Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° bedeckt

Navigation:
Höhe der Kitagebühren bleibt unklar

Entscheidung in Ketzin/Havel verschoben Höhe der Kitagebühren bleibt unklar

Eigentlich sollten die neuen Kitagebühren für die kommunalen Einrichtungen in Ketzin am Montagabend beschlossen werden. Doch die Entscheidung wurde vertagt, die Satzung soll noch mal auf ihre Sozialverträglichkeit überprüft werden. Was Eltern nach dem Sommer für die Betreuung ihrer Kinder in kommunalen Kitas bezahlen müssen, bleibt also vorerst offen.

Ketzin/Havel 52.4736094 12.850554
Google Map of 52.4736094,12.850554
Ketzin/Havel Mehr Infos
Nächster Artikel
17-jährige Radlerin von Auto erfasst

Frühstück und Vesper gehören künftig in den Ketziner Kitas dazu.

Quelle: dpa-Zentralbild

Ketzin/Havel. Was Eltern nach dem Sommer für die Betreuung ihrer Kinder in kommunalen Kitas bezahlen müssen, steht noch nicht fest. Denn die Stadtverordneten verweigerten am Montagabend mehrheitlich die Zustimmung zu der von der Verwaltung vorgelegten neuen Kitagebührensatzung. Es wurde entschieden, das Papier noch einmal im Sozialausschuss zu beraten und auf die soziale Verträglichkeit zu prüfen.

Mit einem eindringlichen Appell hatte sich CDU-Fraktionschef Roman Lange zuvor an die Abgeordneten gewandt und anhand konkreter Zahlen vor Augen geführt, was auf einige Familien künftig zukommt, wenn die neuen Gebühren beschlossen würden. „Ganz unten bei den Geringverdienern und ganz oben bei Jahreseinkommen über 51 130 Euro sehe ich soziale Härten“, so Lange. Einige Beispiele. So müssten Eltern, wenn ihr Krippenkind bis zu zehn Stunden täglich in der Kita ist und sie 50 000 Euro verdienen, künftig 355,20 Euro monatlich für die Betreuung zahlen. „Das sind 8,5 Prozent des Jahreseinkommens. In Falkensee müssen hingegen nur 3,2 Prozent, in Rhinow 4,3 und in Milow 6,3 Prozent aufgebracht werden“, sagte Lange. Ketzin würde dann sogar den bisherigen „Spitzenreiter“ Rathenow ablösen, wo derzeit 354 Euro verlangt würden. Noch dramatischer sei es bei kinderreichen Familien. „Wer drei Kinder in der Kitas hat, zahlt dann etwa 27 Prozent des Jahreseinkommens, bei zwei Kindern wären es etwa 18 Prozent, rechnete der CDU-Mann vor.

Einig sind sich die Stadtverordneten darüber, dass im Gegensatz zur jetzigen Kitasatzung, die Verpflegung der Kinder mit Frühstück und Vesper künftig dazugehören soll, was einen Kostenanstieg für die Eltern bedeutet.

Die weiteren Vorschläge der CDU-Fraktion zu einem möglichen geänderten Geschwisterrabatt oder für Mehrlingsgeburten sollen im Fachausschuss diskutiert werden.

Unklar blieb am Montagabend allerdings, warum Roman Lange teils andere Zahlen präsentierte als zuvor im Sozialausschuss von der Verwaltung vorgelegt wurden. „Ich vertraue doch der Verwaltung, wenn sie die Fakten vorstellt“, argumentierte Renate Donat (Linke), die den Sozialausschuss leitet. Gleichzeitig richtete sie ihr Augenmerk aber auch auf die Stadtkasse: „Wir müssen bei den Gebühren versuchen die beste Lösung für die Eltern zu finden, ohne dabei die Finanzlage der Kommune zu vergessen.“ Derzeit liegt der jährliche Zuschussbedarf für die kommunalen Ketziner Kitas bei rund 400 000 Euro. Tendenz steigend.

Von Jens Wegener

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg