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Ketzin Imkerverein feiert 70. Geburtstag
Lokales Havelland Ketzin Imkerverein feiert 70. Geburtstag
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17:20 31.08.2018
Ketziner Bienenfreunde von einst und heute trafen sich anlässlich des Jubiläums.
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Ketzin/Havel

Hunderte Bienen „tanzten“ vor ihren Kästen neben einem riesigen Fenchelbusch in der späten Nachmittagssonne. Imkerin Simona Wesch und ihre „Kollegen“ begannen zu fachsimpeln: „Wie viel Honig mögen die Bienen in diesem Jahr wohl gesammelt haben“, war die wichtigste Frage. Zwischen 10 und 20 Kilogramm wären es üblicherweise je Volk, sagten die Experten. Die Menge hänge aber von vielen Faktoren ab: vom Wetter, von der Tracht, von der Anzahl der Bienen im Volk und auch von der Gesundheit der Tiere, wusste der Etziner Imker Werner Mikowski zu berichten.

Zum 70-jährigen Bestehen des Ketziner Imkervereins trafen sich jetzige und frühere Mitglieder zu einer kleinen Feier. Am 15. August 1948 gründeten 15 Ketziner eine Imker-Ortsgruppe im damaligen Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK). Klemens Zimmermann erinnert sich zwar noch an einige Erzählungen seines Vaters Paul Zimmermann, der ebenso zu den Gründungsmitgliedern gehörte wie Adolf Kreuschner, Heinrich Hermes und Elektromeister Menzel. Einzelheiten sind allerdings von der Gründung kaum wenig bekannt, wie über die Imkerei in den ersten Jahren.

Arnhold Henschke ist ältestes Mitglied

Dienstältestes Mitglied im Imker-Verein ist Arnold Henschke. Vor 63 Jahren begann er mit diesem Hobby. „Unser Honig war in der DDR gefragt“, erinnert er sich. Aus Altersgründen habe er die Imkerei inzwischen zwar aufgegeben, sei aber mit dem Verein noch immer verbunden und lese die Imkerzeitung.

Heute macht den Imkern vor allem die Varoa-Milbe Probleme. Im vergangenen Jahr gab es einen warmen Winter, ohne Behandlung könne das zum Verlust eines Volkes führen, wie die Ketzinerin Simona Wesch selbst erfahren musste. Mit einem Schmunzeln erinnerte sie sich aber auch an ein anderes Erlebnis. Ehemann Dietrich will selbst nicht imkern, höchstens mal helfen. Ausgerechnet als sie zur Arbeit war, schwärmte ein Volk aus, und dem Gatten oblag es, unter telefonischer Anleitung das Volk wieder einzufangen, erzählte sie.

Kooperation mit Spandauer Gleichgesinnten

Mit der Wende wurde für die Ketziner Imker vieles anders. Den VKSK gab es nicht mehr, so gründeten sie 1990 einen Verein. Heute hat er sieben Mitglieder, an der Spitze steht der Ketziner Udo Havel. Vor gut zehn Jahren wollte er mit dem Imkern loslegen, sprach darüber mit Spandauer Gleichgesinnten. Die verwiesen ihn an Klemens Zimmermann. „Er wurde mein fachlicher Pate“, sagte Udo Havel.

Lothar Lucke, Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburgischer Imker, zudem rund 2700 Imker gehören, hat seine Bienen oft im Ketziner Bereich stehen. Er bedauert, dass die in der DDR üblichen Verträge zwischen den Wander-Imkern und den Landwirtschaftsbetrieben ersatzlos weggefallen seien. Das Spritzen mit für die Bienen gefährlichen Mitteln sei stets in gegenseitiger Abstimmung erfolgt, was heute oft nicht mehr der Fall sei. „Es wäre gut, wenn die Zusammenarbeit der Imker mit den Bauern auf lokaler Ebene besser werden würde“, sagte er.

Sorgen wegen des Insektensterbens

Als positives Beispiel nannte er die Zusammenarbeit mit der Ketziner Marktfrucht GmbH, die immer vor dem Einsatz chemischer Mittel informiere. Sorgen bereitet dem langjährigen Hobbyimker das Insektensterben. Es gäbe 560 Wildbienenarten. „Die sind kolossal gefährdet. Es ist fünf vor zwölf“, sagte er. Das Anlegen von Blühflächen durch Landwirte bezeichnet er zwar als sinnvoll, hinzu kommen müsse aber, „dass viele Randstreifen an den Straßen und andere Flächen ausblühen können und weniger oft gemäht werden. Zweimal jährlich sei genug.

Als lobenswert bezeichnete er die Förderung junger Imker. So werde die demografisch bedingte Aufgabe einiger Imker mehr als ausgeglichen. Die Mitglieder des Ketziner Imkervereins würden gern weitere Interessenten für dieses Hobby im Verein aufnehmen.

Von Wolfgang Balzer

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