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Ketzin Streitpunkt Obstbäume: Ketzin ändert Satzung
Lokales Havelland Ketzin Streitpunkt Obstbäume: Ketzin ändert Satzung
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19:32 24.04.2018
Nicht jeder Ast darf ohne Genehmigung abgeschnitten werden. Quelle: Robert Roeske
Ketzin/Havel

Wenn es um Bäume geht, sind kontroverse Diskussionen programmiert – überall. Genauso ist es im Ketziner Bauausschuss geschehen, als es um die überarbeitete Baumschutzsatzung ging. Mit 3 zu 2 Stimmen lehnten die Mitglieder den Entwurf der Verwaltung ab, jetzt wird im Hauptausschuss am 2. Mai darüber erneut beraten.

Größter Streitpunkt sind die Obstbäume. Die sollen in die neue Satzung aufgenommen werden. Bisher sind sie nicht als schützenswert eingestuft. Das bedeutet, jeder Ketziner, der in seinem Garten irgendwann mal einen Apfel-, Birnen- oder Pflaumenbaum gepflanzt hatte, der aus welchen Gründen auch immer nun nicht mehr gewünscht ist, kann diesen beseitigen.

Mindeststammumfang für Obstbäume ist im Gespräch

„Und so soll es auch bleiben“, sagte Eckehard Roß (Freie Wähler Etzin). „Wir können den Leuten doch nicht vorschreiben, wann sie welche Früchte in ihrem Garten anbauen, beziehungsweise verlangen, dass sie jeweils eine Fällgenehmigung beantragen, wenn sie einen Obstbaum nicht mehr haben wollen.“ Auch Jürgen Schöttler (Freie Wählergemeinschaft Falkenrehde) stimmte in diesen Punkt zu: „Nächstens legen wir noch fest, ob einer Mohrrüben oder Gurken anbauen darf“. Auch der Kompromissvorschlag des Abgeordneten Thomas Vinz (SPD-Fraktion), für zu schützende Obstbäume einen Mindeststammumfang festzulegen, fand keine Mehrheit.

Franziska Röth, Umweltbeauftragte der Ketziner Verwaltung, befürwortet die Einstufung der Obstbäume, die vor 1990 gepflanzt wurden, als schützenswert auch aus einem anderen Grund: Sie würden dann als Ersatzpflanzungen anerkennt sein. Also: „Wenn jemand neue Bäume pflanzen muss, könnten es auch Obstbäume sein, was bisher nicht möglich ist.“

Bürger müssen sich informieren

Ob mit oder ohne Obstbäume – die aus dem Jahr 2006 stammende Ketziner Baumschutzsatzung muss überarbeitet werden. „Allein aus dem Grund, dass wir unser Papier in vielen Punkten der aktuellen Rechtssprechung auf Bundes- und Landesebene anpassen müssen und weil es mit Paretz einen neuen Ortsteil gibt“, erklärte Franziska Röth. Es sei außerdem nötig, auf die Erweiterung der Bebauungsflächen in Ketzin/Havel und der damit verbundenen geänderten Nutzung mit aktuellen Schutzausweisungen zu reagieren.

Aber auch inhaltlich gebe aus Sicht der Verwaltung, nicht zuletzt aufgrund vieler Bürgeranfragen, Dinge, die präzisiert und ergänzt werden sollten, so Franziska Röth. „Es ist einigen Bürgern beispielsweise immer noch nicht bewusst, dass sie die Stadt über gefällte oder beim Sturm umgekippte Bäume informieren müssen.“ Wer das nicht macht, müsse mit Bußgeld rechnen. Ebenso dürfen Baumkronen nicht einfach mal so gekappt und Äste, deren Einzelumfang 20 Zentimeter und mehr beträgt, nicht entfernt werden.

Hohe Bußgelder drohen

Die Bußgelder im Entwurf der neuen Satzung für Verstöße sind heftig: pro Baum mit einem Stammumfang bis 80 Zentmeter kann eine Strafe von bis zu 1000 Euro fällig werden, beim Stammumfang bis zu 150 Zentimeter sind es bis 5000 Euro und bei noch größeren Bäumen bis zu 10 000 Euro. Wer illegal Sträucher oder Hecken entfernt, muss pro laufendem Meter 75 bis 250 Euro zahlen.

Von Jens Wegener

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