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Ketzin Breite Zustimmung zum „Energiewendelabor“
Lokales Havelland Ketzin Breite Zustimmung zum „Energiewendelabor“
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15:39 13.02.2019
Die derzeitige Biogasanlage in Ketzin-Knoblauch. Quelle: Edis
Ketzin/Havel

Am Standort Ketzin-Knoblauch könnte ab kommendem Jahr wieder geforscht werden. Diesmal soll es nicht um die Speicherung von Kohlendioxid gehen – die erfolgreich abgeschlossen wurde – sondern um ein sogenanntes Energiewendelabor. Versorger Edis beabsichtigt dort eine Verknüpfung von regenerativer Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energiespeicherung und Energietransport zu erproben und weiterzuentwickeln. Den neuesten Stand des Projektes erläuterte Thomas Borchers, Geschäftsführer der Firma Edis-Therm, Montagabend in der Ketziner Stadtverordnetenversammlung.

Bisher nur eine Vereinbarung Edis-Gasag

Dabei wurde schnell klar: Die Sorgen einiger Bürger und auch Stadtverordneter, die Kommune würde bei dem Prozess möglicherweise übergangen oder nicht ausreichend und rechtzeitig informiert, sind unbegründet. „Es ist bisher gar nichts passiert, wir haben nur eine Vereinbarung mit der Gasag geschlossen, mehr nicht. Ohne Bundesfördermittel ist das Energiewendelabor nicht wirtschaftlich führbar. Deshalb müssen wir zunächst diese Mittel beantragen“, sagte Borchers.

Entscheidung über den Bau etwa Ende 2019

Besagte Vereinbarung mit der Gasag bezieht sich auf den Bau einer Power-to-Gas-Anlage, die regenerativ erzeugten Strom in Wasserstoff umwandelt. Der „grüne“ Wasserstoff soll dann ins Gasnetz eingespeist und gespeichert werden. An anderer Stelle könne er als Beimischung zum Erdgas entnommen und für die Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden, erklärte Borchers und ergänzte: „Aber auch diese Anlage ist aktuell nicht marktfähig, wird also nur mit Fördermitteln oder Zuschüssen vom Bund zu betreiben sein.“ Die Entscheidung über ein gemeinsames Investment von Edis und Gasag werde etwa Ende 2019 getroffen, so dass frühestens 2020 ein einem Baubeginn zu erwarten sei.

Lob von allen Seiten

Von allen Parteien im Stadtparlament sowie von den anwesenden Bürgern bekam das Projekt Energiewendelabor Zustimmung. Selbst Karl-Heinz Konrad, Sprecher der Bürgerinitiative „Ketzin-Gegenwind“, fand lobende Worte: „Wir begrüßen, wenn sich in Ketzin etwas Wissenschaftliches tut in Sachen Energiewende. Die Alarmglocken gehen nur an, wenn weitere Windräder geplant sind.“ Eine Mini-Windkraftanlage mit einer Höhe von 50 Metern will Edis errichten, um den Eigenbedarf an Strom für die Gesamtanlage abzudecken.

Heinz Irmer (SPD) bekräftigte seine Unterstützung für diese Art von Forschung am Standort Ketzin. „Ich war ein Befürworter der Forschung zur Kohlendioxid-Speicherung im ehemaligen Untergrundspeicher in Ketzin und bin ein Befürworter der Windenergienutzung, obwohl ich dafür viel Kritik einstecken musste. Es ist gut, dass die Bürger rechtzeitig informiert werden.“

Vorteile für Ketzin erwartet

Von einer „Chance zur modernen Energiegewinnung in Ketzin und der Möglichkeit, hier Speichertechnik zu erforschen“, sprach Renate Donat (Linke). Ihre Fraktionskollegin Evelin Sens erhofft sich von dem Forschungsprojekt „Vorteile für Ketzin“. Einen konnte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) schon anführen: „Wenn das Energiewendelabor mal komplett funktioniert, soll es einen Schau-Pavillon geben, der der Öffentlichkeit jederzeit offen steht. Auch Studenten können sich dann in Ketzin über diese Technik live informieren.“

Derzeit sei Edis auf der Suche nach weiteren Partnern für das Projekt aus Wissenschaft und Industrie. „Wir sind unter anderem in Gesprächen mit dem Frauenhofer-Institut und dem Geoforschungszentrum Potsdam“, sagte Thomas Borchers. Vorrangiges Ziel sei es, in das neue Förderprogramm des Bundes „Reallabore der Energiewende“ zu kommen.

Von Jens Wegener

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