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Ketzin Ketziner Heimatfreunde auf Spurensuche im Landesmuseum
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01:15 19.04.2019
Michael Schneider vor vor einem weitmundigen Topf aus der Kugelamphorenkultur, der in Ketzin gefunden wurde. Quelle: Helmut Augustiniak
Ketzin/Brandenburg/Havel

Vier Skelette wurden in den 1930er-Jahren auf dem Schulhof der heutigen Theodor-Fontane-Schule Ketzin entdeckt. Insgesamt gab es in dieser Zeit in der Stadt 18 Einzel- und Grabfunde.

Darüber informierten sich Mitglieder des Heimatvereins Ketzin/Havel bei einem Besuch das Archäologischen Landesmuseums in Brandenburg an der Havel. Besondere Aufmerksamkeit galt den prähistorischen Funden, vor allem denen aus der Zeit der Kugelamphoren-Kultur und einem Schädel aus der Steinzeit.

Gräber auf dem Areal des alten Schulhauses

Die Kugelamphoren-Kultur ist im mittleren Brandenburg außerordentlich stark vertreten. 1959/60, als der Anbau weiterer Klassenräume an das alte Schulhaus in Ketzin begann, wurden weitere sechs Gräber mit vier Männer-, zwei Frauen- und vier Kinderskeletten entdeckt.

In einer der Doppelbestattungen lagen sich Mann und Frau gegenüber. Die angehockten Beine der Frau lagen zwischen denen des Mannes, dessen Schädel ein großes Loch aufwies.

Schädel wurden operativ geöffnet

Trepanierte (operativ geöffnete) Schädel kommen in Europa häufig vor, in Deutschland besonders in Bayern. Warum die Operationen gemacht wurden, kann nur vermutet werden. Es können Krankheiten gewesen sein oder auch Verletzungen.

Ketziner Skelette im Landesmuseum. Quelle: Helmut Augustiniak

„Die Wissenschaftler können bei diesen Funden nur das Ergebnis feststellen, die Gedankenwelt der Steinzeitmenschen bleibt uns ein Rätsel“, meinte Historiker Michael Schneider, der durch das Museum führte.

Kräuterextrakt als Betäubungsmittel

Seit dem 19. Jahrhundert ist es möglich, anhand der Wundränder festzustellen, ob der Mensch nach der Operation noch weiter lebte. Der Steinzeitmensch aus der Gegend von Ketzin/Havel überlebte die Operation.

Die Historiker nehmen an, dass die Operationen mit fein gearbeiteten Feuersteinschabern oder mit Messern aus demselben Material durchgeführt wurden. Sie erfolgte in Schaberitz-Schneide-oder Schneideritztechnik am stehenden Objekt, da es schwieriger ist einem Liegenden ein Loch in den Schädel zu schneiden oder zu bohren.

Giftiger Kräuterextrakt diente als Betäubungsmittel. Hatte der Operierte genügend Selbstheilungsmittel, überlebte er die Tortur.

Der von den Ketziner Heimatfreunden betrachtete Schädel befindet sich ebenso wie die Kugelamphore in hellerleuchteten Vitrinen, die in Augenhöhe an der Wand befestigt sind.

Ketzin ist reich an Funden

Michael Schneider präsentierte auch einen in Ketzin/Havel ausgegrabenen weitmundigen Topf. Er gehört, wie die meisten Ketziner Fundstücke zur Kugelamphoren-Kultur aus der Jungsteinzeit. Ketzin/Havel ist reich an solchen Funden.

Die Altfunde wurden am Belvedere, auf dem Kiekelberg und der Elisabethstraße (heute Diesterwegstraße) ausgegraben. Die Neufunde lagen vor allem im Winkel Fischer-/Diesterwegstraße. Einige wurden durch den Anbau der neuen Klassenräume zerstört.

Der den Heimatfreunden gezeigte weitmundigen Topf ist doppelkegelförmig. In seiner Mitte befinden sich eingeritzte Furchen.

„Mit Sicherheit ist anzunehmen, dass es in und um Ketzin/Havel noch mehr Fundplätze sowohl aus der Steinzeit als auch aus der Besiedlungszeit der Slawen gibt. Westlich der Werderschen Straße liegen Fundstücke oft an der Erdoberfläche“, meinte der Vorsitzende des Vereins Torsten Augustiniak.

Von Helmut Augustiniak

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