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Ketzin Große Wohngemeinschaft vor dem Start
Lokales Havelland Ketzin Große Wohngemeinschaft vor dem Start
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19:12 27.04.2018
In dem alten Sparkassengebäude zieht eine große Wohngemeinschaft ein. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Noch sind die Räume für die erste Ketziner Wohngemeinschaft in der Rathausstraße eine Baustelle. Nach mehrfacher Verschiebung des Einzugstermins sollen nun am 1. Juli die Mieter in die sieben Wohnungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag, also nicht nur mit Demenz, einziehen. Das erklärte Andy Piechota, künftiger Vermieter, jetzt in einer Informationsveranstaltung der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH.

Die Wohnungen werden zwischen 15 und 21 Quadratmeter groß sein und verfügen über eine Gemeinschaftsküche mit 45 Quadratmeter Wohnfläche. Den Bewohnern werde auch ein gestalteter Hof mit einem gemeinsamen Grillplatz zur Verfügung stehen, versprach Piechota.

Bedarf für solche Wohnungen ist groß

Wie Bürgermeister Bernd Lück (FDP) und Werner Futterlieb, Geschäftsführer der Wohnen und Pflege GmbH, übereinstimmend sagten, sei in Ketzin/Havel der Bedarf für eine derartige Wohngemeinschaft groß. So informierten sich fast 30 Ketziner über das Projekt. Werner Futterlieb sieht den Vorteil für die künftigen Mieter darin, dass sie in dem ihnen vertrauten Wohnumfeld bleiben können und hier weitestgehend selbst bestimmen, was sie wann tun möchten und was nicht. Das könnten sie als eine hohe Lebensqualität empfinden.

Marco Huth, Niederlassungsleiter der Wohnen und Pflege GmbH für Wustermark und Ketzin/Havel, hob die Rolle der Angehörigen bei dieser Wohngemeinschaft hervor. Sie würden als Auftraggebergemeinschaft wirken, indem sie die Organisation des Lebens in der Wohngemeinschaft mitgestalten. Das seien unter anderem der Tagesablauf, die verschiedenen Einkäufe, aber auch mietrechtliche Absprachen mit dem Vermieter. „Die Angehörigen sollen diese Wohngemeinschaft als Entlastung empfinden. Aber die Verantwortung für ihre Angehörigen bleibt bei ihnen“, so Huth.

Residenz am Stadtpark wird neu umgeplant

Die meisten Fragen der Interessenten drehten sich naturgemäß um die Kosten. Marco Huth erläuterte diese an einer Musterrechnung für einen an Demenz erkrankten Mieter mit Pflegegruppe drei. Er habe unter anderem für Miete, Haushaltsgeld, Pflege und Betreuung 2910 Euro zu zahlen. Sein Eigenanteil betrage 1292 Euro, den Rest übernehme die Pflegekasse.

Die finanziellen Aufwendungen für einen Mieter hängen von verschiedenen Faktoren ab und sind dementsprechend unterschiedlich. Damit werden auch die Kosten der Pflege und einer Betreuung rund um die Uhr gedeckt. Wie Futterlieb sagte, „hat das Gemeinschaftswerk gute Erfahrungen mit derartigen Wohngemeinschaften gesammelt. Es gebe bereits neun, weitere zwölf wären geplant.

Zu den geplanten gehört auch das von der Ketziner Wohnungsbaugesellschaft (GWV) vorbereitete Projekt „Residenz am Stadtpark“ in der Fontanesiedlung. Dort sollte ein Neubau entstehen, der in der unteren Etage bis zu zehn Wohnungen in einer derartigen Wohngemeinschaft beherbergt.

Baukosten sind explodiert

Wie Bürgermeister Bernd Lück mit Bedauern feststellte, musste das Vorhaben in diesen Tagen wegen rapide gestiegener Baukosten gestoppt werden. Statt der geplanten rund drei Millionen Euro hätte die GWV etwa vier Millionen Euro investieren müssen. Es werde neu geplant, so dass frühestens in zwei Jahren mit der Fertigstellung zu rechnen sei.

Ähnlich erging es dem Vermieter für das Wohngebäude in der Rathausstraße. Die Kosten für den Umbau seien auf mehr als eine Million Euro gestiegen, merkte Andy Piechota an.

Wie Lück weiter sagte, könne der Bedarf an Wohnungen in Wohngemeinschaften in Ketzin auch mit diesen beiden Vorhaben nicht gedeckt werden. Deshalb werde es „in einigen Jahren“ ein weiteres am Mühlenweg geben.

Von Wolfgang Balzer

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