieder los. Sie wurde zu einer Brandmeldeanlage gerufen, die ausgelöst hat.

Von Andreas Kaatz

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