Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ketzin Volle Grube, doch Fäkalien werden nicht abgefahren
Lokales Havelland Ketzin Volle Grube, doch Fäkalien werden nicht abgefahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 13.09.2018
Die Strecke bis zum öffentlichen Weg ist zu weit, um die Fäkalien abpumpen zu können. Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin/Havel

Marion Rügen hat ein Problem, das sie nicht alleine lösen kann. Sie wohnt im Karpfenweg im Bereich Brückenkopf und ihre Fäkaliengrube ist randvoll, wird aber vom Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH) nicht ausgepumpt. Ein schier unlösbares Problem, wie bei einem Vororttermin mit Verbandsvorsteher Thomas Seelbinder, Hans-Jürgen Löwe, Leiter der Kommunalaufsicht beim Landkreis, Udo Folgart, Landtagsabgeordneter, und Nachbarn deutlich wurde. Kurz gesagt: Einerseits darf der WAH dort nicht abfahren, andererseits könnte bei voller Grube wegen Umweltgefährdung eine Nutzungsuntersagung für das Grundstück ausgesprochen werden. Marion Rügen weiß nicht weiter.

Haftungsfrage nicht geklärt

Jochen Krüger, ein Bekannter von ihr, wohnt in der Nähe und hatte Hilfe durch diesen Vororttermin zugesagt. 104 Meter seien es vom öffentlichen Weg bis zum Grundstück, weiß Seelbinder. Zu weit zum Abpumpen der Grube, das ginge bis zu 60 Meter, im Extremfall eventuell einige Meter weiter, sagte er. Und außerdem wären die 104 Meter Privatweg, die die Mitarbeiter des WAH rein rechtlich weder betreten noch befahren dürfen. „Wer haftet hier für eventuelle Schäden durch ein Fahrzeug auf dem äußerst engen Teilstück des Weges oder bei einem Unfall eines Mitarbeiters?“

Das Problem sei vor Jahrzehnten mit der so heute nicht mehr genehmigungsfähigen Bebauung entstanden und damit viele Jahre bekannt. Die Grubenleerung sei bisher als „Goodwill“ erfolgt, fügte Seelbinder hinzu. Dies sei aber auf Dauer rechtlich nicht vertretbar. Eine Aussage, die Löwe bestätigte. Er wies darauf hin, dass bei randvoller Grube eine Nutzungsuntersagung für das Grundstück ausgesprochen werden könnte, weil eine Gefahr für die Umwelt nicht auszuschließen wäre, zumal hier ein Landschaftsschutzgebiet sei.

Es muss eine Lösung für alle her

Folgart mahnte an, dass für die Anlieger des Weges und speziell für Marion Rügen gemeinsam eine Lösung gefunden werden müsse. Thomas Witkowski bewohnt ein Grundstück etwa auf der Hälfte des Privatweges. Er bot an, auf seinem Grundstück eine Fläche für eine Sammelgrube für die betroffenen Anwohner zur Verfügung zu stellen. Von dort könnte abgepumpt werden.

Allgemein wurde klar, dass das eine komplizierte Lösung sei: Eine unterirdische Verlegung der Zuleitung bedarf vielerlei Genehmigungen. Zudem wären eine Vereinbarung der Anlieger zur Klärung aller rechtlichen Fragen und noch anderes nötig. Alles in allem aber machbar, hieß es in der Runde.

Bau einer Kleinkläranlage ins Spiel gebracht

Seelbinder brachte noch eine andere Lösung ins Gespräch: eine Kleinkläranlage. Da müsse nichts abgefahren werden und sie löse in dieser komplizierten Grundstückslage das Problem dauerhaft. Die Untere Wasserbehörde hätte ihm bestätigt, dass das hier möglich wäre. Allerdings entstünden Kosten zwischen fünf- und siebentausend Euro, eventuell sogar etwas mehr. Er meinte, dass dies die zweckmäßigste Lösung wäre. Entscheiden müssen das nun die betroffenen Grundstückseigentümer selbst.

Derweil ist Rügens Grube weiterhin voll. Seelbinder sagte zu, die technischen Möglichkeiten für eine zwischenzeitliche Ausfuhr zu prüfen, unterstrich aber, dass das aus den genannten Gründen nur eine Zwischenlösung sein könne, die bis zu einer einvernehmlichen Lösung der Anwohner gelte. Bis die Genehmigungen eingeholt sind und gebaut worden ist, vergeht mindestens ein Jahr, war allen klar. Marion Rügen war etwas erleichtert, dass zunächst wenigstens eine befristete Zwischenlösung gefunden scheint.

Von Wolfgang Balzer

Mehrere hundert Gäste feierten den 50. Geburtstag der Ketziner Europaschule mit einem bunten Programm, als kurz vor Schluss in der Nähe eine Gasleitung beschädigt wurde. Kurzzeitig bestand Explosionsgefahr.

12.09.2018

Wegen Gasalarms musste das Schulfest anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Europaschule am Sonnabend vorzeitig beendet werden. An einem Einfamilienhaus – etwa 80 Meter von der Schule entfernt – war bei Bauarbeiten eine Gasleitung durchtrennt worden.

09.09.2018

Von den 29 eingereichten Vorschlägen zum Ketziner Bürgeretat 2019 haben 16 nicht den Inhalten der Satzung entsprochen und sind ausgeschieden. Die Abstimmung erfolgt vom 1. bis 14. Oktober.

07.09.2018