Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ketzin „Carl Fischer“ führte durch die Fischerstadt
Lokales Havelland Ketzin „Carl Fischer“ führte durch die Fischerstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:54 08.07.2018
„Carl Fischer“ (l.) führt die Gäste durch die Stadt. Quelle: Wolfgang Balzer
Anzeige
Ketzin/Havel

Von Carl Fischer, einem ehemaligen Ketziner Einwohner, ließen sich Samstagnachmittag erstaunlich viele Ketziner durch ihre Stadt führen. Diesen Namen hat sich Heimatfreund Wolfgang Wiech ausgesucht, um bei regelmäßigen Rundgängen historische Fakten und die eine oder andere Anekdote zu berichten.

Los ging es an der Tourist-Information in der Rathausstraße – und damit gleich an einem von historischen Gebäuden geprägten Platz. So beherbergte die heutige Tourist-Information einst die im Jahre 1854 gebaute Schule. Gleich nebenan erhebt sich die Evangelische Kirch St. Petri. „Sie wurde zwischen 1150 und 1180 als Wehrkirche gebaut“, erzählte Wolfgang Wiech den 13 Teilnehmern. Allerdings sei von der einstigen Gestalt nur noch der Wehrturm erhalten.

Gedenktafel auf dem Marktplatz

Wenig später, 1197, sei Ketzin in einer Urkunde erstmals erwähnt worden, wusste der Stadtführer zu berichten, und zwar in der Schenkungsurkunde des Markgrafen Otto II.. Stadtrecht hat Ketzin/Havel aber erst ab 1255.

Auf dem gegenwärtig ziemlich trostlos aussehenden Marktplatz verwies Wolfgang Wiech auf eine Gedenktafel, die an ein weltpolitisch bedeutsames Ereignis erinnert. Am 25. April 1945 schloss die Sowjetarmee in Ketzin den Ring um Berlin.

Glocken in der Albrechtstraße

Wenige Meter weiter stehen in der Albrechtstraße, eigentlich kaum beachtet, drei recht große Glocken. Nach den im ersten Weltkrieg eingeschmolzenen erklangen ab 1926 in der St. Petri Kirche neue Stahlglocken. Sie wurden 2005 ersetzt und lagern nun an dieser Stelle, leider ohne jegliche Erläuterung.

An der Plantagenstraße angekommen, fragte der Stadtführer in die Runde, warum sie wohl so heißen mag. „Weil hier einst die Stadtgrenze war und außerhalb Maulbeerplantagen gestanden haben sollen, antwortete er selbst.

Einst 29 Fischer in der Stadt

Sehenswert sind die kleinen, aufgehübschten Häuschen im Fischerviertel. Noch stadtbekannt die Fischer Bethke, Habicht und Cuhrts, die einst auf der Havel ihren Broterwerb hatten. Um 1900 waren es noch 29, so erzählte es einst Gerhard Cuhrts.

Carl Fischer führte seine Gäste zu einem romantischen, lauschigen Eckchen des Fischerviertels in der Auguststraße, wo heute Fischermeister Lutz Schröder residiert. Unschwer an allerlei Geräten und an den mehr als fünf Meter hohen Stangen für die Netze zu erkennen.

Natürlich konnte Wolfgang Wiech die Geschichte der Altstadt in der kurzen Zeit nur in Bruchteil erklären. Deshalb lohnt es sich, die Stelen in der Stadt zu lesen, die die Historie der Gebäude im Detail erläutern.

Von Wolfgang Balzer

Seit drei Jahren versucht Petra Zelfel den Kindern altersgerechte Bücher näher zu bringen. Zu Ferienbeginn war die Leseomi in der Paretzer Scheune zu Gast.

05.07.2018

Für mehr als 18 000 Schüler beginnen heute im Havelland die Sommerferien. Viele sportliche und kreative Mitmachangebote werden für die Mädchen und Jugend im Landkreis unterbreitet.

05.07.2018

 Mehr als 20 altersgerechte Wohnungen sollen in einem Gebäude in der Fontanesiedlung in Ketzin entstehen. Aber die Autos der künftigen Bewohner werden nicht wie zunächst geplant in einer Tiefgarage abgestellt.

04.07.2018
Anzeige