Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ketzin Auf dem Weg zum Energiewendelabor
Lokales Havelland Ketzin Auf dem Weg zum Energiewendelabor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:21 28.01.2019
Gleich neben der Biogasanlage Ketzin ist im Dezember eine neue Fotovoltaikanlage in Betrieb genommen worden. Quelle: Edis
Ketzin/Havel

Vor einigen Monaten ist in Ketzin-Knoblauch das EU-Förderprojekt zur Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund vom Geoforschungszentrum in Potsdam abgeschlossen worden, schon steht ein neues Forschungsprojekt im Bereich regenerativer Energien auf der Tagesordnung.

Grüner Wasserstoff aus dem Havelland

Das von Energieversorger Edis bereits Mitte 2018 in Aussicht gestellte Energiewendelabor nimmt konkretere Formen an. Zumindest hat Edis mit der Gasag inzwischen einen Partner gefunden, der sich an einem Element des Energiewendelabors beteiligen wird. „Wir wollen mit der Gasag zusammen eine Power-to-Gas-Anlage bauen, die regenerativ erzeugten Strom in Wasserstoff umwandelt“, sagt Thomas Bochers, Geschäftsführer der Firma Edis-Therm. Der grüne Wasserstoff soll ins Gasnetz eingespeist und gespeichert werden. An anderer Stelle kann der Wasserstoff als Beimischung zum Erdgas entnommen und für die Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden. Der grüne Wasserstoff könne auch im Verkehrssektor etwa bei brennstoffzellengetriebenen Pkw, Bussen, Nutzfahrzeugen, Schienenfahrzeugen oder sogar Schiffen zur Emissionsreduzierung eingesetzt werden, heißt es.

Standort Knoblauch ist geeignet

Der Standort Ketzin-Knoblauch sei für das Vorhaben Energiewendelabor geeignet, so Edis. In unmittelbarer Nähe liegt das Winderzeugungsgebiet „Nauener Platte“ mit weit mehr als 100 Windkraftanlagen. Weil dort die Stromproduktion aufgrund von Netzengpässen immer wieder reduziert werden müsse, hat der Landkreis Havelland schon im Jahr 2017 eine Studie in Auftrag gegeben, wie über Speicher ein Abregeln der Anlagen verhindert werden kann. Das Leipziger Institut für Energie hat die Ergebnisse im Frühjahr 2018 vorgelegt und einen Speicherbedarf von rund 40 Mega Watt ermittelt. Dieser könnte über eine Batterie-Kaskade sowie verschiedene Projekte zur Umwandlung von Strom in Wärme und Gas gedeckt werden, so die Empfehlung des Instituts. Dabei könnte auch der Untergrundspeicher als Energiespeicher genutzt werden.

Edis sucht weitere Partner

In dem künftigen Energiewendelabor sollen Partner aus Wissenschaft und Forschung Modelle der intelligenten Verknüpfung von regenerativer Energieerzeugung, Energieumwandlung (Power-to-X), Energiespeicherung und Energietransport weiterentwickeln und erproben. Damit könnte Ketzin zu einem Ort werden, an dem die Energiewende vorangetrieben und erlebbar gemacht wird, so Bochers. Derzeit sei Edis auf der Suche nach Partnern aus Wissenschaft und Industrie. „Wir sind unter anderem in Gesprächen mit dem Frauenhofer-Institut und dem Geoforschungszentrum Potsdam“, erklärt Thomas Borchers.

Zum Zeitplan kann Edis heute noch nichts Genaues sagen. „Ohne Fördermittel wird es nicht funktionieren. Deshalb versuchen wir in das neue Förderprogramm des Bundes ’Reallabore der Energiewende’ zu kommen. Dafür müssen jetzt erste Unterlagen eingereicht werden. Etwa zum Ende des Jahres sollen die Entscheidungen fallen, wer gefördert wird. Dann könnte 2020 mit der Umsetzung des Energiewendelabors begonnen werden“, ergänzt Thomas Borchers. Wenn das Projekt Realität wird, soll auch ein Schauraum entstehen, um Politikern, Schulkindern und anderen Interessierten die künftigen Konzepte zur Energiewende zu veranschaulichen“, sagt Thomas Borchers.

Firma Ontras lässt Bebauungsplan erstellen

Parallel dazu lässt auch die Firma Ontras, Betreiber des Fernleitungsgasnetzes, am Standort Ketzin-Knoblauch einen neuen Bebauungsplan „Energiestandort Gas“ erstellen. Die auf dem Areal vorhandenen Werkstatt- und Verwaltungsgebäude sollen erweitert werden, unter anderem für die Vorfertigung von Rohrleitungsbauteilen. Außerdem will man Flächen für die regenerative Energienutzung vorhalten. Der Bebauungsplan ist notwendig, weil einige der beanspruchten Flächen derzeit noch der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten sind. Im Ketziner Bauausschuss fand ein entsprechender Antrag des Vorhabenträgers die Zustimmung. Die Stadtverordneten entscheiden darüber am 11. Februar.

Von Jens Wegener

Detlef Tobian hat viele Jahre Material über Zachow und Gutenpaaren zusammengetragen und jetzt veröffentlicht. Die Motivation bezog der ehemalige Lehrer aus Erzählungen seiner Großmutter.

28.01.2019

Das alte Fahrzeug war schon über 30 Jahre alt. Nun konnte es ausgemustert werden: Die Etziner Feuerwehr hat ein neues Tanklöschfahrzeug bekommen. Darauf musste sie länger warten als gedacht.

24.01.2019

Der neue Sportbeauftragte der Stadt Ketzin hat schon mal gleich alle Hände voll zu tun: Mit Volkstriathlon, Radwandertag, Zachower Crosslauf und dem neuen Havelland-Cup liegen sportliche Großereignisse vor ihm.

24.01.2019