Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ketzin Paretz ist die Nummer 14
Lokales Havelland Ketzin Paretz ist die Nummer 14
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 30.08.2018
Eines der neuen Schilder „Historischer Ortskern“ hängt am Ortseingang aus Richtung Uetz kommend. Quelle: Tanja M. Marotzke
Paretz

„Der weiße Fleck im Westen Brandenburgs ist endlich weg. Paretz ist nun ein Aushängeschild für das Havelland“, sagte stellvertretende Landrätin Elke Nermerich Donnerstagnachmittag vor Paretzer Scheune. Die Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne im Land Brandenburg hat Paretz als neues Mitglied aufgenommen Jörg Vogelsänger, Minister für ländliche Entwicklung, übergab die Auszeichnungsschilder an Ketzins Bürgermeister Bernd Lück und Ortsvorsteherin Anne Hübner.

Paretz ist das 14. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne und der erste Ort im Landkreis Havelland. „Das haben Sie hier vor Ort erkämpft, die Anwohner in Zusammenarbeit mit den hier tätigen Stiftungen. Jetzt können Sie von den anderen 13 Mitgliedern und deren Erfahrungen profitieren“, sagte Vogelsänger.

Zweistufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen

Die 2005 gegründete kommunale Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“ will dazu beitragen, Methoden und Lösungswege zur Bewahrung und Wiederherstellung alter Dörfer zu entwickeln, damit von ihnen eine möglichst große Vorbildwirkung für den Bestand historischer Dorfensembles in der Kulturlandschaft ausgeht.

Paretz war aus dem zweistufigen Bewerbungsverfahren als einer von drei Kandidaten hervorgegangen.

Die Mitglieder

Die weiteren Mitgliedsorte sind der Arbeitsgemeinschaft: Bebersee (Uckermark), Behlendorf (Oder-Spree), Buberow (Oberhavel), Burg (Spree-Neiße), Damelack (Ostprignitz-Ruppin), Fredersdorf (Potsdam-Mittelmark), Fürstlich Drehna (Dahme-Spreewald), Groß Breese (Prignitz), Hohenseefeld (Teltow-Fläming), Neuhardenberg (Märkisch-Oderland), Neulietzegöricke (Märkisch-Oderland), Sauen (Oder-Spree), Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark).

„Am Ende sprachen die Mitglieder der siebenköpfigen Begutachtungs-Kommission einstimmig für Paretz aus“, erklärte Marco Beckendorf vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft. Drei Hauptkriterien sind ausschlaggebend für eine Mitgliedschaft: die Baukultur, das Grün und das Engagement der Menschen im Dorf.

Privatleute und Stiftungen sind aktiv

In Sachen Baukultur ist in Paretz nach der Wende einiges geschehen. Viele Privatleute, die Stiftung Paretz, die Helga-Breuninger-Stiftung und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, haben dafür gesorgt, dass von dem von David Gilly entworfenen preußischen Musterdorf viel erhalten wurde.

Die Werderdammstraße gehört zum Dorfkern, den sich Minister Jörg Vogelsänger (3.v.l) ansah. Quelle: Tanja M. Marotzke

Das Schloss und die Kirche prägen das Ortsbild dieses ehemaligen Landsitzes des Preußen-Königs Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau Luise früher wie heute.

Seit 2017 wieder Ortsteil

Inzwischen ist die Kulturscheune von der Helga-Breuninger-Stiftung saniert worden, es gibt ein Stiftungshaus in der Werderdammstraße neben vielen anderen Wohnhäusern, die restauriert wurden. Paretz ist seit 2017 wieder ein eigenständiger Ortsteil der Stadt Ketzin/Havel, hat einen Ortsbeirat und eine Ortsvorsteherin und zählt etwa 400 Einwohner. Eine engagierte Dorfgemeinschaft organisiert Teile des kulturellen Lebens. „Mit der Stadt Ketzin/Havel haben wir es vor Jahren nicht geschafft, in die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkern zu kommen, jetzt ist es mit dem Ortsteil Paretz bei der AG Historische Ortskerne gelungen. Ich erhoffe mir viel davon“, sagte Ketzins Bürgermeister Lück.

Von Jens Wegener

Zuzug statt Leerstand, lebendige Dörfer statt aufgegebener Ortschaften – die düsteren Prognosen für die Randgebiete Brandenburg haben sich nicht bewahrheitet. Eine Enquete-Kommission des Landes Brandenburg kommt am Freitag in Ketzin zusammen, um aus dem Ist-Stand Lehren für die Zukunft zu ziehen.

31.08.2018

Bei einer vom Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege initiierten Bürgerbefragung kam heraus, dass die Altersfreundlichkeit des Wohnstandortes Ketzin zu wünschen übrig lässt.

28.08.2018

Das Dorfmuseum Tremmen zeigt nicht nur Fotos von altem Handwerk in Brandenburg. Beim Museumsfest gab es auch einige alte Handwerkstechniken zu bestaunen.

27.08.2018