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Ketzin Mit Motorschlauchbooten um die Bojen
Lokales Havelland Ketzin Mit Motorschlauchbooten um die Bojen
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19:35 08.07.2018
Können und Geschicklichkeit mussten die Jugendlichen beim Wettkampf auf der Havel beweisen. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Leichter Wind auf der Havel, die Sonne schien – trotzdem nicht ganz einfache Bedingungen für den dritten von fünf Wertungsläufen mit Motorschlauchbooten um den Jugendpokal des Landes Brandenburg. Am Wochenende wurde dieser in Ketzin ausgetragen.

59 junge Seesportler in neun Mannschaften nahmen an den Wettkämpfen beim gastgebenden Ketziner Seesportclub teil. Sie bewiesen nicht nur beim schnellstmöglichen Umrunden der verschiedenen Bojen ihre Geschicklichkeit. Es galt auch, während der Fahrt einen Rettungsring aufzunehmen und wieder über den Stab zu legen und zwei recht eng gestellte Bojen sowohl vorwärts als auch rückwärts zu durchfahren. Ganz schön schwierig besonders für die Jüngsten (ab zehn Jahre) in den sieben Altersklassen. Sie fuhren allerdings auch nur mit den sechs PS-Motoren und hatten eine Begleitung im Boot.

Mit Tempo durch den Parcours

ochauf spritzte die Gischt in den Kurven, als die Älteren (ab 16 Jahre) ihre Boote mit 15 PS-Motoren und hohem Tempo durch den Parcours dirigierten. Auch sie waren allerdings nicht davor gefeit, dass sie nach dem Aufnehmen des Rettungsringes mal eben von einer Windböe zwei Meter abgetrieben wurden.

Konzentriert ging es auch an Land zu. Zwischen den drei Läufen, von denen zwei gewertet wurden, galt es ein anderes seesportliches Geschick zu beweisen. Kevin Hesse (17) aus Neuruppin hatte mit den Seemannsknoten kein Problem. Vier verschiedene waren zu binden. Und musste noch eine Klampe richtig belegt werden – alles seesportliche Voraussetzungen für richtige Anlegemanöver.

Ärger hinter den Kulissen

Wie Kevin Hesse, der nach der Knoten-Prüfung die sehr guten Wettkampfbedingungen auf der Ketziner Havel lobte, waren auch die anderen jungen Seesportler mit Eifer dabei und ahnten nichts davon, was sich in Ketzin/Havel hinter den Kulissen abspielt. Seit rund vier Jahren schwelt ein Rechtsstreit zwischen privaten Klägern und dem Seesportclub wegen „unzulässiger Lärmbelästigung“, wie es offiziell heißt.

Das Umweltamt des Landkreises hat derzeit alle Aktivitäten des Seesportclubs auf dem Wasser an der Havelpromenade untersagt, weil seit mehr als einem Jahr über die letzte Klage von Anwohnern noch nicht entschieden wurde.

2018 nur dreimal Training möglich

„Das alles ist unverständlich. Seitens des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg liegen seit Jahren die Genehmigungen für Training und Wettkämpfe vor, die Lärmpegelmessungen beweisen das Einhalten der Gesetze und die Motoren haben die amtliche Zulassungsprüfung“, kommentierte Andree Rißmann, Vorsitzender des Seesportclubs, die Situation. So muss für jedes Training und auch für die Austragung des Wertungslaufes für den Jugendpokal an diesem Wochenende eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Und die kostet den Seesportclub jedes Mal mehr als 100 Euro Gebühren.

„Natürlich haben wir dadurch einen Trainingsrückstand“, bedauerte Daniel Marzilger, Jugendwart des Seesportclubs. Es sei für das ganze Jahr 2018 lediglich dreimal Training erlaubt worden, bedauerte er. Dementsprechend seien auch die Ergebnisse der Ketziner ausgefallen. Nur zwei dritte Plätze stehen zu Buche. „Unsere jungen Sportler haben zuvor mit normalem Training mehrmals Deutsche- und Landesmeisterschaften gewonnen“, erklärte Marzilger.

Von Wolfgang Balzer

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